Eines vorweg: Wer einem (mit Trailern) dreistündigem Kinobesuch nichts abgewinnen kann, für den ist "Watchmen" kein Film.
Am Anfang ist es etwas mühsam. Man lernt erstmal die einzelnen Charaktere kennen, der Film springt in verschiedenen Jahren herum, wechselt oftmals die Position des Betrachters und gibt dem Zuseher nur ein paar Puzzleteile in die Hand. Je länger der Film dauert, je mehr Puzzleteile man in die Hände bekommt und je klarer das Gesamtbild wird, umso besser, spannender und mitreißender wird der Film.
Die Figuren sind sehr gut dargestellt und zwar alle. Das ist besonders erwähnenswert, da durchwegs eher unbekannte Schauspieler mitgespielt haben (Dass Jeffrey Dean Morgan alias Denny Duquette aus "Grey's Anatomy" den Comedian spielt habe ich nicht erkannt).
Gute Schauspieler, eine Geschichte, die weit weg vom üblichen Einerlei ist und zum Nachdenken anregt, eine durchgängig glaubwürdige Atmosphäre, tolle Charaktere, die nicht alle eindeutig gut oder böse sind - das alles sind Zutaten, die diesen Film zu etwas Besonderem machen.
Was allerdings gestört hat: Viele Szenen sind am Anfang unnötig blutrünstig. Das hat nicht gut zum Film gepasst.
Ansonsten ist der Film die beste Comicverfilmung überhaupt. Nur Batman kann mithalten. Marvel Comics sind einfach nicht gut genug!
Donnerstag, 19. März 2009
World of Verbotscraft
In Niedersachsen wird zurzeit diskutiert ob die Altersbeschränkung für World of Warcraft von 12 auf 18 Jahre angehoben wird. Grund dafür ist nicht etwa die Darstellung von Gewalt, sondern die Suchtgefahr, die von dem Online-Rollenspiel ausgeht.
Warum dann nicht auch darüber diskutiert wird, dass man Zigaretten und Alkohol ebenfalls erst ab 18 Jahren freigibt, ist mir unklar.
Was aber viel bedenklicher ist:
Allerdings wissen viele Eltern nicht, was in den Kinderzimmern passiert, in die sich der Nachwuchs stundenlang zurückzieht. Nach der KFN-Studie verbringen die von den Autoren als abhängig klassifizierten Spieler weit mehr Zeit vor dem PC, als sie eigentlich wollen, sie isolieren sich sozial, schwänzen die Schule, schlafen schlecht. "12,3 Prozent der Abhängigen haben schon häufig über Selbstmord nachgedacht", berichtete Pfeiffer. (Quelle: futurezone.orf.at)
Eltern sind Erziehungsberechtigte, sie tragen die Sorge dafür, dass sich ihre Kinder gut entwickeln. Wenn Kinder sich stundenlang in ihr Kinderzimmer zurückziehen, dann sollte man einfach versuchen herauszufinden, warum das so ist. Wie? Indem man die Kinder einfach fragt, diese sollten nämlich in der Lage sein zu sprechen. Wenn das mal erledigt ist, kann man Maßnahmen setzen. Sitzt das Kind wirklich die ganze Zeit vor dem Computer und zeigt ein gefährliches Suchtverhalten? Blizzard bietet ein Tool mit dem die Spielzeit reguliert werden kann. Zudem kann man Kindern Alternativen anbieten.
Dass Spieler länger spielen als sie wollen, kann ich mir nicht vorstellen. Wenn mir soziale Kontakte wichtig sind, pflege ich sie, anstatt Computer zu spielen.
Der Gipfel ist die Aussage über die Selbstmordgedanken. Meiner Erfahrung nach denken Teenager häufig über Selbstmord nach, mindestens jedesmal wenn sie unglücklich verliebt sind. Deshalb würden sie es allerdings nicht tun. Da vor allem Spieler Abhängigkeiten entwickeln, die sich mit dem Spiel in eine Fantasywelt flüchten wollen, ist die Rate derer, die ansonsten unglücklich sind möglicherweise höher. Selbstmordgedanken aber mit dem Spiel zu verknüpfen ist grober Unfug.
Jugendliche Computerspieler zu kriminalisieren, ist auf alle Fälle der total falsche Weg. Erstens trägt ein Verbot nur dazu bei, die Kommunikationsschwierigkeiten mit den Eltern zu verstärken, andererseits raubt man tausenden Menschen ihr Hobby. Und nicht zuletzt gibt es auch Familien, die zusammen World of Warcraft spielen.
Ich gehe aber noch einen Schritt weiter:
Solange das PC-Spielen nicht zur Sucht wird, finde ich es in Ordnung wenn Jugendliche ihre Freizeit vor dem Computer verbringen. Denn ob ein Mensch Briefmarken sammelt, Fußball spielt, Modellautos baut, gerne Bücher liest oder am PC spielt ist egal – sein Hobby sollte man sich frei von Zwängen selbst aussuchen dürfen.
In diesem Sinne: Wie versteckt sich ein Taure im Kirschbaum?
Warum dann nicht auch darüber diskutiert wird, dass man Zigaretten und Alkohol ebenfalls erst ab 18 Jahren freigibt, ist mir unklar.
Was aber viel bedenklicher ist:
Allerdings wissen viele Eltern nicht, was in den Kinderzimmern passiert, in die sich der Nachwuchs stundenlang zurückzieht. Nach der KFN-Studie verbringen die von den Autoren als abhängig klassifizierten Spieler weit mehr Zeit vor dem PC, als sie eigentlich wollen, sie isolieren sich sozial, schwänzen die Schule, schlafen schlecht. "12,3 Prozent der Abhängigen haben schon häufig über Selbstmord nachgedacht", berichtete Pfeiffer. (Quelle: futurezone.orf.at)
Eltern sind Erziehungsberechtigte, sie tragen die Sorge dafür, dass sich ihre Kinder gut entwickeln. Wenn Kinder sich stundenlang in ihr Kinderzimmer zurückziehen, dann sollte man einfach versuchen herauszufinden, warum das so ist. Wie? Indem man die Kinder einfach fragt, diese sollten nämlich in der Lage sein zu sprechen. Wenn das mal erledigt ist, kann man Maßnahmen setzen. Sitzt das Kind wirklich die ganze Zeit vor dem Computer und zeigt ein gefährliches Suchtverhalten? Blizzard bietet ein Tool mit dem die Spielzeit reguliert werden kann. Zudem kann man Kindern Alternativen anbieten.
Dass Spieler länger spielen als sie wollen, kann ich mir nicht vorstellen. Wenn mir soziale Kontakte wichtig sind, pflege ich sie, anstatt Computer zu spielen.
Der Gipfel ist die Aussage über die Selbstmordgedanken. Meiner Erfahrung nach denken Teenager häufig über Selbstmord nach, mindestens jedesmal wenn sie unglücklich verliebt sind. Deshalb würden sie es allerdings nicht tun. Da vor allem Spieler Abhängigkeiten entwickeln, die sich mit dem Spiel in eine Fantasywelt flüchten wollen, ist die Rate derer, die ansonsten unglücklich sind möglicherweise höher. Selbstmordgedanken aber mit dem Spiel zu verknüpfen ist grober Unfug.
Jugendliche Computerspieler zu kriminalisieren, ist auf alle Fälle der total falsche Weg. Erstens trägt ein Verbot nur dazu bei, die Kommunikationsschwierigkeiten mit den Eltern zu verstärken, andererseits raubt man tausenden Menschen ihr Hobby. Und nicht zuletzt gibt es auch Familien, die zusammen World of Warcraft spielen.
Ich gehe aber noch einen Schritt weiter:
Solange das PC-Spielen nicht zur Sucht wird, finde ich es in Ordnung wenn Jugendliche ihre Freizeit vor dem Computer verbringen. Denn ob ein Mensch Briefmarken sammelt, Fußball spielt, Modellautos baut, gerne Bücher liest oder am PC spielt ist egal – sein Hobby sollte man sich frei von Zwängen selbst aussuchen dürfen.
In diesem Sinne: Wie versteckt sich ein Taure im Kirschbaum?
Samstag, 14. März 2009
Tims Erbe
Ein Amoklauf an einer Schule, Fassungslosigkeit und Trauer, sensationsgeile Medien und Ratlosigkeit. Das war der Anfang.Nur EINEN Tag hat es gedauert, bis man den Computer des Schützen durchforsten konnte und dann erklärte, man habe Counterstrike darauf gefunden. Am selben Tag wurde im österreichischen Nationalrat schon wieder über Verbote o.ä. diskutiert. Und wieder haben wir das leidige Thema "Killerspiele".
Anzumerken ist meiner Meinung nach:
- Ego-Shooter sind Computerspiele, die einer Altersbeschränkung unterliegen. Wenn ein Jugendlicher an ein Spiel kommt, das für sein Alter nicht geeignet ist, dann liegt hier ein Versäumnis des Händlers vor, der das Spiel verkauft hat oder (was wahrscheinlicher ist) das Spiel ist aus dem Internet und die Eltern haben die Aufsichtspflicht verletzt. Warum man solche Spiele für die Gesamtheit verbieten will, ist unklar. Auch hochprozentiger Alkohol ist für Jugendliche verboten. Wenn es aber einen Fall von Alkoholmissbrauch gibt, denkt niemand daran Alkohol für alle zu verbieten. Warum also bei Computerspielen?
- Menschen, die zwischen einem Computerspiel und der Realität nicht unterscheiden können, haben ein schweres psychisches Problem. Das ist nicht die Schuld eines Computerspiels.
- Der Vater des Schützen war ein Waffennarr, der über ein Dutzend Waffen daheim hatte. Die Tatwaffe war nicht versperrt.
- Das Abfeuern einer virtuellen Waffe mit Maus und Tastatur kann die Hemmschwelle für das tatsächliche Abfeuern einer Waffe nicht senken. Jeder, der beides schon getan hat, weiß das.
- Etliche Millionen von Menschen spielen Computerspiele. Viele von ihnen töten dabei das eine oder andere Mal menschliche Gegner. Keiner kommt aufgrund des Spiels auf die Idee das Gesehene in die Tat umzusetzen.
- Die Menschen haben sich daran gewöhnt, man muss ihnen nichts Neues präsentieren.
- Viele Menschen haben Angst vor solchen Spielen, weil sie nicht wissen, was los ist. Sie kennen nur von Spielen, was ihnen Medien sagen: Computerspieler sind assoziale Stubenhocker, unfähig zur Kommunikation, leben nur in einer Traumwelt und spielen "Killerspiele". Perfekte Sündenböcke am Rand der Gesellschaft.
- Hat man Computerspiele als das Böse erkannt, braucht man sich nicht mehr um die eigentlichen Probleme kümmern. Probleme wie: Arbeitslosigkeit, keine Zukunftsperspektiven, Leistungsdruck und eine Menge von Problemen, die das Erwachsenwerden mit sich bringen und die schwer alleine zu bewältigen sind.Aber das sind Probleme, die viel zu kompliziert zu lösen sind. Dann schon lieber etwas Einfaches.
- Klassische Sündenböcke ziehen nicht mehr: Das Fernsehen ist allgemein anerkannt und ein Angriff darauf würde zuviele Menschen verärgern.
- Computerspieler haben keine große Lobby. Tabak, Alkohol und Waffen sind in der Altersgruppe der Entscheidungsträger anerkannt, Leichte Drogen und Computerspiele nicht. Deshalb sind Rauchergesetze nicht restriktiv genug, leichte Drogen aber verboten.
Wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen, dass die Themen „Killerspiele“ und „Ortstafeln“ immer wieder in den Medien auftauchen.
Freitag, 6. März 2009
Teilzeithippie
Annett Louisan war am Montag im Rahmen ihrer Teilzeithippie-Tour zu Gast in der Wiener Stadthalle. Um es in einem Wort zu sagen: Fabelhaft!Als "Vorband" trat Annetts Freund Martin Gallop auf, der gleich anfänglich richtig Stimmung gemacht hat und alle anderen Vorbands in den Schatten stellte. Das Konzert selbst war dann wunderbar. Schwerpunkt war natürlich die aktuelle CD, die ja alle möglichen Musikstile vereint. Größte Überraschung war "Ich brauch Stoff" - so viel Power hätte man Annett gar nicht zugetraut. Auch "Sexy Loverboy" ist ein ganz neuer Stil.
Aber auch die "alten" Lieder durften nicht fehlen, "Die Trägheit" und "Das alles wär nie passiert", aber auch Gefühlvolles wie "Ende Dezember" gab sie zum Besten.
Ein weiteres Highlight waren die ausgeprägten Soli ihrer tollen Band. Zwei Zugaben gehören ja inzwischen zum guten Ton und fehlten auch hier nicht. Eines steht fest: Beim nächsten Wien-Konzert bin ich wieder dabei.
Nach der Wahl ist vor der Wahl
Kopfschütteln. Zu mehr war ich letzten Sonntag Abend nicht mehr fähig. Fast 45% für das BZÖ. Wie sehr die Kärntner Jörg Haider geliebt haben, sieht man an der Tatsache, dass sie auch so einen niveaulosen Politiker wie Dörfler wählen, eine Partei unterstützen, die im Rest Österreichs de facto nicht existiert und deren Exponenten in den letzten Jahren am laufenden Band das Gesetz gebrochen haben. Das einzige, dass man als Ausrede gelten lassen kann, ist die Tatsache, dass die Konkurrenz nicht wirklich groß war. Die SPÖ hat in Kärnten ein Problem (Rohr ist der 3. Obmann seit der letzten Wahl), Leute wie Seifried hegen offen mehr Sympathie für das BZÖ als für die SPÖ, die ÖVP und die Grünen waren in Kärnten bestenfalls Mehrheitsbeschaffer und die FPÖ ist dank der Übermacht der orangefarbenen Bruderpartei überflüssig.
In Salzburg wurde auch gewählt. Im Prinzip ist das passiert, was auch bei den nächsten Wahlen (besonders in Wien) passieren wird. Die FPÖ wird Stimmen von der SPÖ (und auch der ÖVP) bekommen, die Grünen werden bestenfalls stagnieren. Das Ganze wird wieder solange gehen, bis die FPÖ Regierungsverantwortung übernehmen muss, dann dreht sich alles wieder. Alles schon mal dagewesen.
Nur eines bleibt als Frage: Die letzte Regierung wurde kritisiert, weil sie hauptsächlich mit Streiten beschäftigt war, diese Regierung wird zynisch und geringschätzig als "Kuschelkoalition" bezeichnet (beides führte zu Stimmverlusten) Was wird denn erwartet? Bei dieser Regierung hat man wenigstens das Gefühl, dass gearbeitet wird.
In Salzburg wurde auch gewählt. Im Prinzip ist das passiert, was auch bei den nächsten Wahlen (besonders in Wien) passieren wird. Die FPÖ wird Stimmen von der SPÖ (und auch der ÖVP) bekommen, die Grünen werden bestenfalls stagnieren. Das Ganze wird wieder solange gehen, bis die FPÖ Regierungsverantwortung übernehmen muss, dann dreht sich alles wieder. Alles schon mal dagewesen.
Nur eines bleibt als Frage: Die letzte Regierung wurde kritisiert, weil sie hauptsächlich mit Streiten beschäftigt war, diese Regierung wird zynisch und geringschätzig als "Kuschelkoalition" bezeichnet (beides führte zu Stimmverlusten) Was wird denn erwartet? Bei dieser Regierung hat man wenigstens das Gefühl, dass gearbeitet wird.
Abonnieren
Posts (Atom)