Wie bei unseren Reisen üblich war unser Flug wieder sehr früh, so dass auch ein frühes Aufstehen notwendig war - diesmal war es 4:30. Etwas Zeit konnten wir diesmal aber sparen, zum einen hatten wir schon vorab daheim eingecheckt und hatten damit schon unseren Boarding Pass, zum anderen hatten wir uns entschieden diesmal den City Airport Train (CAT) für unsere Anreise zum Flughafen zu verwenden. Den CAT kann man wirklich empfehlen. Innerhalb von einer Viertelstunde ist man am Flughafen, das Gepäck kann man schon vorab am Bahnhof Wien Mitte abgeben. Das ist um vieles komfortabler als die vergleichbare Anreise mit der Schnellbahn. Am Flughafen Schwechat durften wir dann auch den neuen Skylink "bewundern", wobei nicht ersichtlich ist, was genau daran jetzt so teuer ist. Am Flughafen hat sich überhaupt einiges geändert, unter anderem sind die Sicherheitskontrollen jetzt nicht mehr direkt am Gate sondern vorverlagert. Der Flug verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Erste Eindrücke in Italien:
In Italien haben wir erstmal versucht unsere Bahntickets über den Ticketautomaten zu kaufen (eingestellte Sprache war deutsch, die Sprache der Warn- und Fehlermeldungen blieb beharrlich italienisch), um sie dann doch direkt am Schalter zu besorgen (der Mann am Schalter verstand englisch). Die Züge in Italien sind ähnlich wie in Österreich - mit dem Unterschied, dass es in Italien keine Durchsagen gibt, welcher Halt der nächste ist. Somit war bei jedem Stopp Reaktionsgeschwindigkeit gefragt, um herauszufinden, wo man ist und ob man schon aussteigen soll.
Ein größeres Mysterium stellten die italienischen Busse dar. Da war zum einen die Namensgebung: Dreistellig (889), zweistellig (98), mit einem "F" am Ende oder überhaupt nur ein Buchstabe ("H"), alle Variationen an Benennung der Linien ist vorhanden. Zum anderen gibt es hier auch keine Durchsage, welche die nächste Station ist. Tickets kann man in den Bussen kaufen (aber nur bei manchen Linien), es gibt mehrere Arten von Entwertern und die Digitalanzeige, die anzeigt, wann der nächste Bus kommt, blieb bis zu den letzten Tagen ein Rätsel (5 ferm 9' - das bedeutet, der Bus hat noch 5 Stopps und kommt in 9 Minuten). Auch dass "Capolinea" kein Name einer Station, sondern einfach nur Endstation heißt, war eine wichtige Information, die wir von einem Einheimischen mit einem Schmunzeln im Gesicht bekamen. Das Überraschendste war aber: Das Fahrverhalten der Busfahrer in Italien ist ungestümer als das der Busfahrer in Österreich, da fahren die Busse auch ohne Weiteres ab und zu mit offenen Türen los und schütteln den gesamten Businhalt mit extremen Bremsmanövern durch. Die Busse passen sich damit aber dem Verkehr in Italien an, bei dem viele Verkehrsregeln als Vorschlag und nicht als Vorschrift verstanden werden. Vorfahrt hat oft das Fahrzeug, das sich die Vorfahrt nimmt und ein Zebrastreifen heißt nicht, dass Autos stehenbleiben. Wenn man also die Straße überqueren will, dann überquert man sie einfach und hofft, dass die Autos stehenbleiben. Teilweise parken die Autos auch in der Innenstadt einfach am Zebrastreifen und die Stehphase bei einer Ampel wird auch als Beginn eines Überholmanövers genutzt, das beim Losfahren in der Grün-Phase abgeschlossen wird. In einer Woche in Italien habe ich mehr ungewöhnliche Verkehrssituationen gesehen als in den letzten Jahren in Österreich.
Hotel:
Mit dem Ecohotel haben wir einen Volltreffer gelandet. Ohne Ausnahme waren alle Mitarbeiter des Hotels freundlich, das Frühstück war gut und mit ausreichend vielen Auswahlmöglichkeiten, die Zimmer waren sauber, groß genug und komfortabel. Das Konzept des Hotels ist auf Energiesparen und Ressourcenschonung ausgelegt, was aber nie nervig oder aufdringlich wirkt. Ein Highlight war aber das Shuttle-Service, das einem am Vormittag und am Abend vom Hotel zu einem von drei Stationen in die Innenstadt bzw. wieder zurück brachte. Wenn man etwas zum Kritisieren am Hotel sucht, wird man nur bei der Umgebung fündig. Die nähere Umgebung des Hotels wirkte wenig glamourös, am Abend waren des Öfteren Sirenen zu hören (es ist uns aber nicht bekannt, ob das die Rettung oder die Polizei war).
Sonntag - Park und Zoo:
Am Sonntag haben wir unseren "Pflichtbesuch" im Zoo absolviert und haben auf dem Weg dorthin die italienische U-Bahn kennengelernt. Diese besteht aus 2 Linien, Linie A verläuft von West nach Ost, Linie B von Nord nach Süd. In der U-Bahn selbst gibt es Durchsagen (die wir kaum verstanden haben), aber auch Anzeigen, welche die nächste Station ist.
Über den Piazza de popolo, einem imposanten Platz, in dessen Mitte ein riesiger Obelisk aufgestellt ist und der einen guten Ersteindruck römischer Architektur vermittelt, sowie einem netten kleinen Park kamen wir schließlich zum Zoo.
| Piazza de popolo |
Montag - Vittoriano, Forum Romanum und Palatin:
Eine der Sehenswürdigkeiten, die zum Pflichtprogramm für jeden Rom-Besucher gehört, ist das Forum Romanum, also der Hauptplatz des antiken Roms. Wir haben uns entschieden nicht direkt zum Forum zu fahren, sondern einen Teil der Strecke zu Fuß zurückzulegen. Am Weg dahin kamen wir an einer Frau vorbei, die uns mit einer bekannten Betrügermasche Geld abknöpfen wollte, trafen erste Regenschirmverkäufer und landeten bei ersten Ruinen, die zwar nicht das Forum waren, dafür aber der Platz, an dem Ceasar ermordet wurde. Heute wird der Platz von ungefähr 15 Katzen bewohnt, die man nicht füttern darf.
Bevor wir aber endlich das Forum erreichten, ragte das Vittoriano vor uns auf. Das Vittoriano ist ein riesiges Gebäude, das uns ab diesem Zeitpunkt bis zur Abreise begleitete, da man es aufgrund seiner Größe von jedem Aussichtspunkt aus sehen kann. Es beherbergt das Grab des unbekannten Soldaten und ein Museum zu den italienischen Unabhängigkeitskriegen und ist ein Monument zu Ehren des neugegründeten italienischen Staates und des ersten italienischen Königs Vittorio Emanuele II. Eine Horde von Sicherheitsleuten wacht darüber, dass man sich an die Regeln hält (nichts essen, nichts trinken, nicht auf den Stufen sitzen usw.) und pfeift bei Verstößen. Es gibt zwei Aussichtsplattformen, die untere ist zu Fuß erreichbar und man muss nichts zahlen, um hinzukommen, die obere ist nur per Lift erreichbar und kostet 7€, ein Tarif und auch ein Modell, dass in Rom sehr verbreitet ist: Für Eintrittspreise darf man die Sehenswürdigkeit sehen, Audioguides oder andere "Spezialitäten" kosten extra.
| Das Vittoriano |
Schließlich kamen wir endlich beim Forum Romanum an, wurden aber vom Regen zu einer kurzen Pause gezwungen. Die vorher schon an jeder Ecke stehenden Regenschirmverkäufer waren nun zahlreicher als die Touristen, wir haben aber den Regen ausgesessen und sind über den Palatin (einer der sieben Hügel, auf denen Rom erbaut wurde) zum Forum Romanum gekommen. Hier die Einzelheiten zu beschreiben würde den Rahmen sprengen, deshalb in aller Kürze: Viele alte Steine, Reste von Tempeln, Häuser, Statuen und Palästen und einige schöne Aussichtspunkte. Ich empfehle bei einem Besuch viel Zeit und Informationsmaterial mitzunehmen oder eine Führung zu machen. Zum Abschluss haben wir das Kolosseum aus der Nähe gesehen, aber den Besuch auf den Dienstag verschoben, das Forum und der Weg dorthin waren mehr als ausreichend für einen Tag.
| Teil eines ehemaligen Palastes am Palatin |
Dienstag - Spanische Treppe, Trevi-Brunnen und Kolosseum:
Am Dienstag begann unsere Reise bei der spanischen Treppe, wo wir nach wenigen Minuten durch starken Regen durchnässt waren. Zwar wären überall Schirmverkäufer gewesen (wirklich überall, das ist unvorstellbar, man muss das erlebt haben), aber wir kauften keinen Schirm. Zum einen waren wir ja schon nass, zum anderen spielten wir auf Zeit - es musste ja irgendwann aufhören zu regnen. Es hörte auch immer wieder auf, gerade solange, dass man trocken wurde, um dann wieder sintflutartig loszuregnen, so dass man wieder innerhalb von ein paar Minuten triefend nass war. So war es bei der spanischen Treppe, so war es beim Trevi-Brunnen (wo wir brav Geld hineingeworfen haben, um sicherzugehen, dass wir nocheinmal nach Rom kommen) und so war es schließlich auch beim Kolsseum.
Das Kolosseum ist ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Es ist schwer vorstellbar, dass ein solches Gebäude ohne Maschinen erbaut werden konnte. Im Inneren des Kolosseums gibt es Infotafeln und antike Fundstücke zu sehen, ehe man schließlich einen Blick in die Arena werfen kann, der Arenaboden ist allerdings nicht zu sehen, stattdessen sieht man die Bereiche, die damals unter dem Boden lagen.
| Das Kolsseum von innen |
Nach dem Kolosseumsbesuch (wir waren von den Anstrengungen der Vortage erschöpft und nass) wollten wir zurück ins Hotel fahren und auf dem Weg "noch schnell eine Kleinigkeit von einem Supermarkt für den Abend mitnehmen". Leider ist es in Italien wie in Deutschland und Supermärkte sind nicht, wie in Österreich, an jeder Ecke zu finden. So durchquerten wir einen Teil der Innenstadt, fanden aber nur Pizzerien und Eisgeschäfte. Vorangetrieben vom Regen (jetzt noch einen Regenschirm zu kaufen schien sinnlos) erreichten wir irgendwann den Hauptbahnhof, in dem es aber auch keinen Supermarkt gibt. Fündig wurden wir schließlich auf dem Weg zum Hotel.
Mittwoch - Der Vatikan:
Wieder trocken hatten wir für den Mittwoch einen Besuch im Vatikan eingeplant. Um zur sixtinischen Kapelle zu kommen (einer der Gründe für den Vatikanbesuch), muss man quer durch die vatikanischen Museen gehen. Die Museen enthalten Artefakte aus allen Epochen, unter anderem ägyptische Tafeln mit Hieroglyphen, griechische und römische Skulpturen, Bilder und andere Kunstwerke. Dass die katholische Kirche jemals an Geldmangel leidet, kann ich mir nicht vorstellen, die Artefakte müssen ein Vermögen wert sein. Über verschlungene, etwas verwirrende Pfade kommt man schließlich zur sixtinischen Kapelle in der man nicht reden und fotografieren, aber dafür das berühmte Deckengemälde mit Gott und Adam bewundern darf. Der Blick nach oben lohnt sich in den vatikanischen Museen aber in fast jedem Raum, da viele mit beeindruckenden Deckengemälden ausgestattet sind.
Am Nachmittag waren wir dann vor, im und auf dem Petersdom. Es war ein tolles Gefühl auf dem Petersplatz zu stehen, den Platz, den man schon so oft zuvor im Fernsehen gesehen hatte, einmal im Leben selbst bewundern zu können. Unser Ziel war aber die Kuppel, um den bestmöglichen Überblick über Rom zu bekommen. Für den Aufstieg gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man bewältigt den gesamten Weg zu Fuß (über 500 Stufen) oder man fährt den ersten Teil mit einem Aufzug und geht den restlichen Weg zu Fuß (über 300 Stufen). Nachdem die ganze Woche bis dorthin schon anstrengend genug gewesen war, entschieden wir uns für den "leichten" Weg, eine Entscheidung, die wir nicht bereut haben, da der Aufstieg ein wahres Abenteuer ist. Einen Teil der Stufen darf man auf einer Wendeltreppe hinter sich bringen, schließlich werden die Stufen kleiner und der Gang (durch die Kuppelform) beginnt sich zu neigen, sodass man schief und leicht gebückt nach oben gehen muss. Kurz vor dem Ende kommt man noch in einen stickigen, sehr heißen Zwischenraum, ehe man zum Abschluss kommt. Einer Wedeltreppe mit sehr kleinen Stufen, sodass in der Mitte ein Seil angebracht wurde, um zusätzlichen Halt zu haben. Aber die Mühen haben sich gelohnt: Der Ausblick vom Petersdom ist sehr schön (auch von hier konnte man sehr deutlich das Vittoriano sehen). Ein anderer Besucher war von dem Ausblick so überwältigt, dass er aus Versehen sein Handy fallen ließ. Ob er es jemals wieder gefunden hat, ist uns nicht bekannt, ich bezweifle es aber.
| Blick vom Petersdom |
| Der Petersdom |
Am Weg zurück zum Hotel sind wir noch an der Engelsburg vorbeigegangen und haben auch die Engel auf den Brücken dorthin bewundert.
Donnerstag - Pantheon:
Den Donnerstag haben wir für einen gemütlichen Spaziergang durch die Innenstadt genutzt und kamen dabei noch einmal an der Spanischen Treppe und am Trevi-Brunnen vorbei (und konnten diese damit auch einmal bei Sonnenschein sehen).
Dabei statteten wir auch dem Pantheon einen Besuch ab, einem ehemaligen Tempel, der jetzt eine Kirche ist. Das Besondere am Pantheon ist die Kuppel, die einst die größte der Welt war. Die Kuppel ist in der Mitte offen, so dass ein Sonnenstrahl durch das Dach durchscheinen kann, der einen kleinen Kreis auf der Innenseite der Kuppel beleuchtet. Das Panteon beherbergt die Gräber von Vittorio Emanuele II. und Raphael.
Freitag - Rückreise:
Am Freitag hatten wir noch ein wenig Zeit bis zum Abflug, die wir mit einem Spaziergang in Hotelnähe überbrückten. Die Reise verlief ohne größere Zwischenfälle (ein paar Lufthansa-Passagiere wurden wegen des Streiks in Deutschland auf unseren Flug umgebucht), leider verzögerte sich der Abflug aber um ca. 45 Minuten. In der Nacht zu fliegen ist übrigens sehr schön, weil man die ganzen hell erleuchteten Städte von oben sehen kann.
Rom allgemein:
Die Menschen ist Italien sind im Großen und Ganzen sehr freundlich, die Innenstadt ist schön und mit Englisch kann man sich dort sehr gut verständigen.
Die äußeren Gegenden von Rom sind weniger schön, die Straßen und Gehsteige sind in einem schlechten Zustand und haben einige Löcher. Es gibt viele Müllcontainer, die anscheinend alle voll sind, hier kann zwar nicht jeder englisch, aber man kommt irgendwie zurecht.
Die Waschbecken in den Toiletten sind ungewohnt, zum Teil muss der Wasserhahn dort mit Pedalen aufgedreht werden. Die Straßennamen klingen alle ähnlich, die Straßen selbst sind verwinkelt und laden zum Verlaufen ein.
Fazit:
Allein wegen der Fülle an Sehenswürdigkeiten, die wirklich beeindruckend sind kann man einen Urlaub in Rom bedenkenlos empfehlen. Wir haben die knappe Woche genossen und werden gerne wiederkommen.
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