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Donnerstag, 16. Dezember 2010

I'm loving it

Eine amerikanische Mutter will McDonald's verklagen, weil es zu deren "Happy Meals" Spielzug als Draufgabe dazu gibt.
Als Grund für ihr Engagement nannte Parham ihre sechs Jahre alte Tochter Maya, die vor allem wegen der Spielzeuge bei McDonald’s essen wolle. „Ich sorge mich um die Gesundheit meiner Kinder und bin der Meinung, dass McDonald’s in ihrer Entwicklung möglichst wenig Raum einnehmen sollte“, sagte sie.
Wenn die Mutter der Meinung ist, dass McDonald's in der Entwicklung ihrer Tochter keinen Raum einnehmen soll, dann sollte sie mit ihrer Tochter eben NICHT zu McDonald's gehen.
Unterstützt wird die Sammelklage von der Non-Profit-Organisation Center for Science in the Public Interest (CSPI), das darauf verweist, dass kleine Kinder noch nicht in der Lage seien, Werbemaßnahmen als solche zu erkennen.
Aus diesem Grund entscheiden auch sechsjährige Kinder nicht selbst wo, wann und was sie essen. Dafür gibt es nämlich Erziehungsberechtigte, die Werbemaßnahmen sehr wohl als solche erkennen können.
„Ich werde permanent von meinen beiden Töchtern zum Kauf von ‚Happy Meals‘ gezwungen“, sagte Parham gegenüber der „Los Angeles Times“. „Ich versuche zwar, dem Betteln meiner Kinder maximal einmal im Monat nachzukommen, aber das sorgt regelmäßig für Streit.“
Als Elternteil muss man immer wieder einmal unpopuläre Maßnahmen setzen. Wenn Frau Parham ihren Kindern immer nachgibt um Streit zu vermeiden, dann wünsche ich ihr viel Spaß, wenn ihre Töchter kostspieligere Wünsche äußern, wie zB. ein Haustier oder ein eigenes Auto.
Die Schwierigkeit: Die Spielzeugbeigaben erscheinen saisonal und in Serien, so dass die Sammelleidenschaft der Kinder geweckt wird. Um alle Kuscheltiere oder Spielfiguren einer Edition zu erhalten, wären mindestens wöchentliche Besuche notwendig, rechnete Parham der Zeitung vor.
So oft ändert sich der Inhalt des Happy Meals auch wieder nicht, außerdem gibt es die Möglichkeit das Spielzeug auch seperat zu kaufen.

Auch wenn ich nicht auf den Ausläufern der Antiamerikanismus-Welle schwimmen möchte, zeichnet sich hier doch ein Schema ab. In den USA scheint es eine gute Taktik zu sein, sich entweder dumm oder unbeholfen darzustellen und dann jemanden zu verklagen, sei es weil auf Plastikbechern für Kaffee nicht drauf steht, dass dieser heiß ist, dass Zigarettenfirmen uns nicht viel eindringlicher gewarnt haben dass Rauchen schädlich ist oder weil sie arme Eltern zwingt mit ihren Kindern zu McDonald's zu gehen. Ich hoffe, dass dieser Trend nie nach Europa schwappt.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Die letzte leise Reise

Am Dienstag waren die Sportfreunde in der Wiener Stadthalle und sie hatten Kate Nash (als Vorgruppe) mit.

Das erste Album von Kate Nash "Made of bricks" ist eine wirklich tolle CD (eine dieser wenigen CDs auf der jedes Lied gut ist), die bisherigen Live-Mitschnitte von YouTube hatten mich aber nicht begeistert. Ich wurde eines Besseren belehrt. Kate Nash ist live wirklich super - absolut empfehlenswert.

Die eigentlichen Stars des Abends waren aber die Sportfreunde Stiller. Ich hatte die letzten Jahre ein wenig das Interesse an der Band verloren, weil mir die drei Alben "So wie einst Real Madrid", "Die gute Seite" und "Burli" wirklich gut gefallen haben, "La Bum" konnte mich aber nicht so richtig überzeugen. Vom neuesten Album kannte ich nur die Udo-Jürges-Coverversion "Ich war noch niemals in New York", das jetzt meiner Meinung nach kein Meisterstück ist - einen zeitlosen Schlager zu covern ist natürlich eine leichte Möglichkeit um in die Charts zu kommen.

Nachdem auch das letzte Sprtfreunde-Konzert zwar gut, aber nicht herausragend war, hatte ich meine Erwartungen nicht all zu hoch angesetzt. Aber wie so oft wenn man mit niedrigen Erwartungen an eine Sache herangeht, wurden sie um Längen übertroffen.

Die Sportfreunde spielten Lieder von fast allen bisherigen Alben, die neuen Versionen waren auch fast alle sehr gelungen (einzig der spanische Refrain von "Komm schon" gefiel mir nicht). Die Duett-Version von "Tu nur das was dein Herz dir sagt" inklusive Streicher erzeugte Gänsehaut-Stimmung und Rock'n'Roll-Queen im Duett mit Kate Nash hat mir natürlich auch sehr gut gefallen.

Die zwei Zugaben waren wirklich was Besonderes. Bei der ersten Zugabe spielte die Band nicht mehr auf der Bühne sondern von den Zuschauerrängen aus. Bei der zweiten Zugabe kam dann endlich "Ich, Roque" und Peter beendete das Konzert mit einem Stagedive.

Das Konzert nimmt definitiv einen der Top-Plätze in meinem Konzerte-Ranking ein.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Rien ne va plus

Am Wochenende waren wir für einen Casinobesuch in Graz und haben das "Casino & Dinner-Night"-Paket eingelöst.

Anreise:
Wir reisten mit dem Zug an. Zwischen Payerbach-Reichenau und Stuhleck war die Landschaft wirklich beeindruckend. Die Sonne ließ die verschneite Winterlandschaft glitzern, nur vereinzelt waren Häuser zu sehen. Als wir in Graz ankamen war von der Sonne leider nichts mehr zu sehen.

Hotel:
Das Zimmer (wir bekamen ein "Kaiser-Zimmer") im Erzherzog-Johann-Hotel war groß und wirklich sehr schön eingerichtet, leider hat der Parkettboden wirklich stark geknarzt.


Graz:
Wenn man in Graz ist, muss man sich natürlich auch das Wahrzeichen ansehen und so haben wir uns am Nachmittag zum Uhrturm aufgemacht. Leider war der Fußweg wegen Vereisung gesperrt und so haben wir den Lift genommen. Die Aussicht vom Schlossberg ist wirklich beeindruckend. Zur vollen Stunde über den Dächern von Graz zu stehen, überall Schnee zu sehen und von der Stadt das Schlagen der Kirchenglocken in der Melodie eines Weihnachtsliedes zu hören ist ein perfektes Rezept um in Weihnachtstimmung zu kommen.
Unser zweites Ziel war die Murinsel. Die Insel sieht ganz nett aus, wenn man im Kaffeehaus auf der Insel Gast ist, sitzt man nur wenig über dem Pegel der Mur. Mehr als zehn Minuten verbraucht der Besuch aber auch nicht.
Beim Spazieren durch die Altstadt hat sich gezeigt: Die Grazer Innenstadt ist auch nicht anders als in Wien oder Innsbruck. Die Ketten haben auch hier ihre Filialen, lediglich ein paar spezielle Geschäfte sind anders und einen KPÖ-Dreiecksständer sieht man in Wien auch seltener.

Der Abend:

Nach einem 4-Gänge-Menü (Lachsterrine, Kürbiscremesuppe, Schweinsmedaillons, Schokomousse) haben wir uns in Casino gewagt. Weil wir uns als Erstbesucher outeten bekamen wir eine spezielle persönliche Führung, in der uns die einzelnen Bereiche im Casino gezeigt wurden. Wir begannen dann zur Einstimmung mit ein paar Runden am einarmigen Banditen, der mir weniger freundlich gesonnen war als meiner Frau. Nach ein paar Runden Roulette, die anfänglich ganz gut liefen, haben wir uns eine Einschulung in Black Jack angesehen. Bei einem zweiten Besuch bei den Automaten hatte ich dann Glück, hatte auch nocheinmal am Roulettetisch Glück, nur um bei Black-Jack wieder zu verlieren - 16 ist eine gemeine Zahl. Im Endeffekt hatte ich am Ende nicht mehr alle Jetons, die es als Eintrittspaket gibt, aber auch noch nicht alles verloren. Leider gab es neben den drei erwähnten nur noch die Möglichkeit Poker zu spielen und ansonsten keine weiteren Spiele und so endete unser erster Casinoabend. Ich bin mir sicher, dass es nicht der letzte war.

Rückreise:
Der übliche Triathlon aus Zug, Autobus und Straßenbahn brachte uns zurück nach Wien, wo es zur Zeit um einiges kälter ist als in Graz.

Freitag, 29. Oktober 2010

Große Ohren, große Schnäbel und kleine Stars

Am Wochenende haben wir wieder einmal den Schönbrunner Zoo besucht und so konnte ich das erste Mal Tuluba (was übersetzt große Ohren bedeutet) sehen (Bild). Abgesehen von den Ohren ist der Elefant noch sehr klein, klein genug um bequem unter seiner Mutter durchspazieren zu können, von der er sich nie mehr als ein paar Meter entfernt.

Eine weitere interessante Beobachtung war die Fütterung der Pelikane. Die ersten paar Sekunden hat sich der Pfleger gar nicht die Mühe gemacht, die Fische aus dem Kübel zu nehmen - die Pelikane verhalfen sich selbst zu ihrem Futter und machten anständig Platz, nachdem sie ein paar Fische in ihren Schnäbeln verstaut hatten. Die Rangelei ging erst richtig los, als der Pfleger anfing die Fische ins Wasser zu werfen, weil dann die viel kleineren Komorane mitmischten und sich todesmutig ihr Futter holten, oft nur knapp verfehlt vom Schnabel eines Pelikans, der auf den selben Fisch Lust hatte. Ganz am Schluss der Fütterung mischten dann noch Besucher aus der "Wildnis" mit - Reiher aus der Umgebung hatten mitbekommen, dass es was zu holen gibt.
Das wahre Highlight waren aber zwei Eichhörnchen. Beide hatten absolut keine Scheu mehr vor den Menschen. Eines der beiden war besonders frech, nicht nur dass es so nah kam, dass man es über den Kopf streicheln konnte, nein, es ging ungeniert direkt auf der Lady of the Goats spazieren. Die beiden Eichhörnchen zogen teilweise mehr Aufmerksamkeit auf sich, als die eigentlichen Attraktionen des Zoos.

Ansonsten war nicht viel Neues: Von den neuen Wölfen war nur die Spitze einer Schnauze zu sehen und auch das kleine Halsbandpekari-Junge versteckte sich geschickt. Dafür war der Spaziergang durch das Regelwaldhaus aufgrund der kühlen Temperaturen angenehm. Wie immer hat sich der Besuch des Zoos auf alle Fälle gelohnt.

Verwaltungsreform

Es ist die alte Geschichte: Der Staat hat zu wenig Geld und es wird nach Wegen gesucht an neue Einnahmequellen zu kommen bzw. die Ausgaben zu senken.
Es gibt mehrere Möglichkeiten die Neuverschuldung zu verringern, und je nachdem, wie man es anstellt, trifft es verschiedene Bevölkerungsschichten - zum Beispiel Autofahrer oder Studenten. Und eben diese Bevölkerungsschichten sind dann unzufrieden. Dabei wäre es viel einfacher.

Vor jeder Wahl sind sich alle Parteien immer über eines einig - eine Verwaltungsreform muss her! Diese soll alle ambitionierten Vorhaben finanzieren. Eine Verwaltungsreform soll je nach Auslegung zwischen 1 und 4 Milliarden Einnahmen bringen, also eine nicht vernachlässigbare Summe. Wenn die Lösung also so naheliegend ist, warum wird dann nicht endlich was in diese Richtung unternommen? Man kann nur Vermutungen anstellen, weil nicht genau klar ist, was die Parteien sich unter einer Verwaltungsreform vorstellen.

-) Eine Verwaltungsreform ist keine Hauruck-Aktion und deshalb nicht unmittelbar als Erfolg verkaufbar. Derartige Vorhaben werden von Politikern nicht durchgeführt, weil sie leider nur bis zur nächsten Wahl denken.
-) Eine Verwaltungsreform greift direkt die Kompetenzen der Länder an und beide Regierungparteien haben starke Landesfürsten mit denen sie es sich nicht verscherzen wollen.
-) Die Parteien haben keine Ahnung, wie sie bei einer Verwaltungsreform vorgehen sollen, weil es keine Konzepte gibt und die Verwaltungsreform ist nur eine Worthülse, die immer dann rausgekramt wird, wenn man Finanzierungskonzepte vorlegen will.

Was auch immer der Grund sein mag, so wie es aussieht werden wir sehr lange auf eine Verwaltungsreform warten müssen.

Samstag, 16. Oktober 2010

Ordnungszahl 92

Bei der Diskussion um einen Atomausstieg wird unter den Vorteilen immer das Argument angeführt, dass Atomkraftwerke umweltfreundlich seien, weil sie den Treibhauseffekt nicht beschleunigen. Leider wird dabei immer außer Acht gelassen, dass die Endlagerung für die Umwelt sicher nicht förderlich ist.

Leider treten allerdings bereits weitere gravierende Probleme auf, solange führende Industrienationen weiterhin auf Kernkraft setzen. Durch den steigenden Bedarf an Uran steigt der Preis kontinuierlich, wodurch die Wirtschaft mit Begeisterung neue Uranvorkommen sucht. Fündig wurden sie dabei im Grand Canyon, wo die letzte Uranmine 1972 geschlossen wurde. Es wird allerdings vermutet, dass noch unentdeckte Uranvorkommen im Canyon gefunden werden können. Aus diesem Grund versuchen mehrere Firmen Zulassungen für Probebohrungen zu bekommen.

Neben der Zerstörung der dortigen Natur geht damit eine Gefahr für die dort lebenden Ureinwohner sowie eine Gefahr für das Trinkwasser für 30 Millionen Menschen im Westen der USA aus.

Ebenso wie beim Öl zeigt sich die Menschheit hier äußert kurzsichtig. Koste es was es wolle, werden die letzten Ressourcen ausgebeutet, ehe man endlich auf erneuerbare Energieformen setzt - allerdings natürlich erst, wenn es nicht mehr anders geht.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Schwarze Zukunft

Manchmal stellt man sich die Frage warum man überhaupt wählen geht, wenn am Ende sowieso wieder Rot-Schwarz rauskommt. Wenn man sich die Wahlprogramme der SPÖ, ÖVP und der Grünen ansieht, dann erkennt man deutlich mehr Übereinstimmung zwischen Rot und Grün als zwischen Rot und Schwarz. Trotzdem bahnt sich wieder eine Koalition Rot-Schwarz an.

Warum?

Zu den 27% für Blau will ich gar nichts sagen, da fehlen mir die Worte.

Freitag, 3. September 2010

Dreidimensionaler Betrug

Mit Avatar hat es so richtig begonnen. Die Massen strömten ins Kino um die neuesten 3D-Effekte zu bestaunen. Das war auch wirklich beeindruckend. Wann hatte man schon zuvor wirklich das Gefühl mittendrin im Geschehen zu sein? Geblendet von den Effekten bekam der Film tolle Kritiken und liegt in der Liste der erfolgreichsten Filme an erster Stelle und das obwohl die Story vorhersehbar und abgekupfert ist.

Seitdem traut sich kaum ein Film mehr keine 3D-Fassung anzubieten. Sei es nun "The last airbender" oder der neue Harry Potter, alles muss es auch in 3D geben. Das an und für sich wäre noch kein Problem.

Leider sind Kinos auf die Idee gekommen für 3D-Filme eine Extragebühr einzuheben. Im Falle des UCI sind das der Digital-Zuschlag (0,50€), der 3D-Zuschlag (2,50€) und die Leihgebühr für die 3D-Brille (1€), das macht satte 4€ mehr als bei einem Nicht-3D-Film. Im Falle des Cineplexx kommt man mit 3,50€ nur knapp billiger davon.

Selbst das wäre noch kein Problem, wenn man die Wahl hätte. Oft wird aber nur die 3D-Version angeboten, die populären Vorstellungen (20 - 21 Uhr) sind sowieso immer in 3D.

Dabei machen die Filme interessanterweise etwas durch, was Computerspiele schön langsam hinter sich lassen. Über eine schwache Handlung soll eine tolle Grafik hinwegtäuschen. Das war bei zB: bei Ice Age 3 und Avatar zu sehen. Dass es auch anders geht zeigt Inception.

Zusätzlich scheuen sich die Kinos aus nicht, Gebühren für Überlänge (schon ab 2 Stunden Filmdauer) einzuheben. Dass im Falles des UCI eine 0,5l-Flasche Mineralwasser auf 3,15€ und eine kleine Packung-Popcorn auf 4,25€ kommt, sei dabei nur am Rande erwähnt. Die Kinobetreiber sollten dabei einmal nachdenken, dass man Kunden auch zu Raubkopiereren machen kann, wenn man sie zu sehr ausnimmt. Ich werde mir bei solchen Preisen auch in Zukunft die meisten Filme auf DVD von der Videothek ausborgen.

Sonntag, 22. August 2010

Lainzer Tiergarten

Im Wiener Gemeindebezirk Hietzing liegt der Lainzer Tiergarten. Anders als in anderen Tiergärten, in denen viele Tiere in Gehegen untergebracht sind, bezieht sich die Bezeichnung Tiergarten hier auf die freilebenden Tiere wie Rehe und Wildscheine. Zwar werden auch Auerochsen, Mufflons und Damhirsche (Bild) in Gehegen gehalten, die Fläche dieser Gehege ist aber im Vergleich zur Gesamtfläche des Parks gering. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt unter anderem die Hermesvilla und die Natur, die sich hier wirklich von ihrer schönsten Seite zeigt. Kilometerlange Wege durch den Wald laden zum Spazieren und Wandern ein und es wirkt nicht so, als ob man sich noch mitten in Wien befinden würde.

Der Lainzer Tiergarten ist auf alle Fälle einen Besuch wert und durch die vier verschiedenen Eingänge ist es auch möglich den Park öfter zu besuchen ohne überhaupt nur einen Weg doppelt gehen zu müssen. Die Verkehrsanbindung ist gut, eine Anreise ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrmitteln problemlos möglich und der Eintritt ist kostenlos. Zusätzlich gibt es mehrere Wege, die Informationen zum Baum- und Strauchbestand geben.

Sommer, Sonne, Massentourismus

Als Jahreskartenbesitzer des Tiergartens Schönbrunn will man sich natürlich nicht die Gelegenheit nehmen lassen, den kleinen Elefanten Tuluba zu bewundern. Da unsere Jahreskarten allerdings abgelaufen waren, hätten wir sie verlängern müssen und das ist nur an den Kassen möglich und diese waren voll - mehr als voll. Die Wartezeit war kaum abzuschätzen und es gibt mit Sicherheit schönere Dinge als stundenlang in einer Warteschlange in der Sonne zu stehen um schließlich vielleicht den Elefanten gar nicht sehen zu können. Einerseits war nämlich abzusehen, dass der Ansturm direkt beim Gehege enorm sein würde, zum anderen konnte man Tuluba am Nachmittag gar nicht sehen, da er vom Besuchertrubel abgeschirmt wurde.

Als Ausweichmöglichkeit kam uns das Schloss Schönbrunn in den Sinn. Der Park zwischen Zoo und Schloss war auch leer, das Schloss selbst leider nicht. Wir dachten nicht, dass es möglich
wäre, doch die Schlange vor dem Schloss toppte die Schlange vor dem Zoo noch.

Somit endete unser Schönbrunn-Ausflug, ehe er so richtig begonnen hatte und was man sich merken sollte: Während der Sommerferien sollte man Schönbrunn meiden.

Gedeckelt

Im Esperantopark, unweit der Secession sind zurzeit Kanaldeckel aus verschiedenen europäischen Städten zu sehen. Während in Wien (Bild) quadratische, langweilige Kanaldeckel das Stadtbild zieren, ist auf anderen Kanaldeckeln z.B. eine Burg, mythologische Kämpfe, Wappen, oder bekannte Gebäude der Stadt zu sehen.

Die ca. 20 ausgestellten Kanaldeckeln sind ein Teil der
Kanaldeckel-Sammlung des Museums in Ferrara (Italien) und sind noch bis Oktober in Wien ausgestellt. Wer also zufällig gerade in der Nähe ist, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen
lassen.

Eine kleine Auswahl:

Freitag, 13. August 2010

Wien Museum

Am Karlsplatz neben der Karlskirche befindet sich das Wien Museum.

Auf drei Stockwerken wird Wien im Wandel der Zeit beleuchtet.

Im ersten Stockwerk werden 7100 Jahre Zeitgeschichte präsentiert. Steinzeitfunde, Fundstücke der Awaren, Ritterrüstungen (auch für Pferde - siehe Bild) und Originalfiguren des Wiener Stephansdoms (die Figuren auf dem Dom sind Nachbildungen) sind zu sehen.

Im zweiten Stock sind die Rüstungen der frühen Neuzeit zu sehen. Nach einem Besuch im Heeresgeschichtlichen Museum sieht man diese Rüstungen mit anderen Augen und erkennt gewisse Charakteristika wieder.

Im dritten Stock , der für mich am interessantesten war, wird Wien ab dem Wiener Kongress beleuchtet. Dabei sieht man neben der Wohnung von Grillparzer, auch Landkarten von Wien zu der damaligen Zeit. Ein kleiner Abschnitt beschäftigt sich mit der Revolution 1848 und schließlich finden sich viele Bilder zu Wien zur Gründerzeit bis hin zum Beginn des ersten Weltkriegs.

Die vielen Karten, Bilder und Modelle von Wien durch die Epochen sind sehr interessant und bieten gute Einblicke in die Geschichte der Stadt, was einen Besuch auf alle Fälle empfehlenswert macht. Leider ist auch hier das Fotografieren mit Blitz verboten, wodurch man nur wenige Bilder machen kann.

Heeresgeschichtliches Museum

Das Heeresgeschichtliche Museum befindet sich im Wiener Arsenal unweit des Südbahnhofes und beherbergt militärisches Gerät vom Anfang des 17. Jahrhunderts bis 1955.

Das Gebäude (Bild) ist im Stile des Historismus aufgebaut und ist schon von außen ein Blickfang.

Wer Lust hat dieses Museum zu besuchen, sollte vor allem eines mitnehmen: Zeit. Denn die 4 Flügel auf 2 Stockwerken, die durch eine Ruhmeshalle/Feldherrnhalle verbunden sind, sind an einem Tag kaum zu bewältigen, wenn man wirklich vorhat, alles genau sehen zu wollen.

Direkt am Eingang befindet sich die Feldherrenhalle, ein großer Saal, in dem bedeutende Feldherren und Kaiser der Habsburgerzeit als Figuren aufgestellt sind. Über eine Treppe gelangt man in den ersten Stock, in dem die Ruhmeshalle das Zentrum bildet und hier bleibt einem zum ersten Mal die Luft weg. Der Saal ist prunkvoll und wunderschön mit riesigen Gemälden an der Decke und einer gewaltigen Akustik.

Im ersten Flügel bekommt man eine gute Übersicht über die Waffen und Rüstungen des 17. Jahrhunderts. Beeindruckend sind hierbei die ersten Schusswaffen, die prunkvollen Offiziersrüstungen und die kunstvollen Schwerter. Man erhält einen guten Überblick über die Waffengattungen der damaligen Zeit und erfährt einiges über Prinz Eugen von Savoyen und die Türkenbelagerung. Der Audioguide, der nichts extra kostete, lieferte einige interessante Hintergrundinformationen, die besonders bei den verschiedenartigen Rüstungen sehr aufschlussreich waren.

Im zweiten Flügel sind hauptsächlich Stücke aus der napoleonischen Epoche zu bewundern, unter anderem ein Aufklärungsheißluftballon, der von der französischen Armee erbeutet wurde. Ein beträchtlicher Teil dieses Flügels ist auch Erzherzog Karl gewidmet, der damals dem noch unbesiegten Napoleon eine Niederlage zufügen konnte (unter anderem ist eine kleine Version des Reiterdenkmals vom Heldenplatz - siehe Bild - zu sehen).

Im dritten Flügel wird die Zeit und das Militär der k. u k.-Monarchie beleuchtet. Beeindruckenste Stücke sind hierbei das Auto des Thronfolgerpaars Franz Ferdinand und Sophie Chotek, in dem sie in Sarajevo ermordet wurden, sowie die Uniform die der Erzherzog dabei trug. Eine große Flagge der k.uk.-Monarchie inklusive Erklärung per Audioguide zeigt sehr gut die Auswirkungen des Ausgleichs zwischen Österreich und Ungarn und viele Bilder zeigen den Aufbau der Armee des Vielvölkerstaats sehr detailliert. Außerdem finden sich hier in einem seperaten Raum Artilleriegeschütze und kleinere Fluggeräte des ersten Weltkriegs. Die Größe der Geschütze und die mannhohe dazugehörige Munition lässt vermuten, was für eine gewaltige Feuerkraft solche Geschütze entwickeln können.

Der vierte Flügel ist Österreich in der Zwischenkriegszeit und während der Nazizeit gewidmet. Neben Wahlplakaten der ersten Republik finden sich Uniformen der Volkswehr und auch Uniformen der SS. Ein seperater Raum widmet sich Österreich als Seemacht und wirkt etwas eigenartig. Man ist nicht gewohnt Kriegsschiffe mit einer österreichischen Flagge zu sehen oder Matrosenuniformen, die auf ihrer Kappe "Kaiserin Elisabeth" aufgedruckt haben.

Alles in allem gibt es im Heeresgeschichtlichen Museum sehr viel Information, die auch sehr gut vermittelt wird. Ein weiterer Pluspunkt ist das geringe Besucheraufkommen (was aber auch daran liegen kann, dass wir an einem Mittwoch zu Besuch waren). Das Museum ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Der einzige Minuspunkt: Fotografieren kostet extra und ist auch dann nur ohne Blitz erlaubt, was bei den dortigen Lichtverhältnissen sinnlos ist.

Montag, 9. August 2010

Jukebox

Ich habe zur Zeit Urlaub und hatte damit 2 Stunden Zeit um mit YouTube meinen musikalischen Horizint zu erweitern.

Das Ergebnis:
Flyleaf - I'm so sick
Kerli - Tea Party
Ozzy Osbourne - Walk on water

Dienstag, 3. August 2010

Diskriminerung

Seit ein paar Tagen wird über das Hirter-Werbeplakat gestritten, genauer gesagt darum ob dieses Plakat jetzt frauendiskriminierend ist oder nicht.

Besonders Männer scheinen auf derartige Themen oft verschnupft zu reagieren und verstehen nicht, warum dieses Plakat jetzt diskriminierend sein soll. Dabei sollten gerade die Männer derartige Werbung bekämpfen. Ich fühle mich durch Werbungen, Musikvideos und Bilder in Zeitungen diskriminiert, die nackte oder halbnackte Frauen zeigen, weil der Ersteller mir damit zu verstehen gibt, was er von mir hält. Einen dumpfen, nicht nachdenkenden Menschen, der auf einfache Reize hereinfällt und sein Produkt kauft, obwohl es nichts mit Sex und/oder nackten Frauen zu tun hat, wie z.B. Bier, CDs oder auch Zeitungen. Das empfinde ich beleidigend.

Besonders aufgefallen ist mir in diesem Zusammenhang eine Ausgabe der "Zeitung" "Heute". Aus Seite 2 war die "tägliche" Nackte, in der Mitte der "Bikini-Contest" und gegen Ende der Zeitung ein Bild einer Nackten aus den 90ern, das damals für Aufregung gesorgt hat (das Bild hatte KEINEN Bezug zu einem aktuellen Thema). Diese "Zeitung" hält mich also für triebgesteuert und unintelligent (anders ist nicht zu erklären warum sie Hunde dauernd als Bello & Co, Fluffi & Co oder ähnliches bezeichnet) und hat nebenbei bemerkt noch ein Problem mit Lady Gaga (über die jeden Tag geschrieben wird). Dass sie Facebook als Informationsquelle benutzen, sei noch am Rande erwähnt. Ich meine, wenn es auf Facebook ist, dann muss doch was dran sein, oder?

Sonne, Stimmung und Euphorie

Am Sonntag war ich beim Meisterschaftsspiel zwischen Rapid und Red Bull Salzburg.

Man man über Fußball denken, wie man will, aber das Gefühl, dass einem erfasst, wenn man in einem vollen Stadion sitzt ist jedes Mal aufs Neue überwältigend.

Dass in der österreichischen Liga schlechterer Fußball gespielt wird als international, trübt die Stimmung kaum. Vergleicht man die Spiele mit denen der Weltmeisterschaft stehen diese vielen Spielen in keinster Weise nach, da viele Spiele bei der WM durch taktisches Geplänkel langweilig waren. Wenn man dann noch Anhänger einer Mannschaft ist, sind alle Zutaten für spannende 90 Minuten gegeben. Da hält man es dann auch bei hochsommerlichen Temperaturen auf den sonnigen Plätzen aus.

Und wenn dann auch noch die richtige Mannschaft in der 92. Minute das entscheidende Tor schießt, dann kann man nur noch von Euphorie sprechen.

In diesem Sinne: Hier regiert der SCR!

Schönbrunn

Leider wurde nichts aus den Tapirfotos - eine Glasscheibe und Blitzverbot haben scharfe Bilder verhindert.

Die neue Südamerikaanlage wird unter anderem auch von Ameisenbären bewohnt, die man aus nächster Nähe beim Essen beobachten kann, von Vögeln, die sich bei Sonnenschein auf den Rücken legen und sich tot stellen und von Vikunjas, die sich aus Solidarität daneben legen. Außerdem kann man Wasserschweine jetzt auch tatsächlich im Wasser sehen.

Die derzeitigen Highlights sind allerdings das Ponyfohlen und der kleine Gibbon.

Leider ist eine Woche vor unserem Besuch der alte, majestätische Tiger verstorben, sodass seine beiden Töchter das Tigergehege alleine bewohnen.

Montag, 12. Juli 2010

Wien von oben

Wenn man in Wien wohnt, muss man mindestens einmal im Jahr im Prater vorbeischauen. Die letzten Jahre gab es immer interessante, adrenalinfördernde Attraktionen.

Dieses Jahr gibts eine neue Herausforderung. ein Kettenkarussell in 117 Metern Höhe auf dem neuen Praterturm. Alleine das Raufschauen beim Durchspazieren letztes Wochenende war schon ein Wahnsinn, das Mitfahren muss echt toll sein und ist fest für den Praterbesuch eingeplant. Dazu das Übliche: Donau-Jump gegen die Hitze, die Wildalpenbahn, weil das Runterfahren Spaß macht und der Turbo-Boost, weils hoch geht und man herumgewirbelt wird. Leider wurde der Flying Circus zugemacht, aber ein paar kleinere Attraktion lassen sich sicher noch finden. Und am Abschluss zur Entspannung eine Runde mit der Liliputbahn.

Außerdem zum Pflichtprogramm als Wiener gehört der mehrmals im Jahr stattfindende Besuch des Schönbrunner Zoos. Da werde ich diesen Samstag zum ersten Mal dieses Jahr vorbeischauen und die neuen Tapire in der neuen Südamerikaanlage suchen. Entsprechende Bilder werde ich hochladen, also drückt mir die Daumen.

Tiqui-Taca

Fazit der WM:

Positiv: Spanien ist Weltmeister, die WM ging ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne, Ghana im Viertelfinale, Holland ist Zweiter, Brasilien und Argentinien sind frühzeitig ausgeschieden, informative Fifa-Homepage, ORF-Livestream;

Negativ: Brutales Spiel von Holland im Finale, Suarez' Handspiel, nur ein Torschützenkönig (Müller), Vuvuzelas, defensive Spielweise mit nur einer echten Spitze bei den meisten Teams, krasse Fehlentscheidungen;

Was bleibt: Zum ersten Mal seit 1962 ist Europa im Kontinentalvergleich in Führung (10:9), zum ersten Mal ist Spanien Weltmeister und das als erster Europäer außerhalb Europas. Spanien brauchte weniger Tore als je ein Weltmeister davor und ist erst das zweite Team, das den Weltmeistertitel als Europameister geholt hat.

Freitag, 25. Juni 2010

Rudelverhalten

Tatort: Ein beliebiger Zebrastreifen in Wien.
Auf beiden Seiten der Fahrbahn stehen eine Handvoll Menschen. Als die Ampel für die Autos auf rot springt, betritt ein Mensch die Fahrbahn. Das ist der Startschuss für gut zwei Drittel der Anwesenden ebenfalls die Fahrbahn zu betreten - ohne auf die Kfz-Ampel zu sehen. Es reicht, dass sie einen Menschen sehen, der die Fahrbahn überquert und schon wird der Herdentrieb aktiv.

Das Experiment lässt sich an jedem Zebrastreifen wiederholen. Ich empfehle hierzu die Mariahilfer-Straße an einem Samstag für die größten Erfolgsaussichten.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Dichand ist tot

Wie auch beim Tod von Jörg Haider sage ich folgendes: Menschlich ist der Tod eines jeden Menschen tragisch, als Medienzar wird mir Dichand nicht fehlen.

Dichand hat aus der Krone das gemacht, was sie heute ist: Eine Zeitung, die eine äußert bedenkliche Meinung einer Vielzahl von Österreichern jeden Tag aufs Neue eintrichtert. Die Parolen sind einfach und platt: Ausländer sind kriminell, die EU ist böse, Politiker sind Schmarotzer.

Zu den auserwählten Günstlingen der Krone zählten Jörg Haider, Karl-Heinz Grasser, Barbara Rosenkranz und Hans-Peter Martin (der auch regelmäßig Texte dort veröffentlichen durfte). Ebenfalls als Kolumnist trat Mölzer auf. Mit Richard Nimmerichter (Staberl) und Wolf Martin wurden und werden Menschen beschäftigt, die zum Teil mehr als bedenkliche Texte und Verse publizierten.

Die Leserbriefe schrammen teilweise an der Illegalität vorbei und sind menschenverachtend.

Die gegen die EU gerichtete Berichterstattung untergräbt aktiv die Versuche ein gemeinsames Europa zu schaffen und schafft ein ablehnendes Klima gegen alles, was aus der Union kommt (man denke zB an die "Marmelade-Affäre").

Und das Allerschlimmste: Die heimische Innenpolitik hat sich diesem Blatt unterworfen und das ist beschämend. Ich teile die Meinung der Krone in keinster Weise und ich habe die Krone nicht gewählt. Also erwarte ich von den Politikern, dass sie nicht die Politik machen, die die Krone will.

Ansonsten ist alles wie beim Tod von Haider: Natürlich traut sich niemand jetzt ein schlechtes Wort über Dichand zu verlieren, diese Heuchelei ist kaum auszuhalten.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Sprichst du deutsch?

Eine Privatschule in St. Johann im Pongau legt den Schülern nahe, Deutsch zu sprechen. Auch in Privatgesprächen ist Deutsch zu verwenden. Die Ausnahme sind Gefühlsausbräuche (besondere Freude oder Ärger), danach solle man aber schleunigst wieder auf Deutsch wechseln.

Mehrere Fragen drängen sich mir auf:
Warum dürfen sich zwei Menschen nicht in der Sprache unterhalten in der sie wollen? Weil sich die 385 deutschsprachigen Schülern der 400 Schüler ausgeschlossen oder ausgelacht vorkommen? Das kann doch bitte kein Grund sein, eine Fremdsprache zu verbieten. Darf in dieser Schule eigentlich Dialekt gesprochen werden oder ist das auch nicht mehr erlaubt, hier könnten sich immerhin die fremdsprachigen Schüler augeschlossen fühlen, die vielleicht hochdeutsch nicht aber Dialekt verstehen können. Und wehe es unterhält sich jemand flüsternd!

Die SPÖ unter Gabi Burgstaller unterstützt diese Aktion (das soll sozialdemokratisch sein?), die ÖVP-Landesrätin Doraja Eberle meint gar: "Wenn jemand nicht Deutsch reden will, dann kann er auch schweigen". Das ist eine offene Verhöhnung und nicht harmloser als die Forderung der FPÖ diese Regelung an allen Schulen einzuführen. Was ist nur mit diesem Land los?

Arigona

Es gibt selten Themen bei denen ich mir schwer tue, eine Meinung zu haben, der Fall Zogaj war aber so ein Thema.

Das menschliche Schicksal berührt natürlich, da ist ein Mädchen, das integriert ist und abgeschoben werden soll. Im ersten Moment tendiert man dazu gegen eine Abschiebung zu sein und auf ein humanitäres Bleiberecht zu hoffen.

Wirft man allerdings einen zweiten Blick auf den Fall, dann zeigt sich folgendes: Seit der illegalen Einreise von Arigona Zogaj 2002 hat es keinen einzigen positiven Asylbescheid gegeben, weder für Arigona noch für ein anderes Familienmitglied. Die Familie musste also jederzeit damit rechnen abgeschoben zu werden. Dass sie diese immer wieder verhindert hat indem sie weitere Berufungen stellte, ändert nichts an dieser Tatsache.

Natürlich liegen die ursprünglichen Probleme in einer zu restriktiven Einwanderungspolitik gepaart mit zu langen Asylverfahren - dennoch darf sich ein Land nicht erpressen lassen und es wäre geradezu Heuchelei, wenn man dieser Familie ein Aufenthaltsrecht erteilt und sich als weichherzig präsentiert, während man im selben Moment andere Familien abschiebt, deren einziges Pech es war, nicht in die Medien zu kommen.

Es wird Zeit für offene Grenzen in ganz Europa, dann würde man sich solche Diskussionen von Haus aus sparen.

Samstag, 12. Juni 2010

Videoabend

Julie & Julia
Ich mag Filme, die etwas anders sind und dieser Film gehört definitiv dazu. Die Idee zwei Geschichten in einem Film zu erzählen war sehr gut und vor allem die schauspielerische Leistung von Meryl Streep (nach der schlechten Leistung von "Mamma mia") hat mir gut gefallen. Wenn man was an dem Film aussetzen kann: Er ist vielleicht eine Spur zu lang. Er beweist: Die besten Geschichten schreibt das Leben.


Der Kaufhaus-Cop
Normalerweise vermeide ich solche Filme: Der Titel, das Cover und einfach alles an dem Film schrie direkt: Trash! Aber die Vorschau hatte mich doch ein-, zweimal zum Lachen gebracht. Und so wagte ich es. Nach ca. 15 Minuten war ich kurz davor abzuschalten und schämte mich dafür, dass ich diesen Film durch das Ausborgen unterstützt hatte. Es wurde dann etwas besser, bevor das Ende noch einmal echt richtig schlecht war. Meine Lektion: Ich sollte auf meine Erfahrung hören - solche Filme sind NICHT lustig.

Montag, 7. Juni 2010

Bochum

Anreise:
Bochum liegt 941km von Wien entfernt, um diese Strecke zu bewältigen haben wir folgende Verkehrsmittel gebraucht: Straßenbahn, Straßenbahn, Zug, Flugzeug, Kabinenbahn (Bild) und nochmal Zug. Zum Glück war wenigstens das Hotel neben dem Bahnhof. Die Anreise wird dadurch verlängert, dass Bochum keinen Flughafen hat und die Anreise somit vom 50km entfernten Düsseldorf erfolgen muss.

Hotel:
Das Hotel war groß, das Personal war freundlich, die Zimmer sauber und dass das Zimmer ein Raucherzimmer war bemerkte man fast nicht. Das Problem waren die Aufzüge. Wir wohnten im 12. Stock und hatten einen schönen Ausblick über die nähere Umgebung. Die einzige Möglichkeit in den zwölften Stock zu kommen lag bei den Aufzügen, da es eine Treppe nur außerhalb des Hotels gab, zu der man zwar hinaus, aber von der man nicht mehr hineinkam. Von den 2 Personenaufzügen funktionierte schon beim Check-In einer nicht, weswegen die Gäste schon auf den dritten Aufzug auswichen, der eigentlich für das Personal bestimmt war. Richtig rund ging es aber erst am zweiten Tag als auch der zweite reguläre Aufzug den Geist aufgab. Von da an wurde jede Fahrt ins Zimmer zum Geduldsspiel. In beinahe jedem Stock stieg jemand ein oder aus und dadurch bedingt brauchte der Aufzug auch sehr lange bis er von ganz oben (Stock 14) bis zum Erdgeschoß und wieder zurück gefahren war. Unser Rekord lag bei 15 Minuten inkl. Wartezeit vor dem Aufzug.

Zoo Bochum:
Am Vormittag des zweiten Tages waren wir im Bochumer Zoo und führten die Tradition fort in jedem Urlaubsort in mindestens einen Zoo zu gehen. Der Bochumer Zoo ist relativ klein und bietet auch nicht allzuviel. Der Höhepunkt war die begehbare Voliere (Bild). Zum Glück kam gegen Mittag die Sonne ein wenig raus und machte den Rundgang durch den Zoo angenehmer. Bei unserer Ankunft in Düsseldorf einen Tag vorher war es so kalt, dass wir sogar unseren Atem sehen konnten (und das Mitte Mai).


Bismarck-Turm:
In Bochum befindet sich der höchste Bismarck-Turm Deutschlands. Die Bismarck-Türme wurden zu Ehren des Kanzlers nach seinem Tod in ganz Deutschland aufgestellt. Jeweils am Geburtstags Bismarcks wurden bis in die 20er-Jahre die Feuerschalen auf der Spitze entzündet. Heute steht die Feuerschale neben dem 33 Meter hohen Turm, der durch Stufen an der Innenseite erklommen werden kann. Von der Spitze hat man einen tollen Ausblick über die angrenzenden Städte wie Dortmund und Gelsenkirchen. Außerdem sieht man von dort auch sehr schön die Starlight-Express-Halle, unser Ziel für den Abend.


Starlight-Express:
Der eigentliche Besuchsgrund in Bochum war der Besuch von Starlight-Express. Ich hatte mir nicht allzuviel erwartet, wurde aber eines Besseren belehrt, denn das Musical ist wirklich fantastisch. Die Geschichte dürfte bekannt sein, ein paar Loks einer Modelleisenbahn fahren um die Wette, die Loks und die Waggons werden durch Menschen auf Rollschuhen dargestellt. Die Bühne ist in mehrere Teile aufgeteilt sodass direkt um einen herum die Darsteller fahren (wenn man unten sitzt). In den Rängen ist eine weitere Bahn auf denen die Züge bei den Rennen auch vorbeikommen oder auch kämpfen und dabei gegen die Bande krachen. Aufgrund des besonderen Aufbaus der Halle wird dieses Musical nur in Bochum oder London gespielt. Jeder der in einer der beiden Städte vorbeikommt, sollte sich dieses Musical auf alle Fälle ansehen und sich auch über den Standort der Halle in Bochum informieren, der Weg dorthin ist nämlich nicht beschildert und die Idee einfach der Menschenmasse zu folgen ist nicht unbedingt sicher, die Menschenmassen haben nämlich auch keine Ahnung.

ZOOM Erlebniswelt:
Am Samstag waren wir mit Freunden in der ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Diese besteht aus 3 Zonen, der Alaska-Welt, der Afrika-Welt und der Asien-Welt. Der Park ist weitläufig, die Gehege sind immer von mehreren Seiten einsehbar und man sieht einige Tiere, die man in anderen Tierparks selten zu Gesicht bekommt. Das Besondere ist der abwechslungsreiche Aufbau des Tierparks. Hängebrücken wechseln sich mit Höhlentunneln ab, dann geht man wieder ein wenig durch den Wald, kann auf einen Hochstand steigen oder eine kleine Bootsrundfahrt machen. Das einzig Traurige ist die geringe Anzahl an Raubkatzen, da bekommt man in den meisten Zoos etwas mehr zu sehen. Zum Abschluss gingen wir gemeinsam essen und da durfte ich erfahren, dass in Deutschland ein großes Bier 0,4l bedeutet.

Rückreise:
Die Rückreise war wie die Hinreise lang, als Highlight gab es noch leichtere Turbulenzen.

Alles in allem war es eine tolle Reise, ich kann Starlight Express nur weiterempfehlen, das muss man gesehen haben und auch die ZOOM Erlebniswelt ist einen Besuch wert.

Montag, 17. Mai 2010

Persönliche Verantwortung

Bei dem Treffen von US-Präsident Barack Obama in Washington mit dem afghanischen Staatschef Hamid Karzai am Mittwoch erklärte sich Obama persönlich für die getöteten Zivilisten verantwortlich. (Quelle: derstandard.at)

Das Zitat bezieht sich auf die in Afghanistan getöteten Zivilisten, allein im Vorjahr waren das 2.400.

Soll man Obama jetzt als Massenmörder bezeichnen? Oder welche anderen Folgen hat die "persönliche Verantwortung" von der Obama spricht? Tritt er zurück, wird er vor ein Gericht gestellt? Oder ist es nur Phrasendrescherei?

Mittwoch, 5. Mai 2010

Solidarität

Das Wort Europäische Union sollte eigentlich schon alles aussagen: Wir leben in einer europaweiten Gemeinschaft. Wenn in einer Gemeinschaft einer ein Problem hat, dann helfen ihm die anderen aus.

Wer in solchen Zeiten einen Austritt aus der EU oder der Währungsunion fordert, ist nicht nur kurzsichtig sondern auch rückgratlos.

Jene, die fordern, dass man Griechenland aus der EU ausschließen sollte sind herzlos. Ein Land, das am Boden liegt zusätzlich zu schwächen kann keine akzeptable Lösung sein.

Natürlich ist Griechenland bei weitem nicht schuldlos und man kann hier auch über Konsequenzen reden. Griechenland wird Auflagen erfüllen müsssen, die EU soll diese überwachen. Als Sanktion wäre aus meiner Sicht eine Mittbestimmungseinschränkung sinnvoll. So zeigt die EU, dass man sich an Regeln zu halten hat, gleichzeitig wird ein angeschlagenes Land nicht noch weiter geschwächt.

Montag, 26. April 2010

Eine Niederlage für die Demokratie

Eine Wahlbeteiligung von ca. 50% ist ein Armutszeugnis für eine Demokratie. Wer ein demokratisches Recht derart mit Füßen tritt hat es nicht verdient dieses Recht weiter zu besitzen.

Mein Vorschlag wäre dass das Wahlrecht an die Teilnahme gekoppelt ist. Wer am Sonntag nicht wählen war, muss bei der nächsten Wahl aussetzen. Bei der übernächsten Wahl hat man dann wieder eine Chance. Wenn ich daran denke, dass Generationen vor uns gekämpft haben um dieses Recht zu erlangen und man es jetzt nicht wert findet 15 Minuten dafür aufzuwenden, dieses Recht in Anspruch zu nehmen, dann bin ich aufgrund der österreichischen (Nicht-)Wählerschaft wieder einmal fassungslos.

Das Ergebnis an sich war dann wenig überraschend (sieht man von den 10% für Gehring in Vorarlberg und den 20% (natürlich) in Kärnten für Rosenkranz ab). Interessant war allerdings, dass die FPÖ nur ein Drittel ihrer Wählerschaft für Rosenkranz gewinnen konnte.

Die Wortmeldung des Tages waren eindeutig von der FPÖ, die eine mediale Hexenjagd gegen Rosenkranz gesehen hatte - das muss man verstehen, ich wäre auch wütend wenn die größte Tageszeitung des Landes Werbung für mich macht.

Knapp dahinter auf Platz folgen die Pressemitteilungen der ÖVP, die den Grund für die niedrige Wahlbeteiligung bei der SPÖ sieht. Wahrscheinlich hätte die SPÖ alle Kandidaten aufstellen sollen. Dass es eine selbsternannte Partei der Mitte nicht schafft einen Kandidaten der Mitte zu unterstützen sagt viel über die Engstirnigkeit der ÖVP aus. Aber gebt dem Wahlvolk ein Jahr, dann haben sie auch das wieder vergessen.

Videoabend

Die nackte Wahrheit / The ugly truth
Meine Erwartungen an den Film waren nicht besonders hoch, ich erwartete eine typische romantische Komödie. Leider konnte der Film nicht einmal diese Erwartungen erfüllen.
Der Held des Films verkörpert einen Mann, der sich benimmt als wäre er direkt in der Pubertät steckengeblieben. Das allein wäre ja noch nicht schlimm, dummerweise versucht einem der Film zu erzählen, dass a) diese Masche bei Frauen gut ankommt und b) alle Männer immer und überall nur an Sex denken. Der Rest ist business as usual, also die Standardhandlung einer romantischen Komödie, leider wenig lustig und wenig romantisch. Der Versuch die Handlung durch Gespräche über Selbstbefriedigung und Sex zu ersetzen schlug fehl.

(500
) days of summer
Der Film beginnt wirklich gut, die häufigen Handlungsstränge sind ein wirklich guter Einfall und beleben den Film. Das Gute an dem Film ist auch das Schlechte. Wie schon in der ersten Minute erklärt wird: Der Film ist keine Liebesgeschichte. Und weil er das überzeugend rüberbringt liegt über dem ganzen Film eine Traurigkeit, die auch durch ein (eigentlich) versöhnliches Ende nicht ausgeglichen werden kann. Dazwischen liegt eine gute schauspielerische Leistung beider Hauptdarsteller und eine Geschichte, die einmal etwas anders ist.

Good bye Lenin
Der Film braucht viel zu lange um in Fahrt zu kommen und die Phase, in denen er einige gute Einfälle hat dauert dann auch zu kurz (der Höhepunkt war der Satz: Coca-Cola ist ein sozialistisches Getränk?). Ich hatte mir um einiges mehr erwartet.

Freitag, 23. April 2010

MIt der Asche kommen die Phrasen

Zurzeit steht die Frage im Raum ob das Gehalt von Mitarbeitern weiterbezahlt werden muss, wenn diese aufgrund des Vulkanausbruchs in Island nicht in der Arbeit erscheinen konnten. Die Arbeiterkammer und die Gewerkschaft bejahen diese Frage, die Wirtschaftskammer (welche Überraschung) ist dagegen.

Nun, man kann über diese Frage diskutieren. Das muss erlaubt sein, ich bin eindeutig der Meinung, dass hier höhere Gewalt vorliegt, da der Mitarbeiter nichts dafür kann, wenn ein Vulkan schlecht aufgelegt ist.

Was mich aufregt ist dann die Wortmeldung von Kurt Wratzfeld (Arbeitsrechtsexperte), der neben den rechtlichen Erklärungen auch gleich erklärt: "[...]volkswirtschaftlich besser, den Schaden auf viele zu verteilen".

Das muss uns klar sein. Bei einem fiktiven Gehalt von 1.700€ brutto und einem Dienstausfall von einer Woche (diese Zeitspanne wird von den Experten angegeben) ergibt der Streitwert rund 400 Euro. Diese 400 Euro sind von einem einzelnen Menschen natürlich viel einfacher zu zahlen als von einer Firma, die das Gehalt eines Mitarbeiters eigentlich in der Kalkulation haben müsste.

Volkswirtschaftlich besser wäre es natürlich gewesen, wenn der Mitarbeiter gar nicht gefehlt hätte. Er hätte ja die Wirtschaft ankurbeln können, wenn diese Fluggesellschaften den Mumm gehabt hätten im Namen des Profits auch durch den Aschenebel zu fliegen. Schließlich ist Zeit Geld und es wäre ja schon nichts passiert.

Diese unverhohlene Geringschätzung von Menschen (Stichwort: Human Resources - das Unwort des Jahrhunderts) die die Wirschaft an den Tag legt, habe ich so satt.

Freitag, 9. April 2010

In nomine conscientiae

Meine Entscheidung ist gefallen: Ich werde aus der katholischen Kirche austreten.

Bis jetzt war meine Überlegung immer folgende: Ich spende das ganze Jahr nichts, aber ich zahle Jahr für Jahr meine Kirchensteuer. Mit diesem Geld wird die Kirche unterstützt, die für viele Menschen eine Hilfe ist, sei es als Seelsorger oder über krichennahe Organisationen wie der Caritas. Der Contrapunkt war der Unterschied zwischen meiner Meinung und der der römisch-katholischen Kirche.

Nicht zuletzt die Missbrauchsvorwürfe haben bei mir wieder einen Denkanstoß und ein kritisches Hinterfragen meines Standpunkts ausgelöst. Ich weiß nicht mehr, welche Reaktion der Kirche bei mir das Fass zum Überlaufen brachte, es dürfte irgendwo zwischen dem Schweigen des Papsts und der "den Jungen tut eine Watschn gut"-Aussage gewesen sein. Bei allem Guten was die Kirche sicher auch tut (und daran glaube ich immer noch), die Liste der Verfehlungen ist einfach zu lang, als dass ich diese Organisation weiterhin finanziell unterstützen möchte.

Zur Zeit bin ich auf der Suche nach anderen Hilfsorganisationen, die ich mit einer Spende unterstützen kann.

Bar vs. Bankomatkarte

Vor ein paar Tagen habe ich auf derstandard.at eine Diskussion mitverfolgt, die sich mit der Zahlungsgeschwindigkeit an Supermarktkassen auseinandergesetzt hat.

Ich oute mich hier gerne als Bankomatkartenbenützer. Ich nutze Bankomatkarten immer, wenn ich sie nutzen kann und mir ist auch egal, wenn ich 2-3€ an der Supermarktkassa mit Bankomat zahle. Der Trugschluss, Bargeld wäre schneller stimmt nämlich nicht. Karte rein - Code eintippen - drei Sekunden warten - Karte raus - fertig. Kein Warten af Wechselgeld, kein Rauskramen von Münzen.

Wobei man hier von wenigen Sekunden redet, an anderen Stellen in meinem leben verliere ich mehr Zeit für nichts. Wenn zB die U4 frühmorgens 8 Minuten Wartezeit hat.

Zeichen für den Weltuntergang

Ich ahnte schon Schlimmes als Richard Lugner Dieter Bohlen zum Opernball mitbrachte.

Dass eines der nervigsten Lieder der Welt (Fang das Licht) vom nervigsten "Musiker" der Welt (DJ Ötzi) erneut in die Charts gebracht wird, ist ein weiteres Zeichen für das nahende Ende.

Freitag, 5. März 2010

Stilles Zeichen gegen Rechts

Es ist so einfach: Die FPÖ braucht nur irgendeinen ihrer rechten Recken aufzustellen uns schon dominieren sie über Wochen die Schlagzeilen. Idiotische Anwälte meinen dann sie müssten Rosenkranz anzeigen, um selber in die Medien zu kommen und damit der FPÖ genau die Aufmerksamkeit schenken, die die Medien ihnen verwehren sollten.

Vor jeder Wahl wird außerdem dann noch über die Sinnhaftigkeit des Bundespräsidentenamtes diskutiert. Ich halte das Amt für sehr wichtig. Ja, es stimmt schon, viele Rechte hat er nicht. Aber er kann zum einen die Regierung ernennen und auch vorgeschlagene Ministerkandidaten ablehnen (wie Prinzhorn und Kabas). Zum anderen kann er die Regierung auch entlassen - ein Recht, dass er hoffentlich niemals nutzen muss. Es ist aber gut zu wissen, dass über der Regierung jemand steht, der sie zur Not auch entlassen kann.

Man darf nicht vergessen, dass auch Hitler in Deutschland durchaus im Rahmen der Demokratie operiert hat und erst schrittweise zum Diktator aufsteigen konnte, was auch ein Versagen der demokratischen Kräfte zu dieser Zeit war.

Gut also, dass wir einen "Wächter" haben. Wichtig ist, unser Wahlrecht wahrzunehmen und mit einer Stimme ein Zeichen zu setzen - für die Demokratie, gegen rechte Spinnereien.

Goldene Jammermedaille

Das einst so stolze Skinationalteam der Herren hat es also nicht geschafft eine Medaille zu erreichen. Dafür wurde man dreimal Vierter. Sofort werden Konsequenzen angekündigt, die im Prinzip so aussehen sollen: Mehr Geld reinstecken, neue Strukturen schaffen. Klingt toll, sagt aber nichts aus.

Aber wo ist eigentlich das Problem? Dass die österreichischen Fahrer nicht die selbe Favoritenrolle innehaben wie vor 4 Jahren war eigentlich von vornherein klar, auch wenn der ORF das nicht wahrhaben wollte. Und wenn man statt vier nur einen wirklichen Medaillenkandidaten hat, dann ist die Gefahr groß, dass es einfach nicht klappt. Zum Vergleich: Die österreichischen Skispringer - vier Siegspringer - erreichten auch "nur" Bronze - die anderen drei hatten zwei schlechte Tage.

Jetzt die Trainer auszuwechseln oder einfach mehr Trainer einzustellen wird auch keine Veränderung bringen. Das Problem hat schon vor Jahren begonnen, die "alte Garde" hat für Erfolge gesorgt, es kamen wenig Junge nach (auch weil die Plätze belegt waren). Jetzt haben wir die Rechnung präsentiert bekommen. In ein paar Jahren sieht das wieder anders aus. Bestes Beispiel: Schweiz - vor ein paar Jahren noch belächelt haben sie diesmal 3 Medaillen geholt, davon zwei in Gold.

Videoabend

Diesmal entschieden wir uns für 3 bekanntere Filme:

X-Men Origins: Wolverine:
Ich war von den ersten 3 X-Men-Filmen nicht sehr begeistert und auch den Charakter von Wolverine konnte ich nicht so wirklich leiden. Deshalb war ich von dem Film positiv überrascht, denn er erklärt ganz gut wie aus Wolverine das wurde, was er heute ist. Die Geschichte wird nachvollziehbar erzählt und die einzelnen Charaktere passen gut zur Geschichte - am besten fand ich Gambit. Das Ende war eine gute Überleitung zur X-Men-Trilogie. Die Story ist solide und über weite Teile spannend. Insgesamt ein gelungener Film.

Oben:
Wo Pixar draufsteht ist Qualität drin (einzige Ausnahme: Cars). Der Film ist allerdings anders als andere Pixar-Filme. Die erste halbe Stunde erzählt der Film eine wunderschöne Liebesgeschichte mit einem herzzerreißendem Ende. Für einen kurzen Zeitraum bleibt es dann noch ernst, aber dann setzt der übliche Pixar-Effekt ein und man hat einiges zu lachen. Auch wenn der Film bei weitem keine Pointenschleuder a la "Findet Nemo" ist, wird er nie langweilig. In der zweiten Hälfte verliert der Film etwas an Qualität (der Bösewicht ist platt, die Hunde über weite Strecken unnötig, vor allem die Flugzeugszene war daneben), doch gerade dort setzt er noch einmal auf Gefühle und verkündet uns die große Botschaft: Oft ist das Paradies hier und jetzt. Obwohl der Film Spaß macht behandelt er durchaus ernste Themen (Tod, Alter) und ist nicht unbedingt ein Kinderfilm. Auf alle Fälle reiht er sich in die Liste guter Pixar-Filme ein.

Transformers:
Der Film ist anfänglich gar nicht schlecht - solange er sich auf eine Handlung konzentriert, schön langsam eine Geschichte aufbaut und ein paar witzige Szenen hat. Leider arbeitet der Film auf ein actionreiches Finale hin, dass hier über eine halbe Stunde dauert. Eine halbe Stunde in der man eigentlich nicht viel mehr erkennt, als herumfliegende Metallhaufen. Das sieht vielleicht fünf Minuten interessant aus, danach wird es langweilig. Vor lauter Action setzt der Film sämtliche Logik außer Kraft. Der Würfel hinter dem alle her sind, wird dem schwächsten Glied der Kette gegeben, Menschen, die vorher nicht angefasst werden dürfen (nicht einmal um einen Freund zu befreien) werden hier in großem Maße als Kollateralschaden in Kauf genommen, das Militär verschanzt sich in einer Stadt - gegen riesige Metallroboter eine tolle Taktik. Selbst der Verlust eines Freundes wird eher achselzuckend zur Kenntnis genommen. Und am Schluss kommen sich die Hauptstarsteller auf der Motorhaube eines Autobots näher - wer wollte noch nie Sex auf einem anderen Lebenwesen haben? Ein weiterer Actionfilm, der zu viel Action und zu wenig Film ist.

Samstag, 30. Januar 2010

Kein Mitleid

Wenn der ORF so dumm ist und Scrubs durch zwei(!) Society-Magazine ersetzt, darf er sich nicht wundern, wenn ihm die Zuschauer davonlaufen.

Wann versteht der ORF endlich, dass es keinen Sinn hat im Vorabendprogramm Privatsender zu kopieren? Mit der ZiB und einer Sitcom hatte man etwas, das von keinem anderen Sender gebracht wurde und machte ORF für mich um diese Zeit zur ersten Wahl. Jetzt werde ich einfach aufhören um diese Zeit fernzusehen.

Avatar

--- enthält Spoiler ---
Avatar ist den Einnahmen nach der erfolgreichste Film aller Zeiten. Auch wenn ein Teil davon sicher durch die Inflation und dem 3D-Aufschlag vieler Kinos verursacht wurde, kann davon ausgegangen werden, dass er es auch ohne diese "Hilfsmittel" geschafft hätte, die Spitze zu erreichen. Was ist aber dran?

Eines ist klar. Technisch ist der Film ein Meisterwerk. Die Wälder Pandoras sehen einmalig und wunderschön aus. Da konnte ich mir selbst im Kino ein leises "Wow!" nicht verkneifen. Manche Szenen wirken durch 3D-Effekte wirklich fantastisch, so dass man wirklich das Gefühl hatte, mittendrin zu sein.

Leider schwächelt die Story vor allem gegen Ende. Die Klischees werden munter bedient (böser Militärgeneral, gute Wissenschaftler, und der Held, der bekehrt wird usw.), ein zuckersüß zelebriertes Happy-End und sogar das alte Liebesfilm-Schema "Paar verliebt sich, Geheimnis wird aufgedeckt, Paar streitet deswegen, Frau vergibt wegen einer Heldentat dem Mann" wurde munter benutzt. Dass der Film sehr viele Parallelen zu "Pocahontas" hat und mich phasenweise an "Der mit dem Wolf tanzt" erinnerte war noch die Draufgabe.

Trotzdem sollte man sich den Film im Kino anschauen, weil er wirklich gut aussieht und diese Effekte im Fernsehen sicher nicht so gut aussehen. Die ersten zwei Drittel des Filmes sind auch von der Story nicht schlecht, aber danach baut der Film stark ab.

Vienna Autoshow 2010

Wie alle zwei Jahre fand auch dieses Jahr wieder die Vienna Autoshow statt. Es gab auch wieder einige interessante Autos zu sehen. Neben den normalen Kategorien (Kleinstwagen, Kleinwagen, Mittelklasse, SUV, Van) gab es bei manchen Herstellern auch Concept-Cars zu sehen, die sehr futuristisch wirkten. Zwar versuchten manche Hersteller ihren Autos einen grünen Anstrich zu geben (bei einem war das buchstäblich so), aber allzuviel war von der Hybrid-/Elektrowelle nicht zu sehen.

Was mich gestört hat, war die Unehrlichkeit der Hersteller. Viele Autos sahen auf dem ersten Blick wirklich gut aus. Warf man dann einen Blick auf die Preistafel sah man dass das Auto in der ausgestellten Variante doppelt so viel kostete wie beim Händler. Der Grund war die Spezialausstattung. Wenn aber ein 20.000€-Auto mit Extras im Wert von weiteren 20.000€ verschönert wird bleibt vom Originalfahrzeug nicht viel unverändert. Somit war es vielfach schwer vorstellbar wie das Auto eigentlich original aussehen könnte.

Alles in allem war es aber wieder interessant zu sehen, was auf dem Automarkt zu bekommen ist.

Freitag, 8. Januar 2010

Flugkontrollen und Terrorismus

Am 25. 12. versucht ein Terrorist ein Flugzeug in die Luft zu sprengen.

Um in die USA einzureisen, muss man am Flughafen beim Check-In seine Schuhe ausziehen. Die Vereinigten Staaten besitzen eine Liste, auf der Terrorverdächtige eingetragen sind. Der Vater des Terroristen hatte die amerikanische Botschaft vor seinem Sohn gewarnt. Der amerikanische Geheimdienst hatte Informationen wonach der Täter ein Ausbildungscamp der Al-Quaida besucht hatte. Trotzdem konnte der Täter beinahe ein Flugzeug in die Luft sprengen.

Die Konsequenzen:
Als Konsequenzen dürfen wir uns in Zukunft von Ganzkörperscannern durchleuchten lassen. Es geschieht ja im Kampf gegen des Terrorismus. In diesem Krieg werden alle Freiheitsrechte geopfert. An die Amerikaner werden jetzt schon Fluglisten übermittelt, ohne ein Abnicken dieser Liste hebt kein Flieger ins Land der Unfreiheit ab. Der Patriot Act ist ein brutaler Schlag in das Gesicht der Freiheit.

Was beim Fliegen noch angedacht wird: Eine Stunde vor der Landung kein Aufsuchen der Toilette, kein Aufklappen des Tischchens, keine Gegenstände auf dem Schoß.

Warum muss ich dafür büßen, dass sich die USA auf der halben Welt Feinde gemacht hat? Warum muss ich meine Freiheitsrechte einschränken lassen, nur weil ein paar Idioten Sprengsätze zünden wollen? Ich habe keine Angst vor dem Terrorismus. In Österreich gab es in den letzten Jahren keinen Terroranschlag.

Bitte versteht mich nicht falsch: Ich möchte nicht diesen Bush-getriebenen Antiamerikanismus aufwärmen. Ich will nur meine Rechte nicht verlieren, Rechte für dessen Erkämpfung mehr Menschen gestorben sind als durch den Terrorismus.

Link zum genauen Inhalt des Patriot Act

Silvester

Nach Halloween das wohl unnötigste Fest des Jahres.

In Wirklichkeit ändert sich an diesem Tag des Jahres ja nichts. Er markiert nur das endgültige Ende der Weihnachtszeit, außerdem haben Fernsehsender keine Möglichkeit mehr eine Jahresrückblicksshow zu machen.

Das Schlimmste sind die Vorsätze. Wenn ich mich ändern will, mach ich das, ich warte dafür nicht den 1.1. ab, um damit zu beginnen. Besonders wenn die meisten Vorsätze sowieso nicht eingehalten werden.

In Favoriten ist Silvester noch um eine Stufe verschärft. Ab Anfang Dezember beginnt die Knallerei, am 30. und 31. ist Dauerknallerei angesagt. Ab ca. 17:00 Uhr am 31. fliegen dann auch schon die ersten Raketen in die Luft. Ab 23:30 ist eine Stunde massiver Raketenabschuss. Bis 3. Jänner knallts dann noch regelmäßig.

Es wird doch immer gejammert, dass die Menschen kein Geld haben und alles teurer wird. Für Krachereien scheint es aber noch zu reichen.

Dass Haustiere unter diesem Lärmterror leiden und es jedes Jahr aufs Neue Idioten gibt, die Kracher in die Menge werden sei nur am Rande erwähnt.

Sportler-Comebacks

Es gab einmal eine Zeit, da traten Sportler zurück und haben sich daran gehalten. Diese Zeiten sind vorbei, eine kurze Liste der vom Rücktritt zurückgetretenen: Schumacher, Henin, Amann, Gottwald.

Und da habe ich mich schon gefreut gehabt, dass die Schumacher-Zeit in der Formel 1 endgültig vorbei ist.

Wie wäre es nächstes Jahr mit Ivica Vastic, Hermann Maier und Thomas Muster?