"Der Bundespräsident muss aufpassen, dass die Freiheitliche Partei nicht ihn zum Rücktritt auffordert", und "Die Frau Präsidentin wird irgendwann aufpassen müssen, dass sie nicht ihren eigenen Bundeskanzler zum Rücktritt auffordert", wetterte Scheuch im Ö1-"Morgenjournal". (Quelle: derstandard.at)So weit, so schlimm. Eine typische Aussage eines FPÖ/FPK-Mitglieds. Im Laufe des Tages überkam ihm aber ein wenig die Reue.
Scheuch erklärte seine Angriffe auf die höchsten Amtsträger der Republik damit, dass der ORF-Reporter ihm nicht gesagt habe, dass es sich bei der Anfrage um ein Interview handeln würde. Er sei lediglich gefragt worden, was er zu seiner erneuten Verurteilung sage. (Quelle: derstandard.at)Das ist eine Aussage, die ich so nicht verstehe. Was macht es für einen Unterschied, ob es sich bei der Anfrage um ein Interview handelt? Gibt es Dinge, die man in einem Interview nicht sagen darf? Aber warum erzählt man sie dann den Medien?
Auf die Frage, ob er sich als Landeshauptmann theoretisch vorstellen könnte, sich von einem rechtskräftig wegen Korruption verurteilten Politiker vertreten zu lassen, meinte Dörfler: "Ich habe meinen eigenen Gerechtigkeitssinn." (Quelle: derstandard.at)Ja, das hat der Herr Landeshauptmann ja schon mehrfach gezeigt. In Dörflers Gerechtigkeitssinn ist, seiner eigenen Aussage nach, Korruption kein Problem - böse Zungen könnten behaupten, dass das zum freiheitlichen Kerngedankengut gehören muss, wenn man sich die Schlagezeilen zum U-Ausschuss angesehen hat.
Es ist schon schlimm, wenn man an ein Antreten einer Stronach-Partei zur Nationalratswahl hoffen muss, die der FPÖ Proteststimmen wegnimmt. Aber sonst haben wir nächstes Jahr solche Menschen in der Regierung sitzen. Und bei Gedankenspielen wie Justizminister Scheuch oder Innenminister Strache läuft es mir kalt den Rücken runter.