Seiten

Montag, 26. April 2010

Eine Niederlage für die Demokratie

Eine Wahlbeteiligung von ca. 50% ist ein Armutszeugnis für eine Demokratie. Wer ein demokratisches Recht derart mit Füßen tritt hat es nicht verdient dieses Recht weiter zu besitzen.

Mein Vorschlag wäre dass das Wahlrecht an die Teilnahme gekoppelt ist. Wer am Sonntag nicht wählen war, muss bei der nächsten Wahl aussetzen. Bei der übernächsten Wahl hat man dann wieder eine Chance. Wenn ich daran denke, dass Generationen vor uns gekämpft haben um dieses Recht zu erlangen und man es jetzt nicht wert findet 15 Minuten dafür aufzuwenden, dieses Recht in Anspruch zu nehmen, dann bin ich aufgrund der österreichischen (Nicht-)Wählerschaft wieder einmal fassungslos.

Das Ergebnis an sich war dann wenig überraschend (sieht man von den 10% für Gehring in Vorarlberg und den 20% (natürlich) in Kärnten für Rosenkranz ab). Interessant war allerdings, dass die FPÖ nur ein Drittel ihrer Wählerschaft für Rosenkranz gewinnen konnte.

Die Wortmeldung des Tages waren eindeutig von der FPÖ, die eine mediale Hexenjagd gegen Rosenkranz gesehen hatte - das muss man verstehen, ich wäre auch wütend wenn die größte Tageszeitung des Landes Werbung für mich macht.

Knapp dahinter auf Platz folgen die Pressemitteilungen der ÖVP, die den Grund für die niedrige Wahlbeteiligung bei der SPÖ sieht. Wahrscheinlich hätte die SPÖ alle Kandidaten aufstellen sollen. Dass es eine selbsternannte Partei der Mitte nicht schafft einen Kandidaten der Mitte zu unterstützen sagt viel über die Engstirnigkeit der ÖVP aus. Aber gebt dem Wahlvolk ein Jahr, dann haben sie auch das wieder vergessen.

Videoabend

Die nackte Wahrheit / The ugly truth
Meine Erwartungen an den Film waren nicht besonders hoch, ich erwartete eine typische romantische Komödie. Leider konnte der Film nicht einmal diese Erwartungen erfüllen.
Der Held des Films verkörpert einen Mann, der sich benimmt als wäre er direkt in der Pubertät steckengeblieben. Das allein wäre ja noch nicht schlimm, dummerweise versucht einem der Film zu erzählen, dass a) diese Masche bei Frauen gut ankommt und b) alle Männer immer und überall nur an Sex denken. Der Rest ist business as usual, also die Standardhandlung einer romantischen Komödie, leider wenig lustig und wenig romantisch. Der Versuch die Handlung durch Gespräche über Selbstbefriedigung und Sex zu ersetzen schlug fehl.

(500
) days of summer
Der Film beginnt wirklich gut, die häufigen Handlungsstränge sind ein wirklich guter Einfall und beleben den Film. Das Gute an dem Film ist auch das Schlechte. Wie schon in der ersten Minute erklärt wird: Der Film ist keine Liebesgeschichte. Und weil er das überzeugend rüberbringt liegt über dem ganzen Film eine Traurigkeit, die auch durch ein (eigentlich) versöhnliches Ende nicht ausgeglichen werden kann. Dazwischen liegt eine gute schauspielerische Leistung beider Hauptdarsteller und eine Geschichte, die einmal etwas anders ist.

Good bye Lenin
Der Film braucht viel zu lange um in Fahrt zu kommen und die Phase, in denen er einige gute Einfälle hat dauert dann auch zu kurz (der Höhepunkt war der Satz: Coca-Cola ist ein sozialistisches Getränk?). Ich hatte mir um einiges mehr erwartet.

Freitag, 23. April 2010

MIt der Asche kommen die Phrasen

Zurzeit steht die Frage im Raum ob das Gehalt von Mitarbeitern weiterbezahlt werden muss, wenn diese aufgrund des Vulkanausbruchs in Island nicht in der Arbeit erscheinen konnten. Die Arbeiterkammer und die Gewerkschaft bejahen diese Frage, die Wirtschaftskammer (welche Überraschung) ist dagegen.

Nun, man kann über diese Frage diskutieren. Das muss erlaubt sein, ich bin eindeutig der Meinung, dass hier höhere Gewalt vorliegt, da der Mitarbeiter nichts dafür kann, wenn ein Vulkan schlecht aufgelegt ist.

Was mich aufregt ist dann die Wortmeldung von Kurt Wratzfeld (Arbeitsrechtsexperte), der neben den rechtlichen Erklärungen auch gleich erklärt: "[...]volkswirtschaftlich besser, den Schaden auf viele zu verteilen".

Das muss uns klar sein. Bei einem fiktiven Gehalt von 1.700€ brutto und einem Dienstausfall von einer Woche (diese Zeitspanne wird von den Experten angegeben) ergibt der Streitwert rund 400 Euro. Diese 400 Euro sind von einem einzelnen Menschen natürlich viel einfacher zu zahlen als von einer Firma, die das Gehalt eines Mitarbeiters eigentlich in der Kalkulation haben müsste.

Volkswirtschaftlich besser wäre es natürlich gewesen, wenn der Mitarbeiter gar nicht gefehlt hätte. Er hätte ja die Wirtschaft ankurbeln können, wenn diese Fluggesellschaften den Mumm gehabt hätten im Namen des Profits auch durch den Aschenebel zu fliegen. Schließlich ist Zeit Geld und es wäre ja schon nichts passiert.

Diese unverhohlene Geringschätzung von Menschen (Stichwort: Human Resources - das Unwort des Jahrhunderts) die die Wirschaft an den Tag legt, habe ich so satt.

Freitag, 9. April 2010

In nomine conscientiae

Meine Entscheidung ist gefallen: Ich werde aus der katholischen Kirche austreten.

Bis jetzt war meine Überlegung immer folgende: Ich spende das ganze Jahr nichts, aber ich zahle Jahr für Jahr meine Kirchensteuer. Mit diesem Geld wird die Kirche unterstützt, die für viele Menschen eine Hilfe ist, sei es als Seelsorger oder über krichennahe Organisationen wie der Caritas. Der Contrapunkt war der Unterschied zwischen meiner Meinung und der der römisch-katholischen Kirche.

Nicht zuletzt die Missbrauchsvorwürfe haben bei mir wieder einen Denkanstoß und ein kritisches Hinterfragen meines Standpunkts ausgelöst. Ich weiß nicht mehr, welche Reaktion der Kirche bei mir das Fass zum Überlaufen brachte, es dürfte irgendwo zwischen dem Schweigen des Papsts und der "den Jungen tut eine Watschn gut"-Aussage gewesen sein. Bei allem Guten was die Kirche sicher auch tut (und daran glaube ich immer noch), die Liste der Verfehlungen ist einfach zu lang, als dass ich diese Organisation weiterhin finanziell unterstützen möchte.

Zur Zeit bin ich auf der Suche nach anderen Hilfsorganisationen, die ich mit einer Spende unterstützen kann.

Bar vs. Bankomatkarte

Vor ein paar Tagen habe ich auf derstandard.at eine Diskussion mitverfolgt, die sich mit der Zahlungsgeschwindigkeit an Supermarktkassen auseinandergesetzt hat.

Ich oute mich hier gerne als Bankomatkartenbenützer. Ich nutze Bankomatkarten immer, wenn ich sie nutzen kann und mir ist auch egal, wenn ich 2-3€ an der Supermarktkassa mit Bankomat zahle. Der Trugschluss, Bargeld wäre schneller stimmt nämlich nicht. Karte rein - Code eintippen - drei Sekunden warten - Karte raus - fertig. Kein Warten af Wechselgeld, kein Rauskramen von Münzen.

Wobei man hier von wenigen Sekunden redet, an anderen Stellen in meinem leben verliere ich mehr Zeit für nichts. Wenn zB die U4 frühmorgens 8 Minuten Wartezeit hat.

Zeichen für den Weltuntergang

Ich ahnte schon Schlimmes als Richard Lugner Dieter Bohlen zum Opernball mitbrachte.

Dass eines der nervigsten Lieder der Welt (Fang das Licht) vom nervigsten "Musiker" der Welt (DJ Ötzi) erneut in die Charts gebracht wird, ist ein weiteres Zeichen für das nahende Ende.