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Samstag, 30. April 2011

Leipzig

Anreise:
Wie üblich ging unser Flug bereits in den frühen Morgenstunden (6 Uhr), darum war ein frühes Aufstehen angesagt. Der Flug verlief ohne Zwischenfälle, bei der Bahnfahrt gab es die erste Überraschung. Die Fahrt mit dem ICE, der kurz nach unserer Ankunft am Flughafen Leipzig/Halle losgefahren wäre, hätte doppelt soviel gekostet wie die Fahrt mit dem Regionalzug. Wir entschieden uns deshalb mit dem langsameren, aber billigeren Zug zu fahren und nutzten die Zeit um Flugzeugen zuzusehen, die über eine Brücke direkt über der Autobahn bzw. den Gleisen zu ihren Abflugpisten fuhren. Die weitere Anfahrt verlief ohne weitere Überraschungen. Wir brauchten nur ein wenig Zeit um eine Verkaufsstelle für die Leipzig-Card zu finden. Das Verkehrsnetz in Leipzig ist gut ausgeschildert, vom Knotenpunkt in der Innenstadt gibt es gute Verbindungen in die einzelnen Stadtteile.

Das Hotel:
Das Parkhotel Diani ist sehr zu empfehlen. Das Hotel liegt in ruhiger Lage, das Personal ist freundlich und die Zimmer waren groß genug.

Völkerschlachtdenkmal:
Noch am selben Tag (Samstag) besuchten wir das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Das Denkmal ist stolze 91m hoch und befindet sich leider noch in einer Renovierungsphase. Trotzdem gibt es eine Menge zu sehen. Um ganz nach oben zu kommen gibt es zurzeit nur die Möglichkeit mit dem Aufzug zur zweithöchsten Ebene zu fahren und von dort die Stufen zu nehmen, nach der Renovierung soll es möglich sein auch den ganzen Weg zu Fuß zu bewältigen. Interessanterweise kann man für den Weg nach unten die Stufen nehmen und der war schon mehr als anstrengend. Zur Belohnung gibt es von oben eine schöne Aussicht über Leipzig. Im angeschlossenen Museum kann man dann einiges über die Geschichte Sachsens zur Zeit Napoleons erfahren. Wir machten dann noch einen kurzen Abstecher in die Innenstadt und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Zoo Leipzig:
Der eigentliche Grund für unsere Reise war der aus der Fernsehserie "Elefant, Tiger & Co." bekannte Zoo in Leipzig, für dessen Besuch wir den Sonntag vorgesehen hatten. Der Zoo ist sehr schön, einige Tiere wie Hyänen und Mähnenwölfe sieht man in anderen Zoos selten. Die Savannen-Anlage und die Menschenaffenanlage (Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Bonobos) sind sehr schön und zählen zu den Highlights. Mir persönlich haben allerdings die Schneeleoparden am besten gefallen. Interessant ist die Aufteilung des Zoos in verschiedene Bereiche für die einzelnen Kontinente, etwas, dass wir in der Zoom-Erlebniswelt schon gesehen haben - in Leipzig ist die Trennung aber (noch) nicht so streng durchgezogen. In unserem Zoo-Ranking belegt der Zoo sicher einen der vorderen Plätze, der Tierpark in Berlin hat mir aber etwas besser gefallen.

Zeitgeschichtliches Forum:
Dieses Museum, dass sich mit der Geschichte der DDR beschäftigt, war unser Ausflugsziel am Montag. Die (kostenlose) Dauerausstellung ist wirklich groß und so brauchten wir mehrere Stunden um das ganze Museum zu sehen. Sehr interessant ist die Idee der Videozeitzeugen. Am Eingang kann man sich an einem Terminal eine Person nach Geschlecht und Alter aussuchen und bekommt eine Karte. Mit dieser Karte kann man an mehreren Stellen im Museum kurze Zeitzeugenberichte dieser Person ansehen. So sieht man welche Auswirkungen die Geschichte der DDR auf eine einzelne Person hatte, was die Geschichte lebendig macht. In unserem Fall war es eine Frau, die zum Ende des Krieges aus dem Osten geflohen ist und die sich schließlich in den staatlichen Vereinen der DDR engagierte. Die Wende selbst hat sie nur zu einem gewissen Teil als positiv empfunden, unter anderem da sie ihren Arbeitsplatz verloren hat. Den restlichen Tag verbrachten wir mit einem Spaziergang durch die Innenstadt.

Asisi-Panometer:
Eigentlich hatten wir für den Dienstag eine Reise nach Dresden geplant gehabt. Leider hätten wir dafür eine lange Reise mit dem Regionalzug oder eine teure Reise mit dem ICE in Kauf nehmen müssen und der Wetterbericht hatte Regen und Gewitter angekündigt. Deshalb entschieden wir uns um und besuchten stattdessen das Panometer in Leipzig. Wir wussten kaum was uns erwartet, irgendwas mit Amazonas und Tieren, die man nur mit einem Fernrohr sieht, wurde angekündigt, aber was genau ein Panometer sein soll, konnten wir uns nicht vorstellen.
Am Anfang geht man durch eine Ausstellung, die sehr viele interessante Informationen über die Natur des Amazonas gibt. Diese Informationen werden mit visuellen Hilfsmitteln sehr gut vermittelt. So gibt es eine Nachbildung von einem riesigen Baum, eine 60-fach vergrößerte Stechmücke, eine Sammlung von Insekten des Regenwalds und vieles mehr, was alleine schon die Ausstellung sehenswert macht. Dann folgt allerdings das Highlight: In einem runden Raum ist ein 30 Meter hohes, 360°-Panoramabild an der Wand angebracht. Auf diesem Bild ist eine komprimierte Darstellung der Fauna und Flora des Amazonas-Dschungels. Das Bild ist enorm detailgetreu und wird mit Geräuschen wie dem Quacken von Fröschen, Donner und Regenfall usw. untermalt. Alle paar Minuten gibt es einen Tag- und Nachtwechsel. Das Licht in der Halle wird dann abgedreht und das Bild verändert sich - der Mond und Sterne werden sichtbar, die hörbaren Töne verändern sich. Um ansatzweise alle Tiere zu sehen, sollte man sich beim Eingang ein Fernrohr mieten. Das Bild und das Gefühl in diesem Raum zu beschreiben ist eigentlich nicht möglich, das muss man erlebt haben. Es gibt zwar auf der Homepage ein paar Bilder, diese können aber das Erlebnis bei weitem nicht erreichen. Jeder, der in der Nähe von Leipzig ist, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und das Panometer besuchen, solange es diese Ausstellung noch gibt.

Rückreise:
Unser Flug war für 8:00 Uhr angesetzt, deshalb war wieder ein frühes Aufstehen um 4:15 notwendig. Am Flughafen kam dann die große Ernüchterung, unser Flug war wegen technischen Problemen ausgefallen, wir wurden umgebucht. Statt einem Direktflug flogen wir über München nach Wien und durften außerdem in Leipzig auch noch länger auf den ersten Flug warten, der dann zusätzlich noch 20 Minuten verspätet abflog. In München stiegen wir aus dem einen Flieger aus, durchquerten den ganzen Flughafen und stiegen dort gleich in den nächsten Flieger ein (das Boarding hatte frühzeitig begonnen, dafür saßen wir länger im Flieger ohne loszufliegen). Um 12:30 waren wir endlich in Wien.

Fazit:
Leipzig ist definitiv eine Reise wert, die Sehenswürdigkeiten haben uns alle gut gefallen.

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