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Donnerstag, 26. Februar 2009

Ein Fänger auf der Farm der Marken

Ich habe beschlossen, meinen Horizont ein wenig zu erweitern und ein paar Bücher zu lesen, von denen es heißt, dass man sie kennen sollte. Zuvor fiel mir allerdings noch ein Sachbuch in die Hände.

Eine Abhängigkeit, ein Entschluss, ein Feuer. Neil Boorman verbrennt seine Markenartikel von denen er mit der Zeit abhängig geworden war.
Das Buch gliedert sich in 3 Abschnitte. Teil 1 beschreibt die Zeit vor dem Feuer, als Neil erkennt, dass er markenabhängig ist. Er geht der Sache auf den Grund, erzählt über die Geschichte von Marken und über sich und beginnt einen Blog darüber. Außerdem entschließt er sich zu einer Therapie. Dieser Teil ist interessant geschrieben, die Macht der Marken wird erklärt und die Auswirkungen auf Neil sind anschaulich erzählt.
Teil 2 beschäftigt sich mit dem Tag des Feuers. Boorman zerstörte neben Dutzenden Kleidungsstücken aus den Edelbotiquen auch seine Elektrogeräte wie Blackberry und Fernseher.
Teil 3 ist Neils Leben nach dem Feuer gewidmet. Das Buch verliert hier an Spannung, weil das große Event vorbei ist. Außerdem verzettelt sich Neil hier ein wenig im Aufstellen und Ausbauen von Theorien.
Alles in allem ist das Buch aber informativ. Es zeigt unsere Abhängigkeiten von Marken, ohne dabei anklagend wirken zu wollen. Noch dazu werden Tricks der Werbebranche enthüllt und so verändert das Buch schon ein wenig die Denkweise. Nähere Informationen über Neils momentanes Leben gibt es unter: http://www.brand-aid.info/site/


Nachdem ich immer wieder was von "Catcher in the rhye" gehört oder gelesen habe (u.a. in Billy Joels "We didn't start the fire"), habe ich mir eigentlich schon viel von "Der Fänger im Roggen" erwartet. Wenn ich 16 Jahre alt wäre und im Amerika der 50er Jahre wohnen würde, dann wäre ich wahrscheinlich auch begeistert von diesem Buch gewesen. Aber als junger Erwachsener im Österreich des frühen 21. Jahrhunderts hat das Buch für mich nicht viel Aussagekraft. Über 200 Seiten lang habe ich gewartet: Auf eine Wendung in der Geschichte, den Höhepunkt, das Ereignis, das alles verändern wird. Es kam nicht. Und so bleiben nach diesen Seiten nicht einmal Fragen zurück, diese stellt man sich einfach während des Lesens nicht. Über Wikipedia hab ich dann erfahren, dass das Buch die damalige Zeit kritisch betrachtet und dass die lockere Sprache des Protagonisten für damals als frech galt. Als Außenstehender habe ich davon leider nichts. Außerdem glaube ich, dass das Buch doch unter der Übersetzung leidet. Ich habe ein paar Zitate auf englisch gelesen und das klang doch besser. An der Nicht-Handlung wird aber auch die Originalversion nichts ändern.


"Alle sind gleich, manche sind gleicher", dieses Zitat wird immer wieder gerne im Zusammenhang mit dem Kommunismus verwendet, um anzumerken, dass es auch dort Herrscher und Beherrschte gab. Dieses Zitat stammt aus "Farm der Tiere" von George Orwell. Für jeden, der etwas Ahnung von Geschichte hat, ist nach wenigen Seiten klar, dass dieses Buch eine einzige Metapher für den sowjetrussischen Kommunismus ist. Aber die Art, wie das Buch geschrieben ist, fesselt den Leser. Man ist wütend, dass die Ideale der Farm, die so edel erscheinen, von einer Bande von Schweinen korrumpiert werden und man trauert, dass unter dem Deckmantel der Ideale, die "einfachen" Tiere ausgebeutet werden. Das Besondere ist, dass es einen nicht los lässt. Je mehr man über den Kommunismus von 1917-1943 weiß, umso mehr erkennt man die allegorischen Figuren in dem Buch. Danach in Wikipedia nachzulesen ist allerdings zu empfehlen, mache Allegorien habe ich nicht erkannt. Auf alle Fälle empfehlenswert, das Buch ist zu Recht ein Klassiker.

Sonntag, 22. Februar 2009

Blut, Kristalle und die Ratte

Dieses Mal beim Videoabend wurden die Filme mit fortlaufender Stunde immer besser:


Angefangen haben wir mit BloodRayne. Den Film nur als schlecht zu bezeichnen wäre eine glatte Untertreibung. Die Schauspieler haben nicht überzeugt (einzig Michelle Rodriguez war erträglich), die Blut- und Splatterszenen erinnerten an einen Zombiefilm und haben in keinster Weise zur Stimmung des Films gepasst, mit Gewalt wurde eine Liebesgeschichte hineingepresst, die überhaupt keinen Bezug zur Handlung hatte. Am Ende wirds noch schlimmer. In einer ca- 2minütigen Sequenz werden noch einmal die blutigsten Szenen in Slowmotion gezeigt. Das ist spätestens der Moment wo man sich ernsthaft fragt: Was soll das jetzt bitte? Selten war ich mit Ende eines Films so froh, dass alles ein Ende hat. Das Tragische daran: Die Geschichte an und für sich war gar nicht so schlecht, man hätte einen guten Film daraus machen können.


Ich halte nicht viel davon 19 Jahre nach Abschluss einer Trilogie einen vierten Teil anzuhängen. Dementsprechend skeptisch stand ich Indiana Jones IV gegenüber. Die Tatsache, dass wieder einmal die Russen als Feinde herhalten mussten, ließen meine Zweifel wachsen. Als Indiana Jones dann auch noch eine Atomexplosion in einem Kühlschrank überlebte, befürchtete ich schon das Schlimmste. Ich sollte mich allerdings täuschen. Der Film wurde von Minute zu Minute besser. Shia LeBeouf nervte nicht so sehr, wie ich es erwartet hatte, er passte sogar gut in die Geschichte. Dass Karen Allen von Teil I wieder dabei war, freute mich besonders. Alles in allem war der Film nicht schlecht und kann sich mit dem alten Filmen messen. (Natürlich nicht mit dem dritten, der ist Kult und mit Sicherheit der beste).

Der dritte Film war Departed von Martin Scorese. Es gab einen Maulwurf. Und dann noch einen. Und noch einen. Alles in allem war das zwar etwas verwirrend, aber auch sehr spannend und grandios gespielt. Und zwar sowohl von Leonardo diCaprio, als auch von Jack Nicholson und Matt Damon. An den übermäßigen Gebrauch aller möglichen Schimpfwörter gewöhnt man sich schnell. Immer wenn man glaubt, dass man jetzt alles weiß, dreht sich die Geschichte noch einmal. Ein wirklich guter Film.

Samstag, 14. Februar 2009

Der seltsame Film des Benjamin Button

Der Film ist eine gute halbe Stunde oder mehr zu lang. Manche Szenen haben für die Handlung wenig Relevanz und bremsen den Film im ersten und zweiten Drittel ein. Das ist allerdings auch schon alles, was negativ auffällt.

Brad Pitt spielt seine Rolle sehr gut, ich bin versucht zu sagen, dass ich ihn selten so überzeugend fand. Er ist mit seiner Leistung allerdings nicht alleine. Angefangen über seine Adoptivmutter (Taraji P. Henson) über seine Liebschaft in Russland (Tilda Swinton) bis hin zu seiner Liebe (Cate Blanchett, die ich während des Films für Julianne Moore hielt) - sie alle spielten ihre Rollen gut.

Die Geschichte selbst ist gut und gegen Ende gewinnt der Film nochmal an Qualität. Nicht zuletzt dadurch, dass er das Gedankenexperiment bis zum Ende durchzieht. Dass einige Dinge am Ende zu voraussehbar waren (das Eintreffen des Hurrikans mit dem Ende der Geschichte, das Ende der Uhr) verzeiht man dem Film, da er einem noch eine "Nutze den Leben"-Botschaft auf den Weg gibt.

Ob die vielen Nominierungen gerechtfertigt sind, sollte jeder selbst für sich entscheiden.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Zwielichtiges Kino

Das Musikvideo zum Film "Twilight" sah alles andere als vielversprechend aus, der Geischtsausdruck von Robert "Cedric Diggory" Pattinson sah einfach schrecklich aus. Dementsprechend niedrig war meine Erwartung. Zu Unrecht: Der Film ist alles andere als Standard. Die Vampir-Familie wurde stilvoll in Szene gesetzt (besonders der Vater) und einige Szenen waren einfach super. Klar, der Film ist nicht perfekt. Manchmal wirkt er zu gekünstelt und man konnte schon erahnen, warum das Buch wahrscheinlich besser ist als der Film, da man erkennen konnte, wo der Film etwas ausgelassen hatte.

Überraschend auffällig war die Musik. Auch hier war man weit vom normalen Einerlei, was aber gut zum Thema passte.

Der Tiefpunkt des gesamten Filmabends war das Kino im Twin Tower. Wie man ein Kino derart verdrecken lassen kann ist mir ein Rätsel.

Jugendkultur: Freaky females

Ansammlung von zwei oder mehr weiblichen Jugendlichen, die vor allem durch laute, schrille Gespräche auffallen und über große Distanzen wahrgenommen werden können. Sind oft in der Nähe von Einkaufszentren und Kinos zu sehen und hören. Sehen sich selbst als Menschen, die gesellschaftliche Normen außer Kraft setzen und sind meist streit- und diskussionslutig aufgelegt. Nicht zu verwechseln mit Marken-Tussis und Fellkragenjacken-Trägerinnen.

Das Sterben einer guten Idee

Ich mag YouTube. Und zwar sehr gerne. Man kann sich Filmauschnitte, Trailer, Musikvideos, Szenen aus Computerspielen, Fernsehausschnitte und selbstgemachte Videos über alles Mögliche anschauen. Es gibt keine bessere Möglichkeit um sich eine CD durchzuhören, um eine Kaufentscheidung treffen zu können. Man genießt es sich eine bestimmt Szene eines Films ansehen zu können, ohne die DVD rauskramen zu müssen und die Stelle zu suchen (was viel zu viel Aufwand für eine 5-Minuten-Szene bedeutet). Und Fernsehausschnitte aus aller Welt zu sehen, ist nur über YouTube möglich.

Leider wird YouTube über kurz oder lang an Bedeutung verlieren. Aus mir nicht bekannten Gründen sind immer mehr Videos in Österreich nicht verfügbar. Noch schlimmer ist allerdings, dass ich inzwischen auf Videos gestossen bin, bei denen die Audiospur rausgeschnitten wurde (Soundtrack zu "Music & Lyrics"). Der Grund ist unser aller Freund, die Urheberrechtsverletzung. Mit speziellen Tools wird (laut einen Standard-Bericht) in Zukunft verstärkt nach solchen Inhalten gesucht und der Benutzer dazu verpflichtet, derartige Videos zu entfernen. Oder die Audiospur wird von YouTube selbst einfach entfernt.

Was zur Zeit bei Musik beginnt, wird vor Filmen nicht Halt machen. Es wird weniger Videos geben, die Dichte an interessanten Videos wird sinken, irgendwann stirbt das Projekt. Oder sehe ich zu schwarz?