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Mittwoch, 22. August 2012

Adieu, 68er

 Als ich das erste Mal gehört hatte, dass diesen Sommer die U1 zwischen Reumannplatz und Schwedenplatz nicht fahren würde, war ich besorgt. Ich hatte befürchtet, dass die Wiener Linien einen einfachen Schienenersatzverkehr einrichten würden und konnte mir nicht vorstellen, dass dieser die Masse an Personen bewältigen könnte, die täglich diese Strecke mit der U1 zurücklegen.

Zum Glück habe ich mich getäuscht. Statt einem einfachen Ersatzverkehr wurden die Linien 66 und 68 eingerichtet, die den 67er und die U1 auf dem gesperrten Teilstück ersetzten.

Hauptbahnhof
Belvedere
Während man bei der U1 die Fahrt im Dunkeln verbringen muss, wird einem auf der Linie 68 einiges geboten. Man kommt an der Baustelle des Hauptbahnhofs vorbei (und staunt über ca. 20 eng aneinanderstehende Kräne), fährt dann die Prinz-Eugen-Straße entlang (auf der linken Seiten sind Botscaften von rund einem Dutzend Staaten, auf der rechten Seite ist das geschichtsträchtige Schloss Belvedere), überquert den Schwarzenbergplatz mit seinen beeindruckenden Gebäuden, dem Hochstrahlbrunnen und dem Russendenkmal, fährt dann noch ein wenig den Ring entlang und kommt zu guter Letzt am alten Kriegsministerium vorbei. Eine wirklich beeindruckende Strecke mit einigen Sehenswürdigkeiten, die jeder U-Bahnfahrt vorzuziehen ist.

Auch sonst kann man den Wiener Linien keinen Vorwurf machen, die Intervalle für die Linie 68 waren ok, meine Fahrzeit in die Arbeit nur um zehn Minuten länger als mit der U1 und mit einer Ausnahme lief alles reibungslos ab.

Wenn man trotzdem etwas zum Jammern sucht, kann man natürlich aber auch fündig werden: Die meisten Straßenbahngarnituren waren unklimatisiert (was bei 36° Celsius und fünfzig Minuten Fahrzeit sehr unangenehm wird) und neuerdings nimmt die U4-Station Schwedenplatz den Geruch der darunterliegenden U1-Station an, ein Umstand, der hoffentlich nur temporär ist (näheres dazu z.B.: Geruch in der U1-Station Schwedenplatz).


Alles in allem kann man aber nur ein Lob an die Wiener Linien aussprechen: Der Ersatzverkehr war gut organisiert und es ist schade, dass der 68er jetzt wieder eingestellt wird.

Montag, 20. August 2012

Noch einmal Rollerderby

Ein Update zu dem gestrigen Post:
Bessere und mehr Bilder vom Rollerderby inkl. Begleittext gibt es hier: derstandard.at
Allen Verletzten vom Samstag geht es inzwischen wieder besser, zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert.

Ab jetzt heißt es warten auf den nächsten Bout.


Sonntag, 19. August 2012

Rollerderby

Gestern fand am Eisring Süd das erste Rollerderby in Österreich statt. Dabei trafen die Vienna Rollergirls als Gastgeber auf das Team von Barockcity Rollerderby aus Ludwigsburg.

Ich habe vor ein paar Wochen einen Flyer zu der Veranstaltung gesehen und mich an den Film "Rollergirl" (das Regiedebut von Drew Barrymore) erinnert, den ich vor ungefähr einem Jahr gesehen habe. Da mich die Sportart nachdem ich den Film gesehen hatte, interessierte, wollte ich das Ganze schon gerne auch einmal live sehen.

Rollerderby ist eine Vollkontaktsportart, die von Frauen mit Rollschuhen ausgeführt wird. Zwei Teams zu fünf Spielern versuchen Punkte zu erzielen, indem sie Spielerinnen des gegnerischen Teams auf einem ovalen Rundkurs überholen, während diese genau das verhindern wollen. Dabei kommt es zu Blocks, Remplern und einer Menge von riskanten Überholmanövern.

Ich werde es mir hier sparen genauer auf die Regeln von Rollerderby einzugehen, dafür gibt es im Internet mehr als genug Quellen (z.B.: Wikipdia, für Lesefaule gibts eine Kurzform der Regeln in Videoform z.B.: hier: The basics of flat track roller derby).

Eine Besonderheit beim Rollerderby sind die Namen der Spielerinnen. In den Diensten der Vienna Rollergirls stehen z.B.: Anne Headaway, Hans-a-blast oder Hitney Houston, während bei den Gästen aus Ludwigsburg Laura Jean Breaker, Miss Handlung oder Jane Insane in der Aufstellung stehen.

Ausgestattet mit dem Basiswissen über Rollerderby, einer Spielerliste und einen Platz an der Bande warteten wir gestern also gespannt auf den Beginn des Bouts (so wird das Spiel genannt) , der auf 20:30 gesetzt war. Leider wurde der Start etwas verzögert, dafür hatten wir die Möglichkeit den Ludwigsburgern beim Aufwärmen zuzusehen (siehe Bild). Nach einer kuren Demorunde (sehr kunstvoll - in Zeitlupe zu Chariots of Fire) ging es dann auch endlich los.


Die ersten paar Jams (das sind 2-minütige Spielzüge, in die ein Bout unterteilt ist) war ich in erster Linie einmal verwirrt, das Spiel rennt schnell und ist etwas unübersichtlich. Von Jam zu Jam wurde es aber klarer, ich verstand ein paar taktische Kniffe, staunte über das eine oder andere gut getimte Übeholmanöver und freute mich über jeden Lead Jammer, den die Vienna Rollergirls hatten. Nach 30 Minuten Nettospielzeit ging es in die Pause, die Rollergirls hatten einen frühen Vorsprung verspielt und waren in Rückstand geraten.

Nach der Pause konnten sie aber den Bout drehen. Punkt um Punkt holten sie auf und ließen kaum noch Punkte für den Gegner zu. Die Stimmung in der Halle war dementsprechend, das Publikum jubelte über jeden Lead und jeden Punktegewinn. Am Ende stand es 217:136 für die Vienna Roller Girls - der erste Bout in Österreich wurde also von den Gastgebern gewonnen!

Einziger Wermutstropfen des Abends waren zwei Verletzungen, soweit ich es mitbekommen habe, geht es Anne Headaway aber wieder gut, von der verletzten Spielerin von Ludwigsburg weiß ich leider nichts.

Gedauert hat der Bout und die nachfolgende Spielerehrungen bis 23:15 - anschließend war noch die After-Bout-Party, bei der ich dann allerdings nicht mehr dabei war.

Fazit des Abends: Rollerderby mit einer anderen Sportart zu vergleichen ist meiner Meinung nach nicht möglich. Die Live-Moderatoren, die Musik, die auch während des Spiels gespielt wird und das Ganze drumherum haben viel mehr an ein Konzert erinnert als an ein Sportereignis. Gelohnt hat sich der Besuch aber auf alle Fälle, denn Spaß hat das Zuschauen gemacht. Ich hoffe, das bald wieder ein Bout in Wien stattfindet, denn dann bin ich wieder dabei.

Wer gerne mehr Information von den Rollergirls hätte, kann sich auf deren Homepage oder auf Facebook informieren. Dort gibt es auch den Termin für alle, die gerne ein Rollergirl oder ein Schiedsrichter werden wollen.

P.S. Leider sind die Fotos nicht gut geworden. Ich hatte die Wahl zwischen dunklen Bildern und unscharfen Bildern, mehr war mit meiner Kamera nicht drin. Zu allem Überfluss waren dann auch noch die Batterien leer. Deshalb gibts leider auch kein Bild von den Vienna Rollergirls.
Mit Moderation wurde durch den Abend geführt
Die Ludwigsburger beim Aufwärmen


Donnerstag, 16. August 2012

Natur bei McDonalds

Der McDonalds bei den Twin Towers hat einen kleinen Gastgarten, der neben Gemütlichkeit noch einen weiteren interessanten Aspekt hat. Man kommt dort nämlich (wenn man Glück hat) mit der "wilden", städtischen Natur in Kontakt.

Zuerst hatte ich Kontakt mit einer Wespe, die an den letzten Tropfen Cola Interesse hatte, die noch in meinem Becher waren. Nachdem sie sich sattgetrunken hatte, flog sie ohne Probleme zu machen wieder weiter.

Anschließend bekam ich Gesellschaft von einem Spatzen, der sich keinen halben Meter von mir entfernt auf meinen Tisch setzte und mich herausfordernd ansah. Zwei Tische weiter konnte man sehen, auf was er wartete. Denn dort hüpften drei Spatzen um ein stehengelassenes Tablett herum und holten sich die letzten Reste.

Das ist etwas, was mir an Wien gefällt. Es gibt überall kleine, manchmal versteckte Ruheoasen, wo man (wenn man aufmerksam ist) mit der Natur in Berührung kommt. Und sei es nur mit Wespen und Spatzen.