Die Gratis-Zeitung "Heute" hat es wieder einmal geschafft und ein Thema aufs Titelblatt gebracht, dass nicht mal eine Randnotiz sein sollte.
Bushido hat in seinem Buch Natascha Kampusch als Heuchlerin bezeichnet. Ihre Eltern mussten dazu natürlich gleich Meldungen voller Entsetzen abgeben.
Wen interessiert, was ein Rapper aus der frauen- und fremdenfeindlichen Berliner Hip Hop-Szene für Schwachsinn von sich gibt? Warum gibt "Heute" dem Typen genau die mediale Aufmerksamkeit, die er nicht bekommen sollte? Warum sind im Hip Hop-Jargon alle Frauen Bitches, also Schlampen? Fragen, die ungeklärt bleiben.
Donnerstag, 25. September 2008
Mittwoch, 24. September 2008
Das Kanzlerduell
Das war die erste Diskussion im laufenden Wahlkampf, die ich mir ganz bewusst nicht angeschaut habe. Die Meinungen der einzelnen Parteien sind mir inzwischen mehr als bekannt und ich kann meine Wahlentscheidung aufgrund von Tatsachen und Überlegung treffen.
Die Elefantenrunde am Donnerstag erspar ich mir auch.
Die Elefantenrunde am Donnerstag erspar ich mir auch.
Dienstag, 16. September 2008
Letzte Woche - Politik + Sport
Die Welt dreht sich auch weiter, wenn ich nicht blogge. Zu ein paar Themen muss ich aber noch etwas loswerden:
Fußball: Litauen - Österreich 2:0
Nach dem Frankreich-Match hab ich mir gedacht: Super, die Mannschaft hat die Einstellung von der EM mitgenommen, sie kämpft und bemüht sich. Gegen Litauen hat es schon wieder ganz anders ausgesehen. Ein lustloses Spielen unzähliger Querpässe in der eigenen Hälfte, keine Strafraumszenen und eine völlig verfehlte Taktik (Nur 1 Stürmer gegen ein abwehrstarkes Team) führten zu einer vermeidbaren, ärgerlichen Niederlage. Außerdem ist aufgefallen, dass der "ewige Reservist" Manninger kein sicherer Rückhalt ist. Er sollte sich im Klaren sein, dass man Bälle auch fangen kann und nicht nur nach vorne abklatschen.
Die schwache Leistung der Österreicher ging leider auch nach dem Spiel weiter. Pogatetz nannte die Litauer Letten und das mehrmals hintereinander. Sollte man nicht wissen gegen wen man spielt? Wie würden wir uns fühlen, wenn wir als Deutsche bezeichnet werden würden? Und Ivanschitz dürfte ein anderes Spiel gespielt haben als ich gesehen habe. Denn anders sind die unterschiedlichen Eindrücke nicht zu erklären.
Politik I:
Das TV-Duell zwischen Haider und Faymann brauchte wenig Neues. Das BZÖ versucht die SPÖ zu erpressen. Kommt die SPÖ den Forderungen nicht nach, dann stimmt das BZÖ nicht mit und die SPÖ sthet als jemand da, der Versprechungen nicht einhält. Gibt die SPÖ aber nach, wird das als Vorarbeit für Rot-Blau-Orange gewertet und noch dazu würden zweifelhafte, teure Zusatzpakete damit abgeschlossen, die die Steuerreform gefährden. Es bleibt also zu hoffen, dass sich die SPÖ nicht erpressen lässt. Der endgültige Showdown steht hier noch bevor.
Sport am Wochenende:
Rapid hat sich glücklich für die nächste Cup-Runde qualifiziert, sie schlugen DSV Leoben 4:1 nach Verlängerung. Einen Erfolg gab es auch für die Rapid Amateure, sie schlugen den Bundesliga-Verein Altach mit 2:1. Rapid trifft in der nächsten Runde auf Ried, die Amateure auf Mattersburg.
Sebastian Vettel gewinnt überraschend den Grand Prix von Monza. Der Deutsche beschert damit Torro Rosso, dem "kleinen" Bruder von Red Bull Racing den ersten Sieg. Das Rennen an und für sich war spannend, da viel von der Frage "Regen oder kein Regen" abhängig war. Nachdem der Regen trotz Ankündigung ausblieb, brauchte Vettel auch nicht fürchten, dass Hamilton nahe kommen könnte. Hamilton hat in diesem Rennen einige Überholmanöver durchgeführt, die meiner Meinung nach unfair waren. Er wurde dafür nicht bestraft (ich sehe es als ausgleichende Gerechtigkeit für den Punkteabzug von Spa). Da Massa vor Hamilton das Rennen beenden könnte beträgt dessen Vorsprung jetzt nur noch einen Punkt. Die WM bleibt spannend.
Politik II: TV-Duell Strache gegen Faymann:
Ein sehr emotionales Gespräch, dass für mich eines geklärt hat: Unter Faymann kann und wird es keine Koalition mit der FPÖ geben. Faymann hat die Positionen vertreten, die ich mir von einem SPÖ-Politiker erwarte und gewinnt für mich an Sympathie. Das war keine defensive Taktik gegen Strache, sondern es war auch wieder jene Angriffskraft zu sehen, die Gusenbauer nicht hatte.
Fußball: Litauen - Österreich 2:0
Nach dem Frankreich-Match hab ich mir gedacht: Super, die Mannschaft hat die Einstellung von der EM mitgenommen, sie kämpft und bemüht sich. Gegen Litauen hat es schon wieder ganz anders ausgesehen. Ein lustloses Spielen unzähliger Querpässe in der eigenen Hälfte, keine Strafraumszenen und eine völlig verfehlte Taktik (Nur 1 Stürmer gegen ein abwehrstarkes Team) führten zu einer vermeidbaren, ärgerlichen Niederlage. Außerdem ist aufgefallen, dass der "ewige Reservist" Manninger kein sicherer Rückhalt ist. Er sollte sich im Klaren sein, dass man Bälle auch fangen kann und nicht nur nach vorne abklatschen.
Die schwache Leistung der Österreicher ging leider auch nach dem Spiel weiter. Pogatetz nannte die Litauer Letten und das mehrmals hintereinander. Sollte man nicht wissen gegen wen man spielt? Wie würden wir uns fühlen, wenn wir als Deutsche bezeichnet werden würden? Und Ivanschitz dürfte ein anderes Spiel gespielt haben als ich gesehen habe. Denn anders sind die unterschiedlichen Eindrücke nicht zu erklären.
Politik I:
Das TV-Duell zwischen Haider und Faymann brauchte wenig Neues. Das BZÖ versucht die SPÖ zu erpressen. Kommt die SPÖ den Forderungen nicht nach, dann stimmt das BZÖ nicht mit und die SPÖ sthet als jemand da, der Versprechungen nicht einhält. Gibt die SPÖ aber nach, wird das als Vorarbeit für Rot-Blau-Orange gewertet und noch dazu würden zweifelhafte, teure Zusatzpakete damit abgeschlossen, die die Steuerreform gefährden. Es bleibt also zu hoffen, dass sich die SPÖ nicht erpressen lässt. Der endgültige Showdown steht hier noch bevor.
Sport am Wochenende:
Rapid hat sich glücklich für die nächste Cup-Runde qualifiziert, sie schlugen DSV Leoben 4:1 nach Verlängerung. Einen Erfolg gab es auch für die Rapid Amateure, sie schlugen den Bundesliga-Verein Altach mit 2:1. Rapid trifft in der nächsten Runde auf Ried, die Amateure auf Mattersburg.
Sebastian Vettel gewinnt überraschend den Grand Prix von Monza. Der Deutsche beschert damit Torro Rosso, dem "kleinen" Bruder von Red Bull Racing den ersten Sieg. Das Rennen an und für sich war spannend, da viel von der Frage "Regen oder kein Regen" abhängig war. Nachdem der Regen trotz Ankündigung ausblieb, brauchte Vettel auch nicht fürchten, dass Hamilton nahe kommen könnte. Hamilton hat in diesem Rennen einige Überholmanöver durchgeführt, die meiner Meinung nach unfair waren. Er wurde dafür nicht bestraft (ich sehe es als ausgleichende Gerechtigkeit für den Punkteabzug von Spa). Da Massa vor Hamilton das Rennen beenden könnte beträgt dessen Vorsprung jetzt nur noch einen Punkt. Die WM bleibt spannend.
Politik II: TV-Duell Strache gegen Faymann:
Ein sehr emotionales Gespräch, dass für mich eines geklärt hat: Unter Faymann kann und wird es keine Koalition mit der FPÖ geben. Faymann hat die Positionen vertreten, die ich mir von einem SPÖ-Politiker erwarte und gewinnt für mich an Sympathie. Das war keine defensive Taktik gegen Strache, sondern es war auch wieder jene Angriffskraft zu sehen, die Gusenbauer nicht hatte.
Mittwoch, 10. September 2008
Wirtschaft nutzt den Staat aus
Im letzten Blog-Eintrag habe ich geschrieben, dass ich der Meinung bin, dass die Wirtschaft sich zuviel an Rechten und Vergünstigungen vom Staat holt. Ich möchte das an zwei Beispielen erklären.
Als ich nach dem Bundesheer auf Arbeitssuche war, hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einer Firma von der ich ein halbes Jahr kein Gehalt bekommen hätte. Stattdessen wäre mein Gehalt vom Land Niederösterreich, dem AMS und einigen anderen staatlichen Organisationen gezahlt worden, damit dem Unternehmen während der Lernphase keine Kosten entstehen. Das heißt, der Staat zahlt der Wirtschaft Geld, damit sie so gnädig ist und Arbeitsplätze zur Verfügung stellt.
In den USA sind im Zuge der Immobilienkrise die Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac unter staatliche Kontrolle gestellt worden. Das Finanzministerium ist bereit diese Banken mit Eigenkapital zu stützen und ist dafür auch bereit die Verschuldung des Staates zu erhöhen. Solange es der Wirtschaft also gut geht, soll sich der Staat raushalten. Aber wehe alles geht den Bach runter. Dann soll der Staat in die Bresche springen.
Ich werfe dieses Verhalten übrigens hauptsächlich größeren Firmen vor. Kleine Unternehmen haben oft nicht die Möglichkeit solche Vergünstigungen vom Staat zu erhalten oder Gewinne solange herumzuschieben, bis keine Steuern mehr anfallen, sondern ächzen oft unter einer hohen Last, die ihnen vom Finanzamt und von der Sozialversicherung auferlegt wird.
Als ich nach dem Bundesheer auf Arbeitssuche war, hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einer Firma von der ich ein halbes Jahr kein Gehalt bekommen hätte. Stattdessen wäre mein Gehalt vom Land Niederösterreich, dem AMS und einigen anderen staatlichen Organisationen gezahlt worden, damit dem Unternehmen während der Lernphase keine Kosten entstehen. Das heißt, der Staat zahlt der Wirtschaft Geld, damit sie so gnädig ist und Arbeitsplätze zur Verfügung stellt.
In den USA sind im Zuge der Immobilienkrise die Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac unter staatliche Kontrolle gestellt worden. Das Finanzministerium ist bereit diese Banken mit Eigenkapital zu stützen und ist dafür auch bereit die Verschuldung des Staates zu erhöhen. Solange es der Wirtschaft also gut geht, soll sich der Staat raushalten. Aber wehe alles geht den Bach runter. Dann soll der Staat in die Bresche springen.
Ich werfe dieses Verhalten übrigens hauptsächlich größeren Firmen vor. Kleine Unternehmen haben oft nicht die Möglichkeit solche Vergünstigungen vom Staat zu erhalten oder Gewinne solange herumzuschieben, bis keine Steuern mehr anfallen, sondern ächzen oft unter einer hohen Last, die ihnen vom Finanzamt und von der Sozialversicherung auferlegt wird.
Dienstag, 9. September 2008
Wahlkampfthemen
Das dominierende Thema dieses Wahlkampfs ist die Teuerung. In deren Schlepptau kommen Themen wie Zuwanderung und Sozialleistungen.
Meiner Meinung nach wird das Thema Teuerung überbewertet. Das hat nichts mit Überheblichkeit oder fehlendem Realitätssinn meinerseits zu tun, ich denke nur, dass das Thema Teuerung medial aufgeputscht wurde. Ja, die Inflation ist dieses Jahr höher als sonst und dadurch sind manche Dinge teuer er geworden. Ich bezweifle aber, dass alleine deshalb Menschen in Armut leben müssen, die es vorher nicht mussten. Was wirklich sehr viel teurer geworden ist, ist der Sprit. Und hier gilt es auch anzusetzen. In Wirklichkeit sollten nämlich folgende Themen den Wahlkampf dominieren:
Meiner Meinung nach wird das Thema Teuerung überbewertet. Das hat nichts mit Überheblichkeit oder fehlendem Realitätssinn meinerseits zu tun, ich denke nur, dass das Thema Teuerung medial aufgeputscht wurde. Ja, die Inflation ist dieses Jahr höher als sonst und dadurch sind manche Dinge teuer er geworden. Ich bezweifle aber, dass alleine deshalb Menschen in Armut leben müssen, die es vorher nicht mussten. Was wirklich sehr viel teurer geworden ist, ist der Sprit. Und hier gilt es auch anzusetzen. In Wirklichkeit sollten nämlich folgende Themen den Wahlkampf dominieren:
- Bildung: Die Akademikerquote ist laut einer heute veröffentlichten Studie in Österreich sehr niedrig. Ein freier Bildungszugang auf allen Ebenen inklusive einem verpflichtenden Vorschuljahr zur Schulung der Kommunikations- und Sprachkenntnisse sind die Eckpfeiler auf der man eine Wissensgesellschaft aufbauen kann. Wissen ist Macht.
- Energie: Österreich sollte versuchen, im Bereich der erneuerbaren Energie eine führende Position einzunehmen. Der Spritpreis sollte nicht staatlich gedeckelt werden, vielmehr müsste den Menschen ein Anreiz gegeben werden auf Alternativen umzusteigen (öffentlicher Verkehr, Autos mit Alternativantrieb). Wer den Spritpreis deckelt lässt den Staat die Drecksarbeit für die Wirtschaft macht, die sich schon jetzt viel zu viel an Rechten und Vergünstigungen rausholt. Das Ziel muss sein mittelfristig aus der Ölfalle rauszukommen und nicht erst wenn keines mehr da ist einen Schock zu bekommen und dann hinterher zu sein.
- Frauenpolitik: In diesem Punkt muss endlich etwas geschehen. Und zwar nicht die Änderung der Bundeshymne oder das große "I" in der Mitte der Worte, sondern gleicher Lohn für gleiche Arbeit und Möglichkeiten Familie und Job unter einen Hut zubringen. Diesmal darf es nicht bei hohlen Phrasen bleiben.
- Europapolitik: Österreich muss in Europa selbstbewusst auftreten. Das bedeutet einerseits die EU durchaus als das tolle Projekt sehen, dass sie zweifellos ist, andererseits müssen österreichische Forderungen auch Gehör finden. Dafür müssen Koalitionen mit anderen Mitgliedern geschlossen werden.
- Trennung von Kirche und Staat: Sollte in Österreich zwar so sein, ist es aber nicht. Das muss umgesetzt sein. Erst wenn in den Köpfen der Österreicher verankert ist, dass die Gleichung Österreich=Christentum nicht richtig ist, wird ein unverkrampfter Umgang mit allen Glaubensrichtungen möglich sein.
- Zuwanderung: Eine Beschleunigung von Asylverfahren ist äußert wichtig. Integrierten Personen soll die Staatsbürgerschaft schon vor Ablauf der 10 Jahre Wartezeit verliehen werden. Deutsch zu können sollte Pflicht werden (um sich verständigen zu können), allerdings nicht vor der Einwanderung.
- Justiz: Verkehrsstrafen im Zusammenhang mit Alkohol müssen verschärft werden. Wer alkoholisiert Auto fährt, sollte den Führerschein verlieren und erst nach einer mehrjährigen Wartezeit wieder die Möglichkeit haben, den Führerschein zu erneuern. Bei Wiederholungstätern plädiere ich für lebenslangen Führerscheinentzug.
Van der Bellen und Strache
Kann es zwei Politiker geben, die unterschiedlichere Standpunkte vertreten? Mir fällt ad hoc niemand ein.
Auch wenn einige Sätze schon in früheren Dikussionen gefallen sind, so war auch ein wenig Neues zu hören:
1) Laut Strache gibt es in Österreich 400.000 Jäger. Das sind fast 5% der Bevölkerung. Diese Zahl kommt mir doch sehr hoch vor.
2) Die FPÖ verlangt einen völligen Zuwanderungsstopp von Nicht-EU-Ausländern.
3) In Österreich gibt es lediglich 2(!) Moscheen mit Minaretten.
Ansonsten war es so, dass Strache seine alten Standardsätze herausgekramt hat und Van der Bellen sehr gut argumentieren konnte. Strache hat behauptet, tolerant gegenüber allen Religionen zu sein, will aber keine Moscheen bauen lassen. Das widerspricht seiner Meinung nach nicht der freien Religionsausübung. Ansonsten haben beide versucht den anderen ins rechte/linke Eck zu stellen und die jeweiligen Positionen zu untermauern.
Also nicht viel Neues. Am Donnerstag gehts weiter mit Faymann gegen Haider.
Nachsatz: Die ORF-Psychologin ist etwas eigenartig. Nachdem sie nach der Faymann/Van der Bellen-Runde gemeint hat, die Menschen mögen Gespräche mit so vielen Zahlen nicht, weil sie das verwirrt, hat sie heute gelobt, dass Van der Bellen Witze gemacht hat (Stichwort: "Wachteleier") und hat es als positiv gewertet, dass Strache Van der Bellen ins Wort gefallen ist, weil das für die Rolle, die er ausfüllen will, wichtig und richtig ist. Ich wußte bis jetzt nicht, dass Politiker Humor haben müssen und ich wußte auch nicht, dass Strache Wähler damit anlockt, dass er beweist, keine Gesprächskultur zu besitzen. Oder ist das ein etwa ein Indiz auf den IQ der FPÖ-Wähler?
Auch wenn einige Sätze schon in früheren Dikussionen gefallen sind, so war auch ein wenig Neues zu hören:
1) Laut Strache gibt es in Österreich 400.000 Jäger. Das sind fast 5% der Bevölkerung. Diese Zahl kommt mir doch sehr hoch vor.
2) Die FPÖ verlangt einen völligen Zuwanderungsstopp von Nicht-EU-Ausländern.
3) In Österreich gibt es lediglich 2(!) Moscheen mit Minaretten.
Ansonsten war es so, dass Strache seine alten Standardsätze herausgekramt hat und Van der Bellen sehr gut argumentieren konnte. Strache hat behauptet, tolerant gegenüber allen Religionen zu sein, will aber keine Moscheen bauen lassen. Das widerspricht seiner Meinung nach nicht der freien Religionsausübung. Ansonsten haben beide versucht den anderen ins rechte/linke Eck zu stellen und die jeweiligen Positionen zu untermauern.
Also nicht viel Neues. Am Donnerstag gehts weiter mit Faymann gegen Haider.
Nachsatz: Die ORF-Psychologin ist etwas eigenartig. Nachdem sie nach der Faymann/Van der Bellen-Runde gemeint hat, die Menschen mögen Gespräche mit so vielen Zahlen nicht, weil sie das verwirrt, hat sie heute gelobt, dass Van der Bellen Witze gemacht hat (Stichwort: "Wachteleier") und hat es als positiv gewertet, dass Strache Van der Bellen ins Wort gefallen ist, weil das für die Rolle, die er ausfüllen will, wichtig und richtig ist. Ich wußte bis jetzt nicht, dass Politiker Humor haben müssen und ich wußte auch nicht, dass Strache Wähler damit anlockt, dass er beweist, keine Gesprächskultur zu besitzen. Oder ist das ein etwa ein Indiz auf den IQ der FPÖ-Wähler?
Montag, 8. September 2008
Formel 1
Das war mit Abstand das spannendste Rennen in diesem Jahr. Leider aber nur die letzten 4 Runden. Der ständige Führungswechsel zwischen Räikönnen und Hamilton war mehr als aufregend.
Dennoch drängen sich zwei Fragen auf: Warum schafft es ein Weltmeister nicht sein Auto ins Ziel zu bringen (der selbe Weltmeister, der heuer schon einmal gelb mit grün verwechselt hat)?
War die Strafe gegen Hamilton gerechtfertigt? Ich sehe das so: Hätte Hamilton gewonnen und Räikönnen wäre Zweiter geworden, dann hätte ich die Strafe verstanden. Denn auch wenn er Räikönnen vorbei gelassen hat, hatte er einen Vorteil aus der Abkürzung. Da aber der Ferrari-Pilot danach sein Auto ruiniert hat, hatte der Abschneider von Hamilton keine Auswirkung auf das Rennen. Massa und Heidfeld waren viel zu weit entfernt, d.h. auch wenn Hamitlon die Kurve ausgefahren wäre, hätten sie ihn nicht eingeholt.
Bei aller Sympathie für Massa und Ferrari: Der Sieg ist gestohlen.
Dennoch drängen sich zwei Fragen auf: Warum schafft es ein Weltmeister nicht sein Auto ins Ziel zu bringen (der selbe Weltmeister, der heuer schon einmal gelb mit grün verwechselt hat)?
War die Strafe gegen Hamilton gerechtfertigt? Ich sehe das so: Hätte Hamilton gewonnen und Räikönnen wäre Zweiter geworden, dann hätte ich die Strafe verstanden. Denn auch wenn er Räikönnen vorbei gelassen hat, hatte er einen Vorteil aus der Abkürzung. Da aber der Ferrari-Pilot danach sein Auto ruiniert hat, hatte der Abschneider von Hamilton keine Auswirkung auf das Rennen. Massa und Heidfeld waren viel zu weit entfernt, d.h. auch wenn Hamitlon die Kurve ausgefahren wäre, hätten sie ihn nicht eingeholt.
Bei aller Sympathie für Massa und Ferrari: Der Sieg ist gestohlen.
Österreich - Frankreich 3:1
Das war eine Überraschung. Die Nummer 101 der FIFA-Weltrangliste schlägt die Nummer 11.
Die Österreicher waren nicht spielüberlegen, sie haben nicht unbedingt attraktiv gespielt, 2 der 3 Tore waren sehr glücklich, 2 Lattenschüsse der Franzosen zeigen dass es auch anders ausgehen hätte können.
ABER: Das Nationalteam hat gekämpft, hat Einsatz gezeigt, hat sich bemüht und das ist das, was man sich von der Mannschaft erwarten darf. Dass sie sich ins Zeug legt. Und das hat sie getan.
Hickersberger hat es geschafft in seiner Amtszeit ein Rumpfteam zusammen zu stellen, dass es mit einer Brückner'schen Taktik geschafft hat, den Vizeweltmeister zu besiegen. Und an alle, die sagen, dass das Team wegen Scharner jetzt viel besser ist: Scharner wurde zu Recht aus der Mannschaft geworfen und auch mit ihm hätten wir wohl die EM nicht anders abgeschlossen.
Warum "Berufsreservist" Manninger den Vorzug vor Macho erhalten hat, habe ich nicht verstanden, er hat seine Aufgabe aber gut erledigt, auch Janko hat mich positiv überrascht.
An alle, die das Interview mit Brückner danach gesehen haben: Kann mir jemand eine Übersetzung schicken? Das genuschelte "Deutsch" war schwer zu verstehen.
Die Österreicher waren nicht spielüberlegen, sie haben nicht unbedingt attraktiv gespielt, 2 der 3 Tore waren sehr glücklich, 2 Lattenschüsse der Franzosen zeigen dass es auch anders ausgehen hätte können.
ABER: Das Nationalteam hat gekämpft, hat Einsatz gezeigt, hat sich bemüht und das ist das, was man sich von der Mannschaft erwarten darf. Dass sie sich ins Zeug legt. Und das hat sie getan.
Hickersberger hat es geschafft in seiner Amtszeit ein Rumpfteam zusammen zu stellen, dass es mit einer Brückner'schen Taktik geschafft hat, den Vizeweltmeister zu besiegen. Und an alle, die sagen, dass das Team wegen Scharner jetzt viel besser ist: Scharner wurde zu Recht aus der Mannschaft geworfen und auch mit ihm hätten wir wohl die EM nicht anders abgeschlossen.
Warum "Berufsreservist" Manninger den Vorzug vor Macho erhalten hat, habe ich nicht verstanden, er hat seine Aufgabe aber gut erledigt, auch Janko hat mich positiv überrascht.
An alle, die das Interview mit Brückner danach gesehen haben: Kann mir jemand eine Übersetzung schicken? Das genuschelte "Deutsch" war schwer zu verstehen.
Sonntag, 7. September 2008
CD-Tipp: The Ting Tings - We started nothing
Die Tings Tings sind eine britische Band, bestehend aus Katie White und Jules de Martino. Sie wird dem Indie-Pop-Genre zugeordnet. Bekannt wurde diese Band als ihr Lied "Shut up and let me go" in einem IPod-Werbespot zu hören war.
Das Besondere an der CD ist die Vielzahl an Stilelementen. Die einzelnen Lieder unterscheiden sich stark voneinander, das einzig Gleichbleibende ist die Stimme der Sängerin. Ich glaube, dass ich Elemente von 80er-Jahre-Musik raushöre, aber den Rest kann ich nicht beschreiben. Also: Selber anhören und genießen!
Leider muss auch Kritik an dieser CD geübt werden: Lediglich 10 Lieder sind auf der CD zu finden, das ergibt eine Gesamtspieldauer von etwas mehr als 35 Minuten. Von diesen 10 Liedern sind aber immerhin 8 als hörenswert zu empfehlen.
Der Saturn hat unverschämterweise nicht weniger als 18€ für diese CD verlangt, bei amazon warens dann "nur" noch 14€. Ich hab mich aber dann genauer beim Saturn umgeschaut und siehe da: Jede CD (außer es läuft eine Aktion) kostet soviel. Wirke ich alt, wenn ich sage: Früher war alles billiger?
Das Besondere an der CD ist die Vielzahl an Stilelementen. Die einzelnen Lieder unterscheiden sich stark voneinander, das einzig Gleichbleibende ist die Stimme der Sängerin. Ich glaube, dass ich Elemente von 80er-Jahre-Musik raushöre, aber den Rest kann ich nicht beschreiben. Also: Selber anhören und genießen!
Leider muss auch Kritik an dieser CD geübt werden: Lediglich 10 Lieder sind auf der CD zu finden, das ergibt eine Gesamtspieldauer von etwas mehr als 35 Minuten. Von diesen 10 Liedern sind aber immerhin 8 als hörenswert zu empfehlen.
Der Saturn hat unverschämterweise nicht weniger als 18€ für diese CD verlangt, bei amazon warens dann "nur" noch 14€. Ich hab mich aber dann genauer beim Saturn umgeschaut und siehe da: Jede CD (außer es läuft eine Aktion) kostet soviel. Wirke ich alt, wenn ich sage: Früher war alles billiger?
Natinalratswahl 2008: Haider gegen Van der Bellen
Wie schon das letzte Duell war auch dieses Gespräch eher ein Streit als eine Diskussion.
Jörg Haider hat flugs wieder ein paar Zahlen aus dem Hut gezogen (an denen zu zweifeln ist), hat die Grünen versucht zu kriminalisieren, Kärnten hochgelobt und Van der Bellen unterbrochenm wo es ging.
Van der Bellen hat versucht ruhig zu wirken und Argumente zu bringen, seine Körpersprache hat aber ausgedrückt, dass er an einem Gespräch mit Haider nicht interessiert ist.
Wie bei fast jeder Diskussion gab es auch diesmal eine kleine Überraschung. Ein Antrag des BZÖ zum Schutz der Kinder beinhaltete einen Passus,der verlangt dass Kinder alle 6 Monate auf Missbrauchsspuren untersucht werden sollen. Das passt gut in die Gedankenwelt von Haider, der ein Problem damit hat, Schuld und Unschuld auseinanderzuhalten. An seinem Parteifreund Westenthaler sieht man, dass das Problem in der ganzen Partei zu sein scheint.
Jörg Haider hat flugs wieder ein paar Zahlen aus dem Hut gezogen (an denen zu zweifeln ist), hat die Grünen versucht zu kriminalisieren, Kärnten hochgelobt und Van der Bellen unterbrochenm wo es ging.
Van der Bellen hat versucht ruhig zu wirken und Argumente zu bringen, seine Körpersprache hat aber ausgedrückt, dass er an einem Gespräch mit Haider nicht interessiert ist.
Wie bei fast jeder Diskussion gab es auch diesmal eine kleine Überraschung. Ein Antrag des BZÖ zum Schutz der Kinder beinhaltete einen Passus,der verlangt dass Kinder alle 6 Monate auf Missbrauchsspuren untersucht werden sollen. Das passt gut in die Gedankenwelt von Haider, der ein Problem damit hat, Schuld und Unschuld auseinanderzuhalten. An seinem Parteifreund Westenthaler sieht man, dass das Problem in der ganzen Partei zu sein scheint.
Dienstag, 2. September 2008
Nationalratswahl 2008 - Jetzt gehts los
Heute ist ein Rätsel der österreichischen Innenpolitik gelöst worden: Molterer lebt! Sah es bei der letzten Debatte noch so aus, als würde er jeden Moment vom Sessel kippen, so dachte ich diesmal, dass er gleich aufspringt und Strache verprügelt. Und dieser machte den Eindruck als warte er nur darauf.
Das war mit Abstand die bisher schmutzigste Auseinandersetzung vor der kommenden Wahl. Beschimpfungen wurden ausgeteilt und dabei auch nicht vergessen so nebenbei immer wieder mal auf die SPÖ hinzutreten.
Inhaltlich kam wenig Neues. Die ÖVP hat erkannt, dass es ganz ohne Wahlzuckerl nicht geht und Strache hat sein altes Programm abgespult. Beim Thema Frauenpolitik habe ich keinen konkreten Vorschlag gehört, das war mehr das ewig Gleiche zu hören (mehr Kinderbetreuungsplätze, gleiches Gehalt), Ideen, die nach der Wahl dann sowieso nicht umgesetzt werden.
Frauen, die FPÖ wählen, verstehe ich aber sowieso nicht. Mir kommt vor, die Frau hat in den Augen der FPÖ zwei Aufgaben. Viele Kinder kriegen und diese gefälligst daheim zu versorgen. Ist ja wohl auch notwendig, sonst werden wir ja "umgevolkt".
Und eines verstehe ich nicht: Ich stimme überein, dass zugewanderte Menschen deutsch lernen sollten, da dies nun mal Amtssprache ist. Jemand, der aber aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen sein Land verlässt, wird nicht die Möglichkeit haben VORHER noch schnell Deutsch zu lernen. Deshalb darf man Deutschkenntnisse nicht bei der Zuwanderung verlangen, sondern erst später. Wie das vonstatten gehen soll, sollen sich die Politiker überlegen. Einen generellen Staatsbürgertest halte ich für falsch, denn von Zuwanderern die Absolvierung eines Tests zu verlangen, denn ca. die Hälfte der hier geborenen nicht schaffen würde, halte ich für vermessen.
Das war mit Abstand die bisher schmutzigste Auseinandersetzung vor der kommenden Wahl. Beschimpfungen wurden ausgeteilt und dabei auch nicht vergessen so nebenbei immer wieder mal auf die SPÖ hinzutreten.
Inhaltlich kam wenig Neues. Die ÖVP hat erkannt, dass es ganz ohne Wahlzuckerl nicht geht und Strache hat sein altes Programm abgespult. Beim Thema Frauenpolitik habe ich keinen konkreten Vorschlag gehört, das war mehr das ewig Gleiche zu hören (mehr Kinderbetreuungsplätze, gleiches Gehalt), Ideen, die nach der Wahl dann sowieso nicht umgesetzt werden.
Frauen, die FPÖ wählen, verstehe ich aber sowieso nicht. Mir kommt vor, die Frau hat in den Augen der FPÖ zwei Aufgaben. Viele Kinder kriegen und diese gefälligst daheim zu versorgen. Ist ja wohl auch notwendig, sonst werden wir ja "umgevolkt".
Und eines verstehe ich nicht: Ich stimme überein, dass zugewanderte Menschen deutsch lernen sollten, da dies nun mal Amtssprache ist. Jemand, der aber aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen sein Land verlässt, wird nicht die Möglichkeit haben VORHER noch schnell Deutsch zu lernen. Deshalb darf man Deutschkenntnisse nicht bei der Zuwanderung verlangen, sondern erst später. Wie das vonstatten gehen soll, sollen sich die Politiker überlegen. Einen generellen Staatsbürgertest halte ich für falsch, denn von Zuwanderern die Absolvierung eines Tests zu verlangen, denn ca. die Hälfte der hier geborenen nicht schaffen würde, halte ich für vermessen.
Abonnieren
Posts (Atom)