Gestern fand am Eisring Süd das erste Rollerderby in Österreich statt. Dabei trafen die Vienna Rollergirls als Gastgeber auf das Team von Barockcity Rollerderby aus Ludwigsburg.
Ich habe vor ein paar Wochen einen Flyer zu der Veranstaltung gesehen und mich an den Film "
Rollergirl" (das Regiedebut von Drew Barrymore) erinnert, den ich vor ungefähr einem Jahr gesehen habe. Da mich die Sportart nachdem ich den Film gesehen hatte, interessierte, wollte ich das Ganze schon gerne auch einmal live sehen.
Rollerderby ist eine Vollkontaktsportart, die von Frauen mit Rollschuhen ausgeführt wird. Zwei Teams zu fünf Spielern versuchen Punkte zu erzielen, indem sie Spielerinnen des gegnerischen Teams auf einem ovalen Rundkurs überholen, während diese genau das verhindern wollen. Dabei kommt es zu Blocks, Remplern und einer Menge von riskanten Überholmanövern.
Ich werde es mir hier sparen genauer auf die Regeln von Rollerderby einzugehen, dafür gibt es im Internet mehr als genug Quellen (z.B.:
Wikipdia, für Lesefaule gibts eine Kurzform der Regeln in Videoform z.B.: hier:
The basics of flat track roller derby).
Eine Besonderheit beim Rollerderby sind die Namen der Spielerinnen. In den Diensten der Vienna Rollergirls stehen z.B.: Anne Headaway, Hans-a-blast oder Hitney Houston, während bei den Gästen aus Ludwigsburg Laura Jean Breaker, Miss Handlung oder Jane Insane in der Aufstellung stehen.

Ausgestattet mit dem Basiswissen über Rollerderby, einer Spielerliste und einen Platz an der Bande warteten wir gestern also gespannt auf den Beginn des Bouts (so wird das Spiel genannt) , der auf 20:30 gesetzt war. Leider wurde der Start etwas verzögert, dafür hatten wir die Möglichkeit den Ludwigsburgern beim Aufwärmen zuzusehen (siehe Bild). Nach einer kuren Demorunde (sehr kunstvoll - in Zeitlupe zu Chariots of Fire) ging es dann auch endlich los.
Die ersten paar Jams (das sind 2-minütige Spielzüge, in die ein Bout unterteilt ist) war ich in erster Linie einmal verwirrt, das Spiel rennt schnell und ist etwas unübersichtlich. Von Jam zu Jam wurde es aber klarer, ich verstand ein paar taktische Kniffe, staunte über das eine oder andere gut getimte Übeholmanöver und freute mich über jeden Lead Jammer, den die Vienna Rollergirls hatten. Nach 30 Minuten Nettospielzeit ging es in die Pause, die Rollergirls hatten einen frühen Vorsprung verspielt und waren in Rückstand geraten.
Nach der Pause konnten sie aber den Bout drehen. Punkt um Punkt holten sie auf und ließen kaum noch Punkte für den Gegner zu. Die Stimmung in der Halle war dementsprechend, das Publikum jubelte über jeden Lead und jeden Punktegewinn. Am Ende stand es 217:136 für die Vienna Roller Girls - der erste Bout in Österreich wurde also von den Gastgebern gewonnen!
Einziger Wermutstropfen des Abends waren zwei Verletzungen, soweit ich es mitbekommen habe, geht es Anne Headaway aber wieder gut, von der verletzten Spielerin von Ludwigsburg weiß ich leider nichts.
Gedauert hat der Bout und die nachfolgende Spielerehrungen bis 23:15 - anschließend war noch die After-Bout-Party, bei der ich dann allerdings nicht mehr dabei war.
Fazit des Abends: Rollerderby mit einer anderen Sportart zu vergleichen ist meiner Meinung nach nicht möglich. Die Live-Moderatoren, die Musik, die auch während des Spiels gespielt wird und das Ganze drumherum haben viel mehr an ein Konzert erinnert als an ein Sportereignis. Gelohnt hat sich der Besuch aber auf alle Fälle, denn Spaß hat das Zuschauen gemacht. Ich hoffe, das bald wieder ein Bout in Wien stattfindet, denn dann bin ich wieder dabei.
Wer gerne mehr Information von den Rollergirls hätte, kann sich auf deren
Homepage oder auf
Facebook informieren. Dort gibt es auch den Termin für alle, die gerne ein Rollergirl oder ein Schiedsrichter werden wollen.
P.S. Leider sind die Fotos nicht gut geworden. Ich hatte die Wahl
zwischen dunklen Bildern und unscharfen Bildern, mehr war mit meiner
Kamera nicht drin. Zu allem Überfluss waren dann auch noch die Batterien
leer. Deshalb gibts leider auch kein Bild von den Vienna Rollergirls.
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| Mit Moderation wurde durch den Abend geführt |
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| Die Ludwigsburger beim Aufwärmen |