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Mittwoch, 16. Juni 2010

Arigona

Es gibt selten Themen bei denen ich mir schwer tue, eine Meinung zu haben, der Fall Zogaj war aber so ein Thema.

Das menschliche Schicksal berührt natürlich, da ist ein Mädchen, das integriert ist und abgeschoben werden soll. Im ersten Moment tendiert man dazu gegen eine Abschiebung zu sein und auf ein humanitäres Bleiberecht zu hoffen.

Wirft man allerdings einen zweiten Blick auf den Fall, dann zeigt sich folgendes: Seit der illegalen Einreise von Arigona Zogaj 2002 hat es keinen einzigen positiven Asylbescheid gegeben, weder für Arigona noch für ein anderes Familienmitglied. Die Familie musste also jederzeit damit rechnen abgeschoben zu werden. Dass sie diese immer wieder verhindert hat indem sie weitere Berufungen stellte, ändert nichts an dieser Tatsache.

Natürlich liegen die ursprünglichen Probleme in einer zu restriktiven Einwanderungspolitik gepaart mit zu langen Asylverfahren - dennoch darf sich ein Land nicht erpressen lassen und es wäre geradezu Heuchelei, wenn man dieser Familie ein Aufenthaltsrecht erteilt und sich als weichherzig präsentiert, während man im selben Moment andere Familien abschiebt, deren einziges Pech es war, nicht in die Medien zu kommen.

Es wird Zeit für offene Grenzen in ganz Europa, dann würde man sich solche Diskussionen von Haus aus sparen.

4 Kommentare:

SmaX hat gesagt…

Ich stimme dir zu, aber
"Es wird Zeit für offene Grenzen in ganz Europa, dann würde man sich solche Diskussionen von Haus aus sparen."

das glaube ich nicht.

Lord of the Goats hat gesagt…

Mir war bewußt, dass diese Aussage falsch rüberkommen kann.

Mir ging es um ein vereintes Europa im Rahmen der EU, in der Personen frei ihren Wohn- und Arbeitsort bestimmen können.

Wenn die Balkanstaaten Mitglieder in der EU werden und die Grenzen fallen, dann wird es eine solche Diskussion nicht mehr geben.

SmaX hat gesagt…

Falsch, dann verschiebt sich die Diskussion nämlich geografisch mit der neuen EU-Grenze weiter.

Lord of the Goats hat gesagt…

Naja, Menschen aus dem Balkangebiet wie die Familie Zogaj) werden wohl nicht mehr bei uns einwandern.

Und ob Einwohner der dann neuen Grenzstaaten auch in die EU einwandern wollen, kann ich nicht beurteilen.

Ich würde nicht nach Asien ziehen wollen, in der Hoffnung, dass es mir dort besser geht, weil mir der Kulturunterschied zu groß wäre (während ich IN Europa das Problem nicht hätte)