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Montag, 5. November 2012

Farbenmix

In rund einem Jahr wird in Österreich die nächste Nationalratswahl stattfinden. Während bei früheren Wahlen die möglichen Koalitionen nach der Wahl stark eingeschränkt waren, gibt es diesmal rechnerisch und realistisch mehrere Möglichkeiten. Die aus meiner Sicht realistischen habe ich zusammengefasst.

Annahmen:
Ich gehe davon aus, dass das BZÖ den Wiedereinzug in den Nationalrat nicht schafft. Haider ist tot, die Hausmacht in Kärnten ist weg (weil das jetzt die FPK ist) und im restlichen Österreich ist man zu schwach. Mit ein wenig Glück bleiben uns also in Zukunft nicht nur Westenthaler sondern auch Stadler und Petzner erspart.
Dafür glaube ich an einen Einzug vom Team Stronach. Ein hohes Werbebudget und eine ebenso hohe Medienpräsenz werden hier reichen, um künftig im Nationalrat zu sitzen.
Einer weiteren neuen Partei (zB der Piratenpartei) traue ich den Einzug im Moment nicht zu.

Mögliche Koalitionen:

SPÖ-geführt:

SPÖ-ÖVP:
Wahrscheinlichkeit: hoch
Sollten sich die 50% für die große Koalition ausgehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es wieder zu einer großen Koalition kommt. Wahrscheinlich ist dann auch, dass Spindelegger nicht Vizekanzler wird, weil die ÖVP Obmänner absetzt, die die Wahl nicht gewinnen (wobei nicht klar ist, woher dieses Selbstverständnis kommt - in den letzten 46(!) Jahren ist ihnen das ein einziges Mal gelungen).

SPÖ-Grüne:
Wahrscheinlichkeit: niedrig
Ich denke, dass die SPÖ den Grünen näher steht als der ÖVP, aber sieht man sich die derzeitigen Umfragen an, dann kommen diese Parteien im positivsten Fall auf 45%.

SPÖ-ÖVP-Grüne:
Wahrscheinlichkeit: mittel
Wenn sich die große Koalition nicht ausgeht besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Grünen die Mehrheit sichern. Dass könnte etwas Leben in eine starre große Koalition bringen, was im Endeffekt aber auch zu Instabilität führen kann.

SPÖ-ÖVP-Team Stronach:
Wahrscheinlichkeit: niedrig
Im Prinzip wie die 3er-Variante mit den Grünen, mit erheblich höherer Instabilität. Ist nur realistisch, wenn SPÖ und ÖVP keine andere Möglichkeit für den Machterhalt sehen.


ÖVP-geführt:

ÖVP-SPÖ:
Wahrscheinlichkeit: niedrig
Die ÖVP müsste für diese Variante vor der SPÖ liegen und eine Koalition mit der FPÖ dürfte sich nicht ausgehen, dann ist diese Variante realistisch. Die Umfragen sprechen eindeutig dagegen.

ÖVP-FPÖ:
Wahrscheinlichkeit: niedrig bis mittel
In Umfragen, die eine schwarz-blaue Mehrheit ermittelt haben, war stets die FPÖ die stärkere Partei. Dass es für 50% reicht und die ÖVP vor der FPÖ ist halte ich im Moment für ein Wunschdenken der ÖVP.

ÖVP-FPÖ-Team Stronach:
Wahrscheinlichkeit: mittel
Bleibt die ÖVP vor der FPÖ, dann könnte die durchaus eine 3er-Koalition anstreben. Das ist vor allem dann zu erwarten, wenn die SPÖ stimmenstärkste Partei wird, dann dann könnte die ÖVP das als Chance sehen trotzdem den Kanzler zu stellen.


FPÖ-geführt:

FPÖ-ÖVP:
Wahrscheinlichkeit: niedrig bis mittel
Es gab schon Umfragen, bei denen sich das rechnerisch ausgegangen ist. Durch das Mitmischen von Stronach ist die Wahrscheinlichkeit aber geschrumpft und es ist bei weitem nicht sicher, dass sich hier eine Mehrheit ausgeht.

FPÖ-ÖVP-Team Stronach:
Wahrscheinlichkeit: mittel
Die FPÖ (stellt den Kanzler) und das Team Stronach (ist in der Regierung) hätten damit ihr Wahlziel erreicht, die ÖVP könnte man ködern, vor allem wenn man ihr mehr bietet als sie in einer rot-schwarz-grünen Koalition bekommt.

Das alles kann sich natürlich bis zur kommenden Wahl noch drehen, wer weiß, was bis dahin alles passiert und welche Themen dann dominieren. Eine interessante Wahl steht uns bevor.

Dienstag, 16. Oktober 2012

9 x Musik

Die aktuell neun letzten Lieder aus meinen YouTube-Favoriten:

San Cisco - Rocket Ship:
Ein Lied, das bei mir ein gutes Gefühl hinterlässt, ohne dass ich genau sagen könnte, warum.

San Cisco - Akward:
Noch einmal San Cisco, diesmal mit einem Lied, das sich als Ohrwurm entpuppt. Das hab ich nach dem letzten Mal hören tagelang im Kopf gehabt.

Princess Chelsea - The cigarette duett:
Das Intro dauert ungefähr eine Minute und unterscheidet sich vom Rhythmus aus gesehen stark vom Rest des Liedes. Außerdem ungewöhnlich ist auch das Video mit den beiden Protagonisten im Whirlpool. Das Lied (mit einem für Lieder ungewöhnlichen Thema) ist aber nicht schlecht.

Kosheen - Get a new one:
Ein Song vom neuen Kosheen-Album. Es ist gewohnter Kosheen-Stil, den man mögen muss. Ein endgültiges Urteil über das neue Album hab ich mir noch nicht machen können, aber bis jetzt waren einige gute Lieder dabei.

Kimbra - Settle down:
Manche kennen Kimbra wahrscheinlich vom Goyte-Duett, das ich persönlich jetzt nicht so toll fand. "Settle down" trifft da schon mehr meinen Geschmack. Das Video ist sehenswert, auch, aber nicht nur wegen der Tanzeinlagen.

Calvin Harris feat. Florence Welch - Sweet nothing:
Das neue Album von Florence and the machine ist nicht so gut wie das Debütalbum, hat aber z.B. mit "What the water gave me" einige richtige Perlen. Auch in diesem Song (der aber nicht auf dem Album ist) dominiert wieder die Stimme von Florence Welch, abgemixt mit elektronischen Einlagen, eine Kombination die erstaunlich gut zusammenpasst.

The Asteroids Galaxy Tour - Heart Attack ():
Ein weiterer Ohrwurm - ein tolles Lied von einem tollen Album.Wenn man mit der Stimme von Mette Lindberg nichts anfangen kann, dann wird man auch diesen Song nicht ausstehen können. Mir persönlich gefällt er besser als "Golden Age" und ist zurzeit mein Lieblingslied von The Asteroids Galaxy Tour.

Radiohead - Creep:
Das älteste Lied in dieser Liste. Langsam und mit einem einprägsamen Gitarrenriff. Bislang hatte ich wenig Kontakt mit Radiohead, bis auf "Karma Police" kannte ich kein einziges Lied. Jetzt sind es zwei, ein glühender Radiohead-Fan werde ich wahrscheinlich nicht mehr.

Awolnation - Sail:
Ich hab den Song zufällig auf gotv gesehen und von dort ist er gleich in meine YouTube-Favoriten gewandert. Hat einen guten Rhythmus.

Freitag, 21. September 2012

Rom

Anreise am Samstag:
Wie bei unseren Reisen üblich war unser Flug wieder sehr früh, so dass auch ein frühes Aufstehen notwendig war - diesmal war es 4:30. Etwas Zeit konnten wir diesmal aber sparen, zum einen hatten wir schon vorab daheim eingecheckt und hatten damit schon unseren Boarding Pass, zum anderen hatten wir uns entschieden diesmal den City Airport Train (CAT) für unsere Anreise zum Flughafen zu verwenden. Den CAT kann man wirklich empfehlen. Innerhalb von einer Viertelstunde ist man am Flughafen, das Gepäck kann man schon vorab am Bahnhof Wien Mitte abgeben. Das ist um vieles komfortabler als die vergleichbare Anreise mit der Schnellbahn. Am Flughafen Schwechat durften wir dann auch den neuen Skylink "bewundern", wobei nicht ersichtlich ist, was genau daran jetzt so teuer ist. Am Flughafen hat sich überhaupt einiges geändert, unter anderem sind die Sicherheitskontrollen jetzt nicht mehr direkt am Gate sondern vorverlagert. Der Flug verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Erste Eindrücke in Italien:
In Italien haben wir erstmal versucht unsere Bahntickets über den Ticketautomaten zu kaufen (eingestellte Sprache war deutsch, die Sprache der Warn- und Fehlermeldungen blieb beharrlich italienisch), um sie dann doch direkt am Schalter zu besorgen (der Mann am Schalter verstand englisch). Die Züge in Italien sind ähnlich wie in Österreich - mit dem Unterschied, dass es in Italien keine Durchsagen gibt, welcher Halt der nächste ist. Somit war bei jedem Stopp Reaktionsgeschwindigkeit gefragt, um herauszufinden, wo man ist und ob man schon aussteigen soll.
Ein größeres Mysterium stellten die italienischen Busse dar. Da war zum einen die Namensgebung: Dreistellig (889), zweistellig (98), mit einem "F" am Ende oder überhaupt nur ein Buchstabe ("H"), alle Variationen an Benennung der Linien ist vorhanden. Zum anderen gibt es hier auch keine Durchsage, welche die nächste Station ist. Tickets kann man in den Bussen kaufen (aber nur bei manchen Linien), es gibt mehrere Arten von Entwertern und die Digitalanzeige, die anzeigt, wann der nächste Bus kommt, blieb bis zu den letzten Tagen ein Rätsel (5 ferm 9' - das bedeutet, der Bus hat noch 5 Stopps und kommt in 9 Minuten). Auch dass "Capolinea" kein Name einer Station, sondern einfach nur Endstation heißt, war eine wichtige Information, die wir von einem Einheimischen mit einem Schmunzeln im Gesicht bekamen. Das Überraschendste war aber: Das Fahrverhalten der Busfahrer in Italien ist ungestümer als das der Busfahrer in Österreich, da fahren die Busse auch ohne Weiteres ab und zu mit offenen Türen los und schütteln den gesamten Businhalt mit extremen Bremsmanövern durch. Die Busse passen sich damit aber dem Verkehr in Italien an, bei dem viele Verkehrsregeln als Vorschlag und nicht als Vorschrift verstanden werden. Vorfahrt hat oft das Fahrzeug, das sich die Vorfahrt nimmt und ein Zebrastreifen heißt nicht, dass Autos stehenbleiben. Wenn man also die Straße überqueren will, dann überquert man sie einfach und hofft, dass die Autos stehenbleiben. Teilweise parken die Autos auch in der Innenstadt einfach am Zebrastreifen und die Stehphase bei einer Ampel wird auch als Beginn eines Überholmanövers genutzt, das beim Losfahren in der Grün-Phase abgeschlossen wird. In einer Woche in Italien habe ich mehr ungewöhnliche Verkehrssituationen gesehen als in den letzten Jahren in Österreich.

Hotel:
Mit dem Ecohotel haben wir einen Volltreffer gelandet. Ohne Ausnahme waren alle Mitarbeiter des Hotels freundlich, das Frühstück war gut und mit ausreichend vielen Auswahlmöglichkeiten, die Zimmer waren sauber, groß genug und komfortabel. Das Konzept des Hotels ist auf Energiesparen und Ressourcenschonung ausgelegt, was aber nie nervig oder aufdringlich wirkt. Ein Highlight war aber das Shuttle-Service, das einem am Vormittag und am Abend vom Hotel zu einem von drei Stationen in die Innenstadt bzw. wieder zurück brachte. Wenn man etwas zum Kritisieren am Hotel sucht, wird man nur bei der Umgebung fündig. Die nähere Umgebung des Hotels wirkte wenig glamourös, am Abend waren des Öfteren Sirenen zu hören (es ist uns aber nicht bekannt, ob das die Rettung oder die Polizei war).

Sonntag - Park und Zoo:
Am Sonntag haben wir unseren "Pflichtbesuch" im Zoo absolviert und haben auf dem Weg dorthin die italienische U-Bahn kennengelernt. Diese besteht aus 2 Linien, Linie A verläuft von West nach Ost, Linie B von Nord nach Süd. In der U-Bahn selbst gibt es Durchsagen (die wir kaum verstanden haben), aber auch Anzeigen, welche die nächste Station ist.
Über den Piazza de popolo, einem imposanten Platz, in dessen Mitte ein riesiger Obelisk aufgestellt ist und der einen guten Ersteindruck römischer Architektur vermittelt, sowie einem netten kleinen Park kamen wir schließlich zum Zoo.
Piazza de popolo
Der Zoo selbst ist sehenswert, Tiere wie den afrikanischen Wildhund, das Gürteltier oder ein Zwergflusspferd sieht man in anderen Zoos selten. Wie in Schönbrunn dürfen auch hier die Pfaue frei herumlaufen, hier gibt es allerdings an jeder Ecke einen zu sehen. Ungewöhnlich ist der Kartenkauf: Um zur Kassa gehen zu dürfen, muss man eine Nummer ziehen.

Montag - Vittoriano, Forum Romanum und Palatin:
Eine der Sehenswürdigkeiten, die zum Pflichtprogramm für jeden Rom-Besucher gehört, ist das Forum Romanum, also der Hauptplatz des antiken Roms. Wir haben uns entschieden nicht direkt zum Forum zu fahren, sondern einen Teil der Strecke zu Fuß zurückzulegen. Am Weg dahin kamen wir an einer Frau vorbei, die uns mit einer bekannten Betrügermasche Geld abknöpfen wollte, trafen erste Regenschirmverkäufer und landeten bei ersten Ruinen, die zwar nicht das Forum waren, dafür aber der Platz, an dem Ceasar ermordet wurde. Heute wird der Platz von ungefähr 15 Katzen bewohnt, die man nicht füttern darf.

Bevor wir aber endlich das Forum erreichten, ragte das Vittoriano vor uns auf. Das Vittoriano ist ein riesiges Gebäude, das uns ab diesem Zeitpunkt bis zur Abreise begleitete, da man es aufgrund seiner Größe von jedem Aussichtspunkt aus sehen kann. Es beherbergt das Grab des unbekannten Soldaten und ein Museum zu den italienischen Unabhängigkeitskriegen und ist ein Monument zu Ehren des neugegründeten italienischen Staates und des ersten italienischen Königs Vittorio Emanuele II. Eine Horde von Sicherheitsleuten wacht darüber, dass man sich an die Regeln hält (nichts essen, nichts trinken, nicht auf den Stufen sitzen usw.) und pfeift bei Verstößen. Es gibt zwei Aussichtsplattformen, die untere ist zu Fuß erreichbar und man muss nichts zahlen, um hinzukommen, die obere ist nur per Lift erreichbar und kostet 7€, ein Tarif und auch ein Modell, dass in Rom sehr verbreitet ist: Für Eintrittspreise darf man die Sehenswürdigkeit sehen, Audioguides oder andere "Spezialitäten" kosten extra.
Das Vittoriano

Schließlich kamen wir endlich beim Forum Romanum an, wurden aber vom Regen zu einer kurzen Pause gezwungen. Die vorher schon an jeder Ecke stehenden Regenschirmverkäufer waren nun zahlreicher als die Touristen, wir haben aber den Regen ausgesessen und sind über den Palatin (einer der sieben Hügel, auf denen Rom erbaut wurde) zum Forum Romanum gekommen. Hier die Einzelheiten zu beschreiben würde den Rahmen sprengen, deshalb in aller Kürze: Viele alte Steine, Reste von Tempeln, Häuser, Statuen und Palästen und einige schöne Aussichtspunkte. Ich empfehle bei einem Besuch viel Zeit und Informationsmaterial mitzunehmen oder eine Führung zu machen. Zum Abschluss haben wir das Kolosseum aus der Nähe gesehen, aber den Besuch auf den Dienstag verschoben, das Forum und der Weg dorthin waren mehr als ausreichend für einen Tag.
Teil eines ehemaligen Palastes am Palatin


Dienstag - Spanische Treppe, Trevi-Brunnen und Kolosseum:
Am Dienstag begann unsere Reise bei der spanischen Treppe, wo wir nach wenigen Minuten durch starken Regen durchnässt waren. Zwar wären überall Schirmverkäufer gewesen (wirklich überall, das ist unvorstellbar, man muss das erlebt haben), aber wir kauften keinen Schirm. Zum einen waren wir ja schon nass, zum anderen spielten wir auf Zeit - es musste ja irgendwann aufhören zu regnen. Es hörte auch immer wieder auf, gerade solange, dass man trocken wurde, um dann wieder sintflutartig loszuregnen, so dass man wieder innerhalb von ein paar Minuten triefend nass war. So war es bei der spanischen Treppe, so war es beim Trevi-Brunnen (wo wir brav Geld hineingeworfen haben, um sicherzugehen, dass wir nocheinmal nach Rom kommen) und so war es schließlich auch beim Kolsseum.

Das Kolosseum ist ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Es ist schwer vorstellbar, dass  ein solches Gebäude ohne Maschinen erbaut werden konnte. Im Inneren des Kolosseums gibt es Infotafeln und antike Fundstücke zu sehen, ehe man schließlich einen Blick in die Arena werfen kann, der Arenaboden ist allerdings nicht zu sehen, stattdessen sieht man die Bereiche, die damals unter dem Boden lagen.
Das Kolsseum von innen

Nach dem Kolosseumsbesuch (wir waren von den Anstrengungen der Vortage erschöpft und nass) wollten wir zurück ins Hotel fahren und auf dem Weg "noch schnell eine Kleinigkeit von einem Supermarkt für den Abend mitnehmen". Leider ist es in Italien wie in Deutschland und Supermärkte sind nicht, wie in Österreich, an jeder Ecke zu finden. So durchquerten wir einen Teil der Innenstadt, fanden aber nur Pizzerien und Eisgeschäfte. Vorangetrieben vom Regen (jetzt noch einen Regenschirm zu kaufen schien sinnlos) erreichten wir irgendwann den Hauptbahnhof, in dem es aber auch keinen Supermarkt gibt. Fündig wurden wir schließlich auf dem Weg zum Hotel.

Mittwoch - Der Vatikan:
Wieder trocken hatten wir für den Mittwoch einen Besuch im Vatikan eingeplant. Um zur sixtinischen Kapelle zu kommen (einer der Gründe für den Vatikanbesuch), muss man quer durch die vatikanischen Museen gehen. Die Museen enthalten Artefakte aus allen Epochen, unter anderem ägyptische Tafeln mit Hieroglyphen, griechische und römische Skulpturen, Bilder und andere Kunstwerke. Dass die katholische Kirche jemals an Geldmangel leidet, kann ich mir nicht vorstellen, die Artefakte müssen ein Vermögen wert sein. Über verschlungene, etwas verwirrende Pfade kommt man schließlich zur sixtinischen Kapelle in der man nicht reden und fotografieren, aber dafür das berühmte Deckengemälde mit Gott und Adam bewundern darf. Der Blick nach oben lohnt sich in den vatikanischen Museen aber in fast jedem Raum, da viele mit beeindruckenden Deckengemälden ausgestattet sind.

Am Nachmittag waren wir dann vor, im und auf dem Petersdom. Es war ein tolles Gefühl auf dem Petersplatz zu stehen, den Platz, den man schon so oft zuvor im Fernsehen gesehen hatte, einmal im Leben selbst bewundern zu können. Unser Ziel war aber die Kuppel, um den bestmöglichen Überblick über Rom zu bekommen. Für den Aufstieg gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man bewältigt den gesamten Weg zu Fuß (über 500 Stufen) oder man fährt den ersten Teil mit einem Aufzug und geht den restlichen Weg zu Fuß (über 300 Stufen). Nachdem die ganze Woche bis dorthin schon anstrengend genug gewesen war, entschieden wir uns für den "leichten" Weg, eine Entscheidung, die wir nicht bereut haben, da der Aufstieg ein wahres Abenteuer ist. Einen Teil der Stufen darf man auf einer Wendeltreppe hinter sich bringen, schließlich werden die Stufen kleiner und der Gang (durch die Kuppelform) beginnt sich zu neigen, sodass man schief und leicht gebückt nach oben gehen muss. Kurz vor dem Ende kommt man noch in einen stickigen, sehr heißen Zwischenraum, ehe man zum Abschluss kommt. Einer Wedeltreppe mit sehr kleinen Stufen, sodass in der Mitte ein Seil angebracht wurde, um zusätzlichen Halt zu haben. Aber die Mühen haben sich gelohnt: Der Ausblick vom Petersdom ist sehr schön (auch von hier konnte man sehr deutlich das Vittoriano sehen). Ein anderer Besucher war von dem Ausblick so überwältigt, dass er aus Versehen sein Handy fallen ließ. Ob er es jemals wieder gefunden hat, ist uns nicht bekannt, ich bezweifle es aber.
Blick vom Petersdom
Der Petersdom ist aber innen ebenso imposant. Ich habe in meinem Leben noch nie so eine gewaltig große Kirche gesehen. Viele Gräber ehemaliger Päpste sind zu sehen (unter anderem auch vom letzten Papst, Johannes Paul II.) und die ganze Kirche ist prunkvoll eingerichtet.
Der Petersdom

Am Weg zurück zum Hotel sind wir noch an der Engelsburg vorbeigegangen und haben auch die Engel auf den Brücken dorthin bewundert.

Donnerstag - Pantheon:
Den Donnerstag haben wir für einen gemütlichen Spaziergang durch die Innenstadt genutzt und kamen dabei noch einmal an der Spanischen Treppe und am Trevi-Brunnen vorbei (und konnten diese damit auch einmal bei Sonnenschein sehen).
Dabei statteten wir auch dem Pantheon einen Besuch ab, einem ehemaligen Tempel, der jetzt eine Kirche ist. Das Besondere am Pantheon ist die Kuppel, die einst die größte der Welt war. Die Kuppel ist in der Mitte offen, so dass ein Sonnenstrahl durch das Dach durchscheinen kann, der einen kleinen Kreis auf der Innenseite der Kuppel beleuchtet. Das Panteon beherbergt die Gräber von Vittorio Emanuele II. und Raphael.

Freitag - Rückreise:
Am Freitag hatten wir noch ein wenig Zeit bis zum Abflug, die wir mit einem Spaziergang in Hotelnähe überbrückten. Die Reise verlief ohne größere Zwischenfälle (ein paar Lufthansa-Passagiere wurden wegen des Streiks in Deutschland auf unseren Flug umgebucht), leider verzögerte sich der Abflug aber um ca. 45 Minuten. In der Nacht zu fliegen ist übrigens sehr schön, weil man die ganzen hell erleuchteten Städte von oben sehen kann.

Rom allgemein:
Die Menschen ist Italien sind im Großen und Ganzen sehr freundlich, die Innenstadt ist schön und mit Englisch kann man sich dort sehr gut verständigen.
Die äußeren Gegenden von Rom sind weniger schön, die Straßen und Gehsteige sind in einem schlechten Zustand und haben einige Löcher. Es gibt viele Müllcontainer, die anscheinend alle voll sind, hier kann zwar nicht jeder englisch, aber man kommt irgendwie zurecht.
Die Waschbecken in den Toiletten sind ungewohnt, zum Teil muss der Wasserhahn dort mit Pedalen aufgedreht werden. Die Straßennamen klingen alle ähnlich, die Straßen selbst sind verwinkelt und laden zum Verlaufen ein.

Fazit:
Allein wegen der Fülle an Sehenswürdigkeiten, die wirklich beeindruckend sind kann man einen Urlaub in Rom bedenkenlos empfehlen. Wir haben die knappe Woche genossen und werden gerne wiederkommen.

Mittwoch, 22. August 2012

Adieu, 68er

 Als ich das erste Mal gehört hatte, dass diesen Sommer die U1 zwischen Reumannplatz und Schwedenplatz nicht fahren würde, war ich besorgt. Ich hatte befürchtet, dass die Wiener Linien einen einfachen Schienenersatzverkehr einrichten würden und konnte mir nicht vorstellen, dass dieser die Masse an Personen bewältigen könnte, die täglich diese Strecke mit der U1 zurücklegen.

Zum Glück habe ich mich getäuscht. Statt einem einfachen Ersatzverkehr wurden die Linien 66 und 68 eingerichtet, die den 67er und die U1 auf dem gesperrten Teilstück ersetzten.

Hauptbahnhof
Belvedere
Während man bei der U1 die Fahrt im Dunkeln verbringen muss, wird einem auf der Linie 68 einiges geboten. Man kommt an der Baustelle des Hauptbahnhofs vorbei (und staunt über ca. 20 eng aneinanderstehende Kräne), fährt dann die Prinz-Eugen-Straße entlang (auf der linken Seiten sind Botscaften von rund einem Dutzend Staaten, auf der rechten Seite ist das geschichtsträchtige Schloss Belvedere), überquert den Schwarzenbergplatz mit seinen beeindruckenden Gebäuden, dem Hochstrahlbrunnen und dem Russendenkmal, fährt dann noch ein wenig den Ring entlang und kommt zu guter Letzt am alten Kriegsministerium vorbei. Eine wirklich beeindruckende Strecke mit einigen Sehenswürdigkeiten, die jeder U-Bahnfahrt vorzuziehen ist.

Auch sonst kann man den Wiener Linien keinen Vorwurf machen, die Intervalle für die Linie 68 waren ok, meine Fahrzeit in die Arbeit nur um zehn Minuten länger als mit der U1 und mit einer Ausnahme lief alles reibungslos ab.

Wenn man trotzdem etwas zum Jammern sucht, kann man natürlich aber auch fündig werden: Die meisten Straßenbahngarnituren waren unklimatisiert (was bei 36° Celsius und fünfzig Minuten Fahrzeit sehr unangenehm wird) und neuerdings nimmt die U4-Station Schwedenplatz den Geruch der darunterliegenden U1-Station an, ein Umstand, der hoffentlich nur temporär ist (näheres dazu z.B.: Geruch in der U1-Station Schwedenplatz).


Alles in allem kann man aber nur ein Lob an die Wiener Linien aussprechen: Der Ersatzverkehr war gut organisiert und es ist schade, dass der 68er jetzt wieder eingestellt wird.

Montag, 20. August 2012

Noch einmal Rollerderby

Ein Update zu dem gestrigen Post:
Bessere und mehr Bilder vom Rollerderby inkl. Begleittext gibt es hier: derstandard.at
Allen Verletzten vom Samstag geht es inzwischen wieder besser, zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert.

Ab jetzt heißt es warten auf den nächsten Bout.


Sonntag, 19. August 2012

Rollerderby

Gestern fand am Eisring Süd das erste Rollerderby in Österreich statt. Dabei trafen die Vienna Rollergirls als Gastgeber auf das Team von Barockcity Rollerderby aus Ludwigsburg.

Ich habe vor ein paar Wochen einen Flyer zu der Veranstaltung gesehen und mich an den Film "Rollergirl" (das Regiedebut von Drew Barrymore) erinnert, den ich vor ungefähr einem Jahr gesehen habe. Da mich die Sportart nachdem ich den Film gesehen hatte, interessierte, wollte ich das Ganze schon gerne auch einmal live sehen.

Rollerderby ist eine Vollkontaktsportart, die von Frauen mit Rollschuhen ausgeführt wird. Zwei Teams zu fünf Spielern versuchen Punkte zu erzielen, indem sie Spielerinnen des gegnerischen Teams auf einem ovalen Rundkurs überholen, während diese genau das verhindern wollen. Dabei kommt es zu Blocks, Remplern und einer Menge von riskanten Überholmanövern.

Ich werde es mir hier sparen genauer auf die Regeln von Rollerderby einzugehen, dafür gibt es im Internet mehr als genug Quellen (z.B.: Wikipdia, für Lesefaule gibts eine Kurzform der Regeln in Videoform z.B.: hier: The basics of flat track roller derby).

Eine Besonderheit beim Rollerderby sind die Namen der Spielerinnen. In den Diensten der Vienna Rollergirls stehen z.B.: Anne Headaway, Hans-a-blast oder Hitney Houston, während bei den Gästen aus Ludwigsburg Laura Jean Breaker, Miss Handlung oder Jane Insane in der Aufstellung stehen.

Ausgestattet mit dem Basiswissen über Rollerderby, einer Spielerliste und einen Platz an der Bande warteten wir gestern also gespannt auf den Beginn des Bouts (so wird das Spiel genannt) , der auf 20:30 gesetzt war. Leider wurde der Start etwas verzögert, dafür hatten wir die Möglichkeit den Ludwigsburgern beim Aufwärmen zuzusehen (siehe Bild). Nach einer kuren Demorunde (sehr kunstvoll - in Zeitlupe zu Chariots of Fire) ging es dann auch endlich los.


Die ersten paar Jams (das sind 2-minütige Spielzüge, in die ein Bout unterteilt ist) war ich in erster Linie einmal verwirrt, das Spiel rennt schnell und ist etwas unübersichtlich. Von Jam zu Jam wurde es aber klarer, ich verstand ein paar taktische Kniffe, staunte über das eine oder andere gut getimte Übeholmanöver und freute mich über jeden Lead Jammer, den die Vienna Rollergirls hatten. Nach 30 Minuten Nettospielzeit ging es in die Pause, die Rollergirls hatten einen frühen Vorsprung verspielt und waren in Rückstand geraten.

Nach der Pause konnten sie aber den Bout drehen. Punkt um Punkt holten sie auf und ließen kaum noch Punkte für den Gegner zu. Die Stimmung in der Halle war dementsprechend, das Publikum jubelte über jeden Lead und jeden Punktegewinn. Am Ende stand es 217:136 für die Vienna Roller Girls - der erste Bout in Österreich wurde also von den Gastgebern gewonnen!

Einziger Wermutstropfen des Abends waren zwei Verletzungen, soweit ich es mitbekommen habe, geht es Anne Headaway aber wieder gut, von der verletzten Spielerin von Ludwigsburg weiß ich leider nichts.

Gedauert hat der Bout und die nachfolgende Spielerehrungen bis 23:15 - anschließend war noch die After-Bout-Party, bei der ich dann allerdings nicht mehr dabei war.

Fazit des Abends: Rollerderby mit einer anderen Sportart zu vergleichen ist meiner Meinung nach nicht möglich. Die Live-Moderatoren, die Musik, die auch während des Spiels gespielt wird und das Ganze drumherum haben viel mehr an ein Konzert erinnert als an ein Sportereignis. Gelohnt hat sich der Besuch aber auf alle Fälle, denn Spaß hat das Zuschauen gemacht. Ich hoffe, das bald wieder ein Bout in Wien stattfindet, denn dann bin ich wieder dabei.

Wer gerne mehr Information von den Rollergirls hätte, kann sich auf deren Homepage oder auf Facebook informieren. Dort gibt es auch den Termin für alle, die gerne ein Rollergirl oder ein Schiedsrichter werden wollen.

P.S. Leider sind die Fotos nicht gut geworden. Ich hatte die Wahl zwischen dunklen Bildern und unscharfen Bildern, mehr war mit meiner Kamera nicht drin. Zu allem Überfluss waren dann auch noch die Batterien leer. Deshalb gibts leider auch kein Bild von den Vienna Rollergirls.
Mit Moderation wurde durch den Abend geführt
Die Ludwigsburger beim Aufwärmen


Donnerstag, 16. August 2012

Natur bei McDonalds

Der McDonalds bei den Twin Towers hat einen kleinen Gastgarten, der neben Gemütlichkeit noch einen weiteren interessanten Aspekt hat. Man kommt dort nämlich (wenn man Glück hat) mit der "wilden", städtischen Natur in Kontakt.

Zuerst hatte ich Kontakt mit einer Wespe, die an den letzten Tropfen Cola Interesse hatte, die noch in meinem Becher waren. Nachdem sie sich sattgetrunken hatte, flog sie ohne Probleme zu machen wieder weiter.

Anschließend bekam ich Gesellschaft von einem Spatzen, der sich keinen halben Meter von mir entfernt auf meinen Tisch setzte und mich herausfordernd ansah. Zwei Tische weiter konnte man sehen, auf was er wartete. Denn dort hüpften drei Spatzen um ein stehengelassenes Tablett herum und holten sich die letzten Reste.

Das ist etwas, was mir an Wien gefällt. Es gibt überall kleine, manchmal versteckte Ruheoasen, wo man (wenn man aufmerksam ist) mit der Natur in Berührung kommt. Und sei es nur mit Wespen und Spatzen.

Montag, 9. Juli 2012

Politikeraussagen

"Der Bundespräsident muss aufpassen, dass die Freiheitliche Partei nicht ihn zum Rücktritt auffordert", und "Die Frau Präsidentin wird irgendwann aufpassen müssen, dass sie nicht ihren eigenen Bundeskanzler zum Rücktritt auffordert", wetterte Scheuch im Ö1-"Morgenjournal". (Quelle: derstandard.at)
So weit, so schlimm. Eine typische Aussage eines FPÖ/FPK-Mitglieds. Im Laufe des Tages überkam ihm aber ein wenig die Reue.

Scheuch erklärte seine Angriffe auf die höchsten Amtsträger der Republik damit, dass der ORF-Reporter ihm nicht gesagt habe, dass es sich bei der Anfrage um ein Interview handeln würde. Er sei lediglich gefragt worden, was er zu seiner erneuten Verurteilung sage. (Quelle: derstandard.at)
Das ist eine Aussage, die ich so nicht verstehe. Was macht es für einen Unterschied, ob es sich bei der Anfrage um ein Interview handelt? Gibt es Dinge, die man in einem Interview nicht sagen darf? Aber warum erzählt man sie dann den Medien?

Auf die Frage, ob er sich als Landeshauptmann theoretisch vorstellen könnte, sich von einem rechtskräftig wegen Korruption verurteilten Politiker vertreten zu lassen, meinte Dörfler: "Ich habe meinen eigenen Gerechtigkeitssinn." (Quelle: derstandard.at)
 Ja, das hat der Herr Landeshauptmann ja schon mehrfach gezeigt. In Dörflers Gerechtigkeitssinn ist, seiner eigenen Aussage nach, Korruption kein Problem - böse Zungen könnten behaupten, dass das zum freiheitlichen Kerngedankengut gehören muss, wenn man sich die Schlagezeilen zum U-Ausschuss angesehen hat.

 Es ist schon schlimm, wenn man an ein Antreten einer Stronach-Partei zur Nationalratswahl hoffen muss, die der FPÖ Proteststimmen wegnimmt. Aber sonst haben wir nächstes Jahr solche Menschen in der Regierung sitzen. Und bei Gedankenspielen wie Justizminister Scheuch oder Innenminister Strache läuft es mir kalt den Rücken runter.

Dienstag, 15. Mai 2012

Warum Uwe nachsitzen muss

Wenn Herr Scheuch meint, dass eine "Tetsch'n" den Schülern nicht schade und dann als Beispiel aufführt, dass es seiner Generation auch nicht geschadet habe, dann muss man doch ein wenig schmunzeln. Immerhin beweist er selbst mit dieser Aussage das Gegenteil.

Der jetzige Versuch die Aussage als Missverständnis hinzustellen ist mehr als peinlich. In welcher Welt bedeutet eine "Tetsch'n" eine Strafarbeit oder nachsitzen?

Trotzdem muss man Uwe Scheuch auch etwas verteidigen: In seiner Jugend war eine "Tetsch'n" no, na, net part of the game.