Ein Amoklauf an einer Schule, Fassungslosigkeit und Trauer, sensationsgeile Medien und Ratlosigkeit. Das war der Anfang.Nur EINEN Tag hat es gedauert, bis man den Computer des Schützen durchforsten konnte und dann erklärte, man habe Counterstrike darauf gefunden. Am selben Tag wurde im österreichischen Nationalrat schon wieder über Verbote o.ä. diskutiert. Und wieder haben wir das leidige Thema "Killerspiele".
Anzumerken ist meiner Meinung nach:
- Ego-Shooter sind Computerspiele, die einer Altersbeschränkung unterliegen. Wenn ein Jugendlicher an ein Spiel kommt, das für sein Alter nicht geeignet ist, dann liegt hier ein Versäumnis des Händlers vor, der das Spiel verkauft hat oder (was wahrscheinlicher ist) das Spiel ist aus dem Internet und die Eltern haben die Aufsichtspflicht verletzt. Warum man solche Spiele für die Gesamtheit verbieten will, ist unklar. Auch hochprozentiger Alkohol ist für Jugendliche verboten. Wenn es aber einen Fall von Alkoholmissbrauch gibt, denkt niemand daran Alkohol für alle zu verbieten. Warum also bei Computerspielen?
- Menschen, die zwischen einem Computerspiel und der Realität nicht unterscheiden können, haben ein schweres psychisches Problem. Das ist nicht die Schuld eines Computerspiels.
- Der Vater des Schützen war ein Waffennarr, der über ein Dutzend Waffen daheim hatte. Die Tatwaffe war nicht versperrt.
- Das Abfeuern einer virtuellen Waffe mit Maus und Tastatur kann die Hemmschwelle für das tatsächliche Abfeuern einer Waffe nicht senken. Jeder, der beides schon getan hat, weiß das.
- Etliche Millionen von Menschen spielen Computerspiele. Viele von ihnen töten dabei das eine oder andere Mal menschliche Gegner. Keiner kommt aufgrund des Spiels auf die Idee das Gesehene in die Tat umzusetzen.
- Die Menschen haben sich daran gewöhnt, man muss ihnen nichts Neues präsentieren.
- Viele Menschen haben Angst vor solchen Spielen, weil sie nicht wissen, was los ist. Sie kennen nur von Spielen, was ihnen Medien sagen: Computerspieler sind assoziale Stubenhocker, unfähig zur Kommunikation, leben nur in einer Traumwelt und spielen "Killerspiele". Perfekte Sündenböcke am Rand der Gesellschaft.
- Hat man Computerspiele als das Böse erkannt, braucht man sich nicht mehr um die eigentlichen Probleme kümmern. Probleme wie: Arbeitslosigkeit, keine Zukunftsperspektiven, Leistungsdruck und eine Menge von Problemen, die das Erwachsenwerden mit sich bringen und die schwer alleine zu bewältigen sind.Aber das sind Probleme, die viel zu kompliziert zu lösen sind. Dann schon lieber etwas Einfaches.
- Klassische Sündenböcke ziehen nicht mehr: Das Fernsehen ist allgemein anerkannt und ein Angriff darauf würde zuviele Menschen verärgern.
- Computerspieler haben keine große Lobby. Tabak, Alkohol und Waffen sind in der Altersgruppe der Entscheidungsträger anerkannt, Leichte Drogen und Computerspiele nicht. Deshalb sind Rauchergesetze nicht restriktiv genug, leichte Drogen aber verboten.
Wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen, dass die Themen „Killerspiele“ und „Ortstafeln“ immer wieder in den Medien auftauchen.
2 Kommentare:
Da hast du recht es ist immer wieder das gleiche Thema!
Aber das was jetzt wieder diskutiert wird wird nachher eh wieder nicht gemacht!
Es fordert auf jeden Fall schärfere Waffengesetze
Ich hab diesmal zum selben, oder ähnlichen Thema einen Beitrag bei mir verfasst ... drum verweise ich diesmal nur auf: http://blog.romanstoiber.at
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