
Start unserer dreitägigen Reise ins winterliche Tirol war am Westbahnhof um 9:40, also zu einer Zeit, wo ich in meinem Urlaub normalerweise erstmals darüber nachdenke aufzustehen. Ausgerüstet waren wir mit einer riesigen, vollen Tasche, einem Sackerl mit großen Geschenken und einem gefülltem Rucksack.
Die Zugfahrt war wenig aufregend. Bis Salzburg war der Zug voll, da konnten wir froh sein, reserviert zu haben. In Salzburg wurden dann auch die Plätze gegenüber von uns frei, sodass wir auch nach 3 Stunden endlich wieder unsere Beine bewegen konnten. Die Durchfahrt durchs deutsche Eck habe ich dann verschlafen, die unmenschliche Aufsteh-Zeit hatte ihren Tribut gefordert. Bei der Fahrt von Kufstein nach Innsbruck durfte ich dann schon die drei Besonderheiten des Tirolerischen genießen:
1) Verwende häufig das Wort "lei".
2) Sprich das "s" als "sch" aus.
3) Betone das "k" (den daraus entstehenden Laut kann man schwer in Buchstaben fassen)
Die Sprachdifferenzen wurden dann auch fast zum Problem, da die Kommunikation mit dem ÖBB-Bediensteten für die Reservierung von Sitzplätzen für die Rückfahrt nicht reibungslos verlief (was allerdings auch daran liegen könnte, dass er bei der Bahn arbeitet).
Das Abholkomitee konnte uns dann sicher zu unserer Pension geleiten, wo wir Freuden feststellen durften, dass wir ein Raucherzimmer haben.
Der Spätnachmittag wurde dann mit den Verwandten verbracht. Meine Neffen zeichnen sich durch viel Energie, Kommunikationsfreude und Lebendigkeit (Steffen) bzw. durch große Augen und Entdeckungsdrang (Andreas) aus und wurden von uns sofort ins Herz geschlossen. Anschließend gingen wir in die Pension zurück in der es im Zimmer irgendwie sehr kalt war.

Am Sonntag war der Besuch im Alpenzoo angebracht. Im Alpenzoo war es kalt, aber dafür sieht man einige interessante Tiere, die es sonst in Zoos seltener zu sehen gibt (wie Raben, Wildschweine, Elche und Braunbären). Während wir hinauf noch mit einem Bus unterwegs waren, dessen Fahrer eine gute Etappenzeit für die Fahrt durch die steil ansteigenden, engen Straßen erreichen wollte, gingen wir per pedes wieder nach unten, fanden noch ein paar sprechende Papageien und gelangten direkt in die Innenstadt.

Auch dort war es kalt. In der Hofkirche durften wir die schwarzen Mander bewundern. Diese interessanten Figuren sind aus Bronze und wurden schwarz angemalt. Später wurde die Farbe wieder entfernt. Schwarz sind sie trotzdem. Ihre Aufgabe ist es das Grab Maximilians I. zu bewachen, das aber leer ist, da dieser in Wr. Neustadt liegt. Unter den Figuren befindet sich Verwandtschaft des Kaisers wie etwa sein Vater oder Schwiegervater, seine Frauen, aber auch ein Babenberger oder Sagengestalten wie König Artur. Außerdem liegt Andreas Hofer dort.
Natürlich sahen wir auch das goldene Dachl. Das Beeindruckenste an der Innenstadt sind aber die wunderschonen Häuserfronten wo natürlich, wie in ganz Innsbruck, Heiligenbilder nicht fehlen dürfen. Völlig durchgefroren verbrachten wir den Abend wieder bei meinem Bruder.
Am Montag haben wir uns den Triumphbogen angesehen und sind nochmal ein wenig durch die Innenstadt gewandert und sind am Boznerplatz (DKT!) vorbeigekommen. Es war kalt. Am Nachmittag und Abend waren wir wieder bei meinem Bruder zu Besuch.
Auf der Heimreise am Dienstag mussten wir einen Vorarlberger von unserem reservierten Platz vertreiben und durften uns die restliche Zugfahrt an einem schleimigen Außenministeriumsmitarbeiter und an einem überkommunikativem Kind erfreuen. Nach fünf erneuten Stunden ohne Beinbewegung kamen wir wieder in Wien an. Während wir durchs deutsche Eck fuhren, habe ich übrigens wieder gedöst.
Fazit: Innsbruck hat schöne Häuser, eine eigenartige Sprache und ein gut ausgebautes Verkehrsnetz. Außerdem ist es dort sehr kalt und ständig von schneebedeckten Bergen umgeben zu sein, ist für einen Flachländer gewöhnungsbedürftig. Trotzdem werden wir 2009 wahrscheinlich wieder hinfahren.