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Freitag, 4. Dezember 2009

Das kann nur ein Scherz sein

Ich habe heute irgendwo aufgeschnappt, dass mit Hermann Maier als Präsidentschaftskandidat spekuliert wird. Ich glaube nicht, dass da was dran ist, aber die Reaktion mancher Menschen ist zutiefst beunruhigend.

Sie begrüßen den Vorschlag. Maier würde ein Präsident sein, der auf die Leute zugeht, er wäre toll als Bundespräsident.

Maier hat sportlich ohne Zweifel heroisches geleistet. Vor seinen Leistungen kann man den Hut ziehen. Er hat immer durchklingen lassen, dass Schifahren eben eine Einzelsportart ist. Am Ende zählt dein Erfolg nicht der deiner Teamkameraden. Maier hatte den Ehrgeiz und den Egoismus ganz nach oben zu kommen.

Aber:
Wann genau ist er auf die Menschen zugegangen? Was genau zeichnet ihn als Bundespräsidenten aus? Welche Ansichten hat Herr Maier überhaupt? Zu Europa? Zur Rolle Österreichs? Nur weil jemand bei einem Siegerinterview Scherze macht und nach einem schweren Sturz aufsteht und Goldmedaillen gewinnt, ist er noch lange kein Kandidat für ein wichtiges Amt. Ein sehr guter Sportler, ein Entertainer vielleicht, aber kein Bundespräsident. Möge dieser Kelch an uns vorübergehen.

Orientieren an der Rückständigkeit

Das in der Schweiz per Referendum beschlossene Verbot der Errichtung von Minaretten ist ein Verstoß gegen die Religionsfreiheit und damit der Menschenrechte.

Ich finde das Argument von den Befürwortern solcher Aktionen eigenartig: In islamischen Ländern dürften ja auch keine Kirchen gebaut werden. Oft wird dann gleich Afghanistan herangezogen.

Orientieren wir uns jetzt an Afghanistan? Weil ein rückständiges Land etwas praktiziert, machen wir es nach? Die Chinesen haben noch die Todesstrafe, wäre das nicht auch was? Vielleicht jagen wir alle auch unser Essen wieder, wie es die Ureinwohner mancher Erdteile machen.

Wann begreifen die Menschen endlich, dass Religion nichts Trennendes ist, sondern einfach eine Ansichtssache?

Orientieren am Gestern

Allein das Lesen der Seitenüberschriften der "Kronen Zeitung" lässt mich leiden. In der heutigen Ausgabe verkündet diese "Zeitung", dass das Punschtrinken für Familien jetzt schon Luxus ist und scheut sich nicht auch gleich einmal den Preis in Schilling anzugeben.

Eines vorweg: Was so toll ist in der Kälte rumzustehen, um ein überteuertes, viel zu heißes Getränk zu trinken, hab ich bis heute nicht verstanden. Ich meide Punschhütten so gut es geht.

Ich zweifle an, dass Punsch trinken eine Familienbeschäftigung ist. Selten hab ich eine glückliche Familie gemeinsam harmonisch Punsch trinken sehen. Die Erwachsenen trinken gemeinsan mit Freunden, Kinder sind nicht das Zielpublikum. Das lässt sich ja schon an der Höhe der Stehtische sehen. Ich glaube, die wenigsten Kinder freuen sich bei einem Ausflug zum Punschstand.

Zum Preis: Wenn der Punsch so teuer ist, dann soll man ihn nicht trinken. Aber lieber jammert man herum. Das Umrechnen ist Schilling zeigt die Rückständigkeit der Zeitung. Der Schilling ist fast 8 Jahre tot, die Preise von heute haben mit den Preisen von damals nichts zu tun, Jahre mit teilweise hoher Inflation liegen dazwischen. Aber das ist so eine schöner Nachricht zum Leserfangen: Füher war alles besser und alles billiger. Der böse Eure hat alles teurer gemacht.